Weniger und günstiger bauen Der Kanton Zug will sein Wachstum bremsen

ZUG - ZG - Der Zuger Regierungsrat ändert seine Ziele: Das Bevölkerungswachstum soll verlangsamt werden. Zudem braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum.

  • Publiziert: 29.08.2012
  • Von Srefan Dähler

Die Schweiz zeichnet ein starkes Bevölkerungswachstum auf. In diesem Sommer wurde die Grenze von acht Millionen Einwohnern geknackt. Die Folgen sind überalls spürbar: Mangelnder Wohnraum, höhere Mieten, grosse Bautätigkeit verbunden mit starker Zersiedelung.

Auch der Kanton Zug leidet als attraktiver Wirtschaftsstandort und steuergünstiger Wohnkanton darunter. Im Kanton Zug hat die Bevölkerung allein seit dem Jahr 2000 um über 15 Prozent zugenommen. Jetzt zieht die Zuger Regierung die Notbremse.

«Wachstum mit Grenzen» heisst die Massnahme, die der Zuger Regierungsrat heute vorgestellt hat. Reguliert werden soll dies über einen neuen kantonalen Richtplan. 

Wachstum bremsen

Heute wohnen etwas mehr als 115'000 Personen im Kanton Zug. Bis 2020 soll die Bevölkerung auf rund 127'000 Personen anwachsen. Das sind 3000 weniger als im aktuellen Richtplan. In den darauffolgenden zehn Jahren bis 2030 soll die Bevölkerung dann nur noch um 8000 Personen zunehmen. 

Dazu sind im neuen Richtplan folgende Massnahmen vorgesehen: Gemeinden sollen auf grosse Neueinzonungen von Bauland verzichten.

Falls eine Gemeinde mehr Bevölkerungswachstum will, müsste verdichtet gebaut werden. Der Regierungsrat schätzt, dass so noch Platz für 11'000 Personen entstehen könnte.

Zahlbare Wohnungen sind Mangelware

Damit nicht nur Vermögende in den Kanton ziehen, respektive Bürger mangels günstiger Wohnungen zum Wegzug gezwungen werden, sollen Kanton und Gemeinden handeln und auf eigenem Land günstigere Wohnungen anbieten

Bevor der Kantonsrat über den Richtplan berät, kann die Bevölkerung bis zum 30. Oktober Vorschläge dazu machen.

Beliebteste Kommentare

  • Marc  Haller , Bern
    Das klingt schon mal sehr vernünftig. Schluss mit dem Wachstumswahn! Die schweizer Volkswirtschaft muss so gestaltet werden, dass sie ohne Wachstum in allen Bereichen inkl. Sozialwerke perfekt funktioniert, denn sonst machen wir uns zum Sklaven des Wachstums mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität, so wie sie sich in vielen Schattierungen bereits heute zeigt. Schön zu sehen, dass immer mehr Bürger dies genau so sehen und Neueinzonungen von Bauland mehr und mehr an der Urne scheitern.
  • manu  podolak , cham
    Wird auch langsam zeit. Habe mich vor kurzem umgeschaut wegen wohnungen im kt. Zug und man findet eine 3 zimmerwohnung nicht unter 2300fr. Wie soll das ein normaler handweker noch bezahlen können?
    • 29.08.2012
    • 58
    • 3

Alle Kommentare (8)

  • Rosa  Hösli
    Kann man sich in Zug ohne Englisch eigentlich noch verständigen?
    • 30.08.2012
    • 8
    • 0
  • Hans  Gusen , Zug
    Auf Spielplätzen in Walchwil oder der Stadt Zug wird häufig Schriftdeutsch oder Russisch gesprochen. Die Kosten für Eigentum haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Am Hang zahlt man für das Land bereits über 5.000./m2, an normalen Lagen um die 1.500./m2.
    • 30.08.2012
    • 15
    • 0
  • Peter  Wullinger , Zug
    Zug macht es wieder einmal allen vor wie es richtig gemacht wird. Die meisten anderen Kantone bezeihen lieber Sozialhilfe NFA und jammern den ganzen Tag. Wenn das so weitergeht sollte Zug im Nationalrat ein Vetorecht bekommen. Die Sozialhilfeempfänger allen voran Bern sollten ihr Kontingent an Nationalräten gekürzt bekommen.
    • 30.08.2012
    • 10
    • 8
  • Martin  Rhyner , via Facebook
    Wer A sagt, muss auch B sagen. Wenn man die Freizügigkeit möchte muss man damit rechnen das mehr Wohnraum benötigt wird. Wenn es Flachenmässig nicht reicht, baut die Häuser einfach ein wenig höher als nur 2, 3 Stockwerke. Höher, Weiter, Schneller, das ist doch die Parole des Wachstums. Also. Wenns knapp wird einfach noch 10, 15 Stockwerke höher bauen.
    • 29.08.2012
    • 5
    • 13
  • manu  podolak , cham
    Wird auch langsam zeit. Habe mich vor kurzem umgeschaut wegen wohnungen im kt. Zug und man findet eine 3 zimmerwohnung nicht unter 2300fr. Wie soll das ein normaler handweker noch bezahlen können?
    • 29.08.2012
    • 58
    • 3
    • Andreas  Lander , Goldau , via Facebook
      Genau aus diesem Grund bin ich nach Goldau umgezogen, eine etwas grössere Wohnung 100m2 kriegt man in Zug kaum noch unter 3000.- Miete, in Goldau bin ich keine 20min von Zug weg und bezahle für eine moderne 5 Jahre alte 120m2 Wohnung inkl. Nebenkosten und zwei Garagenplätzen knapp 2000.- ;- und 12000.- Mietunterschied im Jahr hole ich bestimmt nicht mit den tieferen Steuern in Zug wieder rein ;-
      • 30.08.2012
      • als Kommentar auf manu  podolak , cham
      • 15
      • 0
    • anneliese  hofer
      Es sind in Zug zahlbare Wohnungen zu finden,aber man muss sich umschauen und vielleicht geht es auch ohne allen Schnickschnack,wie WLAN ,Dampfgarer und Waschmaschine in jeder Wohnung
      • 30.08.2012
      • als Kommentar auf manu  podolak , cham
      • 0
      • 1
Seite 1 2 »
Seitenanfang

Top 3

1 P-16-Crash 1958 Der letzte Schweizer Düsenjet stürzte abbullet
2 Roter Jaguar ausser Kontrolle 70-Jähriger fährt Passantin totbullet
3 Gar nicht herzig 300-Kilo-Bulle attackiert Bauer (60)bullet

Schweiz