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Nicht zeitkritische Operationen müssen im Pandemie-Fall warten. (Keystone)
Die Ruhe vor dem Sturm: Bislang zählte die Schweiz insgesamt 380 Schweinegrippe-Erkrankungen. Im Ausland haben sich 257 Personen, in der Schweiz 83 Personen angesteckt; die restlichen 40 Fälle müssen noch abgeklärt werden.
Sowenig, so gut. Doch die unbestätigten Verdachtsfälle haben gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) schon die 500er-Marke überschritten. Und die Ansteckungsrate ist stark steigend.
Experten rechnen damit, dass die Schweinegrippe-Pandemie kommt – spätestens im Herbst. Man geht davon aus, dass bis zu einem Drittel der Bevölkerung an dem Virus erkranken.
Werden die Spitäler beim Ausbruch von den Kranken überrollt? Blick.ch fragt bei Dr. Marco Rossi, leitender Arzt für Infektiologie, am Luzerner Kantonsspital nach. Für den Pandemie-Fall sei die Planung im Gange, sagt er. «Denn es wird sicher Engpässe geben», sagt Rossi.
Diese könnten nur umgangen werden, wenn nicht zeitkritische Operationen verschoben würden. Als Beispiel führt er eine Implantation einer Hüftprothese an. «Diese müsste dann vielleicht um zwei Monate verschoben werden.»
Denn, so rechnet Rossi vor, von den rund 360000 Personen im Kanton Luzern könnte ein Drittel erkranken. Das wären 120000 Personen. «Müssen sich von diesem Drittel zwei Prozent, also etwa 2400 Personen, wegen Komplikationen in Spitalpflege begeben, ist das immer noch sehr viel für alle Luzerner Spitäler», so der Infektiologe. Er hofft, dass etwa 98 Prozent aller Erkrankten zuhause gepflegt werden können.
Zum Schutz der Mitarbeiter vor einer Ansteckung während der Arbeit verfügt das Luzerner Kantonsspital über genügend Schutzmaterial, beschwichtigt der Fachmann.
Rennen eigentlich jetzt schon panische Schweinegrippe-Patienten die Notaufnahme ein? Rossi verneint. Die meisten Anfragen kämen per Telefon. «Wir sind ein Team von zwei Infektiologen und vier Mitarbeitern der Spitalhygiene, welche die Notfallstation bei den Verdachtsfällen unterstützen und auch telefonisch Auskunft erteilen.»
«Es ist richtig, dass sich die Leute vorher telefonisch erkunden», sagt Rossi. «Dies kann aber auch beim Hausarzt geschehen». Die zusätzliche Arbeit bereitet Rossi aber kein Kopfzerbrechen. Eher die Pandemie im Herbst. Und er ist überzeugt, dass sie kommt. «Wieso sollte sich die Krankheit bei uns anders verhalten, als in anderen Ländern?» Seine – und unsere – Hoffnung: Die rechtzeitige Herstellung des Impfstoffs.
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Dr. Marco Rossi, leitender Infektiologe des Kantonsspitals Luzern: «Ich rechne fest mit einer Pandemie.» (ZVG)