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Zuerst trug er ein kleines Pflaster über dem Auge. Dann ein grossers Pflaster am Hals. Fredi R. (49) soll sich als schwer kranker Mann ausgegeben haben – sechs Jahre lang. Der Lokalpolitiker schreckte auch nicht davor zurück, an öffentlichen Veranstaltungen von seiner Krankheit zu sprechen. «Im Dorf glaubten alle, er sei todkrank», erzählt ein Wirt in Unterägeri.
Jetzt ermitteln die Zuger Strafbehörden gegen Fredi R. – er soll die Geschichte mit dem Krebs frei erfunden haben. Die Pflaster waren ein Täuschungsmanöver, genauso wie die rasierte Glatze. «Wir sind sehr enttäuscht», sagt der Wirt.
Marcel Schlatter, Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigt gegenüber SonntagBlick: «Wir stehen kurz vor der Anklage. Wir warten noch auf das psychologische Gutachten.»
Es geht um Betrug: Fredi R. hat seinen angeblichen Krebs eingesetzt, um Geld zu ergaunern. Ein langjähriger Bekannter: «Er sagte, er habe eine schlecht Krankenversicherung und könne sich die Behandlung nicht leisten. Er bat mich um Geld.»
R. war seit 1999 für die FDP im Kirchenrat. Letztes Jahr gab er seinen Rücktritt.
* Name der Redaktion bekannt