Wegen Kieswerk: Steine fliegen von Lastwagen «Irgendwann triffts einen Menschen»

ZELL (LU) - Gefährliche Lage: Leo Müllers Geschäft wird regelmässig von fliegenden Steinen aus Kies-Lastwagen beschädigt.

  • Publiziert: 12.10.2012
  • Von Stefan Dähler
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Die gestern zerbrochene Scheibe.

(ZVG)
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Leo Müller mit einem Stein.

(ZVG)

Plötzlich knallts. Leo Müller weiss dann, dass wieder ein Stein von einem Lastwagen gegen sein Geschäft gespickt wurde. Die Steine sind teilweise so gross wie eine Hand. Leo Müller, Chef einer Autoverwertungsfirma in Zell, hat nun genug.

Das Dilemma: Sein Geschäft liegt an der Luzernstrasse, just die Strasse, die von Lastwagen aus dem Kieswerk befahren wird. Beim Vorbeifahren würden die LKWs regelmässig Steine verlieren. Gerade gestern ging wieder eine Fensterscheibe deswegen in die Brüche. Leo Müller hat den Vorfall der Polizei gemeldet.

Steine spicken von der Rädern weg

Die Ursache liege aber nicht darin, dass die steinerne Ladung nicht gut genug gesichert sei. «Im Kieswerk liegen Steine am Boden. Wenn ein Lastwagen drüberfährt, kann es welche ins Zwillingsrad reindrücken», erklärt Müller. Dadurch verlassen Lastwagen teilweise mit eingeklemmten Steinen das Kieswerk.

«Auf der Luzernstras­se Ausgang Dorf beschleunigen sie auf 70 bis 80 Kilometer pro Stunde.» An dieser Stelle liegt Müllers Firma. «Dann fliegen die Steine in hohem Tempo aus dem Zwillingsrad in alle Richtungen.»

Regelmässig knallen diese an Wände, Fensterscheiben, teils auch gegen parkierte Fahrzeuge.

Auch andere Geschäfte in unmittelbarer Nähe seien betroffen, so Müller. «Wir hören es jeweils einschlagen. Doch wenn wir an die Strasse gelangen, sind die Lastwagen schon weg.»

Vier Scheiben gingen schon zu Bruch

Müller selbst hat in rund einem Jahr vier Mal Fensterscheiben ersetzen müssen. Bis jetzt sei zwar noch niemand verletzt worden. «Doch irgendwann trifft es einen Menschen.» Entweder durch einen Stein selbst oder durch eine zerbrochene Scheibe.

Besonders gefährdet seien aber die Velofahrer. «Hier fahren sehr viele mit dem Velo durch.» Auf eine andere Strasse ausweichen können sie laut Müller nicht. «Die Luzernstras­se liegt in einer Talsenke. Es gibt gar keinen anderen Weg zwischen Zell und Gettnau. Wenn es blöd kommt, könnte sogar mal einer sterben», warnt Leo Müller.

Dem Betreiber des Kieswerks in Zell macht Müller aber keinen Vorwurf. Die Schuld liege beim jeweiligen Chauffeur. «Er müsste kontrollieren, ob noch Steine im Zwillingsrad stecken.»

Beliebteste Kommentare

  • Daniel  Huber
    Für Fahrzeug und dessen Ladung ist immer der Fahrer verantwortlich.
  • Werner  Bieinisowitsch , Sant Jordi
    Ja, die Chauffeure sollten kontrollieren ob noch Steine im Zwillingsrad stecken, aber dazu haben sie eben meistens keine Zeit, denn sie müssen so und soviele Fahrten machen, sonst sind sie weg vom Fenster. Leider setzen die Chefs dieser Lastwagenchauffeure ihre Leute zu sehr unter Druck, sodass diese Kontrolle ein Wunschdenken bleibt.

Alle Kommentare (14)

  • Ekrem  Ibrahimi , Pratteln
    Das ist Chauffeur seine Aufgabe Zwillingsrad zu Kontrollieren.
    • 13.10.2012
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  • Anton  Werth , Visp
    Gabs nicht mal eine Vorschrift die Zwillingsräder zu kontrollieren, wenn man aus losem Untergrund auf die normale Strasse kommt? Ich habe es vor 36 Jahren au fjeden Fall so gelernt. So ein Steingeschoss kann für den Nachfolgenden tödlich sein!
    • 13.10.2012
    • 14
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  • Tony  Mueller , Bern
    ..??,, warum haben denn die LKW keine Steinabstreiffer montiert,, und die Eigner lassen die Chauffeure fahren ohne Verantwortung zu ü bernehmen
  • Alexis  Bachmann , Zug
    Ich habe immer schon gesagt das die Lastwagenfahrer Steine verlieren, denn sogar auf der Autobahn hatte ich schon mal einen Flug von einem Stein.
    Die sollen endlich mal eine Abdeckung auf Ihren Lastwagen Klemmen.
    Manchmal gibt es ganz kleine Steine die herum fliegen und machen den Lack bei den Autos kaputt.
    Auch die sollten mal an die Sicherheiten denken!!!
  • Michael  Meienhofer , Ostermundigen
    Na, wir werden hoffentlich bald erfahren, wie das Kieswerk das Problem gelöst hat.....
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