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Das Schulhaus Buche in Dagmersellen.
(Gemeinde Dagmersellen)DAGMERSELLEN - LU - Während zwei Wochen dürfen Kinder nicht mit dem Auto zur Schule gebracht werden.
«Innerhalb einer Viertelstunde fuhren etwa 20 Autos auf den Schulhausplatz und wendeten inmitten der spielenden Kinder», sagt der Dagmerseller Gemeinderat Martin Luternauer (CVP) zum «Willisauer Boten». «Wir wollten diese Entwicklung bremsen, bevor es brenzlig wird.»
Seit Montag werden die direkten Zufahrten zum Schulhaus werktags von 7.30 bis 8.30 Uhr sowie von 12.45 bis 13.45 Uhr gesperrt. Der Versuch dauert bis Ende nächster Woche.
Bisher habe es noch keine negativen Reaktionen gegeben, meint Daniel Pfister, Leiter Bau und Infrastruktur Dagmersellen. «Aber ich mache mir nichts vor. Kopfschütteln wird es gegeben haben», sagt er zum «Willisauer Boten». Zudem würden einige Eltern ihre Kinder wohl einfach an einem anderen Ort absetzen.
Grundsätzlich sei die Bilanz nach einer Woche aber positiv. «Unsere Aktion zieht Aufmerksamkeit auf sich und bleibt hoffentlich in den Köpfen hängen.» Klar sei es aufwendig, die Kinder auf dem Fussweg zu begleiten und sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. «Eltern sollen sich deshalb untereinander organisieren und in der Betreuung abwechseln», sagt Luternauer. Ein Kind lerne nur durch eigene Erfahrung, wie es sich im Verkehr verhalten muss.
Das Thema ist nicht neu. «Wir appellierten an die Eltern, verteilten Flyer, zeigten ihnen die Vorteile des Fussmarsches an Elternabenden auf», sagt Gesamtschulleiter Josef Rütter. «Genützt hat alles nichts.» Die Eltern wollten zwar das Beste für ihr Kind, würden ihm mit dem Fahrdienst aber keinen Gefallen tun. Der Schulweg gebe dem Kind wichtigen Freiraum – etwa um Kontakte zu knüpfen.
Dieser Meinung ist auch Rolf von Rohr, Volksschulrektor der Stadt Luzern: «Wir weisen Eltern an Elternabenden darauf hin.» Eine Massnahme wie in Dagmersellen stehe in Luzern jedoch überhaupt nicht zur Diskussion. «Die Verkehrssituation ist ganz anders als im kleineren Dagmersellen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das hier umsetzen soll.»
In Dagmersellen dagegen ist es laut Luternauer möglich, dass aus dem Versuch sogar eine fixe Sperrung wird, falls sich die Situation nicht verbessert. (dhs)
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