ZUG - ZG - Der Zuger Regierungsrat ändert seine Ziele: Das Bevölkerungswachstum soll verlangsamt werden. Zudem braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum.
Die Schweiz zeichnet ein starkes Bevölkerungswachstum auf. In diesem Sommer wurde die Grenze von acht Millionen Einwohnern geknackt. Die Folgen sind überalls spürbar: Mangelnder Wohnraum, höhere Mieten, grosse Bautätigkeit verbunden mit starker Zersiedelung.
Auch der Kanton Zug leidet als attraktiver Wirtschaftsstandort und steuergünstiger Wohnkanton darunter. Im Kanton Zug hat die Bevölkerung allein seit dem Jahr 2000 um über 15 Prozent zugenommen. Jetzt zieht die Zuger Regierung die Notbremse.
«Wachstum mit Grenzen» heisst die Massnahme, die der Zuger Regierungsrat heute vorgestellt hat. Reguliert werden soll dies über einen neuen kantonalen Richtplan.
Heute wohnen etwas mehr als 115'000 Personen im Kanton Zug. Bis 2020 soll die Bevölkerung auf rund 127'000 Personen anwachsen. Das sind 3000 weniger als im aktuellen Richtplan. In den darauffolgenden zehn Jahren bis 2030 soll die Bevölkerung dann nur noch um 8000 Personen zunehmen.
Dazu sind im neuen Richtplan folgende Massnahmen vorgesehen: Gemeinden sollen auf grosse Neueinzonungen von Bauland verzichten.
Falls eine Gemeinde mehr Bevölkerungswachstum will, müsste verdichtet gebaut werden. Der Regierungsrat schätzt, dass so noch Platz für 11'000 Personen entstehen könnte.
Damit nicht nur Vermögende in den Kanton ziehen, respektive Bürger mangels günstiger Wohnungen zum Wegzug gezwungen werden, sollen Kanton und Gemeinden handeln und auf eigenem Land günstigere Wohnungen anbieten
Bevor der Kantonsrat über den Richtplan berät, kann die Bevölkerung bis zum 30. Oktober Vorschläge dazu machen.
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