Neidischer Imker? 240‘000 Bienen böswillig abgefackelt!

  • Publiziert: 02.07.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Roman Neumann

DAGMERSELLEN - LU - Wanderimker Heinz Born stellt seine Bienenvölker in die Wälder bei Dagmersellen. Einige sind nur noch ein Häufchen Asche. Wars ein neidischer Imker?

Mitten in einem Wald bei Dagmersellen schlagen am Dienstagabend meterhohe Flammen aus einem Holzgebilde. Es brennt lichterloh! Drei Fussgängerinnen sehen den Rauch, alarmieren den Vize-Kommandanten der Feuerwehr Altishofen, Stefan Meier. Dieser geht vor Ort und kann die Reste des Feuers löschen. Die Flammen haben ringsherum die Bäume angesengt, nur mit Glück bricht kein Waldbrand aus.

Der Brand wurde mutwillig gelegt: Die Holzgebilde, das waren die Bienenvölker von Wanderimker Heinz Born aus Lostorf SO. Er zieht durch die Schweiz, stellt seine Bienen auf und lässt sie Honig sammeln. 15 Völker mit je 40‘000 Bienen hat er in Dagmersellen stationiert – sechs davon sind zerstört, liegen als Asche auf dem Waldboden.

Gezielter Brandanschlag

Heinz Born ist wütend: «Da hat jemand mit Brandbeschleuniger meine Völker angezündet.» Er ist überzeugt: «Das war kein Lausbubenstreich.» Die Völker seien mitten im Wald, da komme man nicht zufällig hin. «Das war gezielt», sagt er verbittert.

Diesen Eindruck hat auch die Polizei. «Auf den ersten Blick sieht es nach Brandstiftung aus», sagt Simon Kopp von der Kantonspolizei Luzern. Auch Feuerwehrmann Stefan Meier ist davon überzeugt, kann aber ebenfalls nur Vermutungen anstellen. «Ich kann mir nicht vorstellen, wie das sonst hätte brennen können», sagt er zu Blick.ch.

Mehrere tausend Franken Schaden

Imker Heinz Born hat sich die Weisstannen-Wälder in Dagmersellen ausgesucht, um Weisstannen-Honig herzustellen. Die Bienen machten gute Arbeit, er hätte 20-30 Kilo von jedem Volk ernten können. «Das sind 180 Kilo Honig, die einfach futsch sind», sagt Born verbittert. Das Kilo verkaufe er für 24 Franken, mehr als 4000 Franken hätte er damit eingenommen. Doch alles ist verbrannt.

«Ich glaube, da konnte ein anderer Imker nicht verputzen, dass ich gesunde Bienenvölker habe», sagt Born verbittert. Unter den Imkern herrscht grosser Druck. 20 bis 30 Prozent der Bienenvölker haben den strengen Winter nicht überlebt. Viele Völker sind krank. Varroamilben und die Sauerbrutkrankheit rafften viele dahin.

Heinz Born hat nun Anzeige gegen den Feuerteufel eingereicht.

play Imker Heinz Born vor seinem zerstörten Bienestock im Wald. (ZVG)

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