Heisse Lohn-Abrechnung CVP-Kantonsrat verschickt sexy Flyer an Spital-Angestellte

  • Publiziert: 17.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

LUZERN – Die Mitarbeiter des Kantonsspitals Luzern freuten sich – mit ihrem Novemberlohn kam auch ein sexy Dessous-Flyer. Organisiert hat die Aktion Kantonsrat Pius Zängerle. Doch jetzt rudert er zurück.

Geld und Sex vertragen sich bekanntlich recht gut. Das dachte sich wohl auch die Leitung des Luzerner Kantonsspitals, als sie ihren Mitarbeitern mit dem Lohnbrief eine sexy Dessous-Werbung zukommen liessen. Als die Angestellten des Kantonsspitals Luzern ihren Auszug des Novemberlohns öffnen, lachen ihnen zwei Models in schwarzen Strapsen, Spitzenmieder und knackenger Boxershorts entgegen.

CVP-Kantonsrat hatte die aufreizende Idee

Und das Beste: Die aufreizende Unterwäsche gibts, passend zum Fest, auch noch um bis zu 30 Prozent günstiger! Aber wem haben die Spitalmitarbeiter diesen sexy Lohnbrief zu verdanken? Keinem geringerem als dem CVP-Kantonsrat Pius Zängerle. Der CVPler ist Spitalratsmitglied und gleichzeitig – ach wie praktisch – Geschäftsführer der Luzerner Unterwäsche-Vertriebsfirma «underwear24.ch», wie die «Neuer Luzerner Zeitung» heute berichtet.

Zängerle bestreitet die Vermittlung nicht und auf die Frage, ob er seine Position als Spitalrat ausgenutzt habe, antwortet er: «Es war kein einseitiger Nutzen und es schadete niemandem.» Auch Zängerles Geschäftsführerkollege bei «underwear24.ch», Stefan Erzinger, sieht die Sache nicht so eng: «Ich finde eigentlich jedes H&M-Plakat gewagter», antwortet er lächelnd der «Neuer Luzerner Zeitung».

Die Spitaldirektion findet die sexy Werbung dann aber nicht so passend: «Als die Direktion den heissen Flyer sah, entschied sie, die Aktion sofort zu stoppen», sagt die Sprecherin des Kantonsspitals, Jeannette Nagy. Für zahlreiche Lohnbriefe ist es da allerdings schon zu spät. Wie viele von den 5000 gedruckten Flyern bereits aufgeliefert wurden, kann Nagy nicht sagen.

In Zukunft sexy Werbung nur noch per Intranet

Immerhin: Negative Rückmeldung des Personals hätte es bis jetzt nicht gegeben. Trotzdem: «Wir werden in Zukunft die Lohnabrechnung nicht mehr mit Werbung vermischen», so Nagy. Spezialangebote für Angestellte würden ab jetzt nur noch im Intranet publiziert. (s5j)

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