Tabu-B(r)uch Der Weiberlästerer knöpft sich Kampf-Emanzen vor

  • Publiziert: 08.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Georg Nopper
play Ex-SVP-Politiker René Kuhn ging unter die Autoren. (Sonntagsblick)

LUZERN – Ex-SVP-Politiker René Kuhn (42) verlor sämtliche Ämter, weil er über linke Schweizer Frauen herzog. Jetzt hat er ein Buch veröffentlicht, mit dem er den «Vogelscheuchen» helfen will.

Ein Frauenhasser sei er nicht, sagt René Kuhn. Im Gegenteil. «Ich liebe Frauen über alles», so der ehemalige Luzerner Lokalpolitiker zu Blick.ch. «Ich habe nur etwas gegen Kampf-Emanzen.»

Ausgerechnet diesen will er nun mit einem Buch unter die Arme greifen. Er will ihnen helfen, zurück zu ihrer Weiblichkeit zu finden.

«Wieso verdecken sie ihre durchaus vorhandenen körperlichen Reize?», fragt Kuhn in seinem Erstlingswerk. «Wieso latschen sie wie Enten durch die Landschaft, statt dass sie ihren Körper strecken, die Schultern zurücknehmen würden, und so zwangsläufig die Brust präsentieren?»

«Verfilzte Weiber», «Vogelscheuchen»


Was Kuhn unter «Kampf-Emanzen» versteht, machte er bereits im Sommer klar, als ein Blog-Eintrag sogar in seiner eigenen Partei, der SVP, für Empörung sorgte: «verfilzte Weiber», «Vogelscheuchen». Kuhn musste darauf sämtliche politischen Ämter an den Nagel hängen.

Der Informatiker konnte sich fortan ganz seinem Lieblingsthema, der Frauenwelt, widmen. Und schrieb seine Gedanken dazu in Buchform nieder. «Zurück zur Frau», so der Titel. Untertitel: «Weg mit den Mannsweibern und Vogelscheuchen – ein Tabubruch»

Seit gestern ist das Werk im Handel erhältlich. 1000 Stück seien bereits vorbestellt und geliefert worden. Die Reaktionen auf das Buch seien fast durchgehend positiv. «Was mich verwundert: Das Buch wird vor allem von Frauen gekauft», sagt Kuhn.

Generalangriff auf Lehrerinnen und Beamtinnen


Offenbar sind das aber keine Lehrerinnen oder Beamtinnen in Kultur- oder Sozialämtern. Denn gegen diese bläst Kuhn in seinem Buch zum Generalangriff: «Als staatliche Steuergeldverzehrerin kann man bis auf Chefbeamtinnen-Stufe rumlaufen wie der letzte Clochard.»

Weniger pauschal ist Kuhns Urteil über «schlampige Ehefrauen». Oft seien die Männer nämlich selber schuld, wenn sich ihre Angetrauten keine Mühe mehr geben würden. «Weil es die meisten Männer wie der Teufel das Weihwasser scheuen, auch nur die leiseste Kritik an ihren Frauen zu üben, aus Angst zusammengestaucht zu werden und keine ruhige Minute mehr zu haben.»

«Sehen Sie doch einmal in den Spiegel»

Allen Frauen, die sich durch seine Ausführungen angesprochen oder beleidigt fühlen, gibt Kuhn den folgenden Rat: «Sehen Sie doch einmal in den Spiegel. Haben Sie Mut zu mehr Attraktivität und Weiblichkeit!»

Ob sich das die «Vogelscheuchen» zu Herzen nehmen? Der notorische Lästerer und Missionar für mehr Weiblichkeit ist zuversichtlich, dass er zumindest bei der jüngeren Generation von Frauen Anklang findet. «Die geben nichts mehr auf das Geplapper der Kampf-Emanzen», sagt Kuhn.

play Wer ist die Frau auf dem Buchdeckel? René Kuhn: «Die Dame habe ich leider nicht kennengelernt.» (ZVG)

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