ZELL (LU) - Gefährliche Lage: Leo Müllers Geschäft wird regelmässig von fliegenden Steinen aus Kies-Lastwagen beschädigt.
Die gestern zerbrochene Scheibe.
(ZVG)Leo Müller mit einem Stein.
(ZVG)Plötzlich knallts. Leo Müller weiss dann, dass wieder ein Stein von einem Lastwagen gegen sein Geschäft gespickt wurde. Die Steine sind teilweise so gross wie eine Hand. Leo Müller, Chef einer Autoverwertungsfirma in Zell, hat nun genug.
Das Dilemma: Sein Geschäft liegt an der Luzernstrasse, just die Strasse, die von Lastwagen aus dem Kieswerk befahren wird. Beim Vorbeifahren würden die LKWs regelmässig Steine verlieren. Gerade gestern ging wieder eine Fensterscheibe deswegen in die Brüche. Leo Müller hat den Vorfall der Polizei gemeldet.
Die Ursache liege aber nicht darin, dass die steinerne Ladung nicht gut genug gesichert sei. «Im Kieswerk liegen Steine am Boden. Wenn ein Lastwagen drüberfährt, kann es welche ins Zwillingsrad reindrücken», erklärt Müller. Dadurch verlassen Lastwagen teilweise mit eingeklemmten Steinen das Kieswerk.
«Auf der Luzernstrasse Ausgang Dorf beschleunigen sie auf 70 bis 80 Kilometer pro Stunde.» An dieser Stelle liegt Müllers Firma. «Dann fliegen die Steine in hohem Tempo aus dem Zwillingsrad in alle Richtungen.»
Regelmässig knallen diese an Wände, Fensterscheiben, teils auch gegen parkierte Fahrzeuge.
Auch andere Geschäfte in unmittelbarer Nähe seien betroffen, so Müller. «Wir hören es jeweils einschlagen. Doch wenn wir an die Strasse gelangen, sind die Lastwagen schon weg.»
Müller selbst hat in rund einem Jahr vier Mal Fensterscheiben ersetzen müssen. Bis jetzt sei zwar noch niemand verletzt worden. «Doch irgendwann trifft es einen Menschen.» Entweder durch einen Stein selbst oder durch eine zerbrochene Scheibe.
Besonders gefährdet seien aber die Velofahrer. «Hier fahren sehr viele mit dem Velo durch.» Auf eine andere Strasse ausweichen können sie laut Müller nicht. «Die Luzernstrasse liegt in einer Talsenke. Es gibt gar keinen anderen Weg zwischen Zell und Gettnau. Wenn es blöd kommt, könnte sogar mal einer sterben», warnt Leo Müller.
Dem Betreiber des Kieswerks in Zell macht Müller aber keinen Vorwurf. Die Schuld liege beim jeweiligen Chauffeur. «Er müsste kontrollieren, ob noch Steine im Zwillingsrad stecken.»
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