Schüler müssen laufen Dorf verbietet Elterntaxi

  • Publiziert: 16.31 Uhr
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Das Schulhaus Buche in Dagmersellen.

(Gemeinde Dagmersellen)

DAGMERSELLEN - LU - Während zwei Wochen dürfen Kinder nicht mit dem Auto zur Schule gebracht werden.

«Innerhalb einer Viertelstunde fuhren etwa 20 Autos auf den Schulhausplatz und wendeten inmitten der spielenden Kinder», sagt der Dagmerseller Gemeinderat Martin Luternauer (CVP) zum «Willisauer Boten». «Wir wollten diese Entwicklung bremsen, bevor es brenzlig wird.»

Seit Montag werden die direkten Zufahrten zum Schulhaus werktags von 7.30 bis 8.30 Uhr sowie von 12.45 bis 13.45 Uhr gesperrt. Der Versuch dauert bis Ende nächster Woche.

Bisher habe es noch keine negativen Reaktionen gegeben, meint Daniel Pfister, Leiter Bau und Infrastruktur Dagmersellen. «Aber ich mache mir nichts vor. Kopfschütteln wird es gegeben haben», sagt er zum «Willisauer Boten». Zudem würden einige Eltern ihre Kinder wohl einfach an einem anderen Ort absetzen.

Appelle an Eltern nützten nichts

Grundsätzlich sei die Bilanz nach einer Woche aber positiv. «Unsere Aktion zieht Aufmerksamkeit auf sich und bleibt hoffentlich in den Köpfen hängen.» Klar sei es aufwendig, die Kinder auf dem Fussweg zu begleiten und sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. «Eltern sollen sich deshalb untereinander organisieren und in der Betreuung abwechseln», sagt Luternauer. Ein Kind lerne nur durch eigene Erfahrung, wie es sich im Verkehr verhalten muss.

Das Thema ist nicht neu. «Wir appellierten an die Eltern, verteilten Flyer, zeigten ihnen die Vorteile des Fussmarsches an Elternabenden auf», sagt Gesamtschulleiter Josef Rütter. «Genützt hat alles nichts.» Die Eltern wollten zwar das Beste für ihr Kind, würden ihm mit dem Fahrdienst aber keinen Gefallen tun. Der Schulweg gebe dem Kind wichtigen Freiraum – etwa um Kontakte zu knüpfen.

Dieser Meinung ist auch Rolf von Rohr, Volksschulrektor der Stadt Luzern: «Wir weisen Eltern an Elternabenden darauf hin.» Eine Massnahme wie in Dagmersellen stehe in Luzern jedoch überhaupt nicht zur Diskussion. «Die Verkehrssituation ist ganz anders als im kleineren Dagmersellen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das hier umsetzen soll.»

In Dagmersellen dagegen ist es laut Luternauer möglich, dass aus dem Versuch sogar eine fixe Sperrung wird, falls sich die Situation nicht verbessert. (dhs)

Beliebteste Kommentare

  • gerber  rolf
    Gratuliere ! hoffentlich machen es andere nach !
  • Beatrice  Gräub , Merenschwand
    Wäre schon lange an der zeit,unsere Jungen sind zu verweichlicht

Alle Kommentare (34)

  • fritz peter  friedli , utzenstorf
    Ein Bravo an den Gemeinderat von Dagmersellen LU. Wir durften schon für den Kindergarten 1951 in Rümlang ZH, 2 Km hin und 2 Km zurück laufen. Dann von der 1. Klasse an, 2 Km am Morgen zur Schule, dann 2 Km nach Hause zum Mittagessen, dann 2 Km zur Schule, und am Abend wieder 2 Km nach Hause. Das waren mit Umwegen beim Besuch von Gschpändli, manchmal bis 10 Km pro Tag. Das heisst, Mo., Di.ganze, am Mi. die halbe, Do., Fr. die ganze, Sa. die halbe Distanz. Das heisst 40 Km und mehr pro Woche zu Fuss. Das Resultat, von diesem frühen Marschtraining, war die militärische Einteilung bei der Infanterie als Füsilier. Heute sieht die Welt schon anders aus, aber nicht besser und die Ängstlichkeit der Eltern ist zum Teil fast übertrieben. Wichtig ist am Anfang ist eine gute Begleitung der Kinder und die Verhaltensregeln auf dem Trottoir und der Strasse vorleben. Was heute auf der Strasse vor Schulanlagen, an Gefahren von manövrierenden Autos abgeht ist zum Teil erschreckend.
    • 25.08.2012
    • 91
    • 6
  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Das zeigt doch eindeutig, dass die Mütter von Kindern unterbeschäftigt sind!
    Anschliessend gehts zum Kaffee Tratsch.
    Dafür gibts zu Hause für den Ehemann ähnliches wie Schappi aus der Dose!
  • Weber  Jack , Zürich , via Facebook
    Hamm,in Jedem Drittwelt Land werden die Kinder in die schule Gefahren.Auto Motorada mit 3-4 Personen.und die kein Geld haben Laufen.nicht wegen der Gesundheit.
    • 25.08.2012
    • 5
    • 72
  • Roger  Garnier , Buchs ZH
    Wo ist die Rechtsgrundlage für ein solches Verbot zu finden? Keine Schule hat den Eltern vorzuschreiben wie ihr Kind zur Schule kommt, zudem sind die Eltern für den Schulweg verantwortlich und nicht die Schule. Gesunder Menschenverstand wäre aber bei den Eltern angebracht!
  • Hanspeter  Niederer
    Aus verhätschelten Kindern werden unzufriedene, rücksichtslose Erwachsene. Zudem haben diese Kinder ein höheres Risiko, überfahren zu werden, da ihnen die Anleitung zum richtigen Verhalten im Verkehr nicht geboten wird durch ihre Eltern und sie ein Erfahrungsmanko im Verkehr haben durch das rumchauffiert werden.
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