
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Der Mann aus Morschach SZ ist ein komischer Vogel. Markus W.* (47) hat seine Finger bei unzähligen Firmen im Spiel. Vordergründig ist er der smarte Treuhänder, der in Brunnen SZ einst ein Büro gründete und leitete. Doch jetzt soll sich W. bei Geschäften in Deuschland die Hände schmutzig gemacht haben.
Die Vorwürfe gegen den Schweizer sind happig: Er soll über 300 000 Leichtgläubige um ihr Geld betrogen haben. Seine Masche funktionierte per Telefon: Callcenter-Mitarbeitende gaben Ahnungslosen an, sie hätten an einem Gratis-Gewinnspiel teilgenommen, das künftig kostenpflichtig sei. Für die Bezahlung brauche man die Bankverbindung.
Mit dieser Überrumpelungs-Strategie wurde den Opfern per Lastschrift Geld abgebucht – total fast 26 Millionen Franken. Nur 38 Prozent merkten die Abzocke und liessen sich von der Bank den Betrag zurückbuchen.
Welche Rolle spielte dabei der Schweizer Markus W.? Staatsanwalt Klaus Pollmann zu BLICK: «Es besteht der Verdacht, dass er massgeblich daran beteiligt war.» Man habe Hinweise bekommen, wie in diesen dubiosen Lotto-Callcentern gearbeitet wurde.
Bei der Betreiberfirma stiess die Staatsanwaltschaft auf Markus W., dessen Firma die fraglichen Abbuchungen vorgenommen hatte. Pollmann: «Darauf haben wir den Schweizer wegen Fluchtgefahr in U-Haft genommen.»
Die Ermittler nahmen den Treuhänder fest, als er vor dem Arbeitsgericht in Lörrach (D) erscheinen musste.
* Name der Redaktion bekannt
play
Markus W. soll der Kopf einer Betrügerbande sein.