Wraps statt Kutteln: Der TipTopf wird 30 - und cool

Das Kochbuch war eine kleine Revolution und wurde 2,2 Millionen Mal verkauft. Der Tiptopf ist das erste kantonsübergreifende und meistverkaufte Lehrmittel der Schweiz. Jetzt feiert es einen Runden.

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Der Tiptopf erfuhr in seinen 30 Jahren drei Überarbeitungen. Keystone

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Vor 30 Jahren verfassten zwei Autorinnen aus Bern, zwei aus Zürich, eine aus Luzern und eine Expertengruppe mit Vertreterinnen aus anderen Kantonen den «Tiptopf». Es war das erste harmonisierte Lehrmittel der Schweiz und «eigentlich revolutionär», schreibt die «Basler Zeitung» heute in einer Lobeshymne auf den Schinken.

Vom «Tiptopf» gingen 2,2 Millionen Exemplare über den Ladentisch. Es ist kein eigentliches Kochbuch, sondern ein Basis-Lehrmittel: Es lehrt die verschiedenen Techniken wie Dämpfen oder Dünsten. Es vermittelt Inhalte wie die Ernährungspyramide und die Saisontabelle. Aber es bietet auch zahlreiche Basis-Rezepte mit Geling-Garantie – zum Beispiel den Butterzopf.

Erinnerungen haften wortwörtlich an den Seiten

Das Buch gehört zum Kochunterricht in der Oberstufe. Nicht wenige tragen Flecken davon und Erinnerungen an die Klassenkameraden von damals. Nicht wenige dieser Bücher stehen heute in den Küchenschränken vieler inzwischen erwachsener Männer und Frauen, die vermutlich immer noch den Namen ihrer Hauswirtschaftslehrerin wissen und Anekdoten vom Kochunterricht erzählen könnten. Sie kramen den «Tiptopf» hervor, wenn sie ein Gemüse kochen wollen, das sie zuvor noch nie zubereitet haben. Oder wenn sie nicht mehr wissen, wie viel von welcher Zutat in die Bolognese-Sauce gehört.

«Der Tiptopf ist inzwischen Kult», sagt Ursula Affolter, eine der Autorinnen, zur «Basler Zeitung». «Man findet alle Basics darin, von A bis Z. Und Basics verändern sich nicht.»

Kutteln will keiner mehr zubereiten

Dennoch gingen die Jahre auch am «Tiptopf» nicht spurlos vorbei. Denn 1986 standen der Aufstieg von Rucola, Olivenöl oder Aceto balsamico erst noch bevor. Inzwischen gab es drei Überarbeitungen. Hinzugekommen ist die Abteilung «Snacks & Lunches» – man lernt etwa, wie man einen Wrap zubereitet. Dafür will heute niemand mehr Kutteln oder Läberli kochen – sie sind aus dem Lehrmittel verschwunden.

«Nicht mehr so in Mode sind auch Gerichte wie Riz Casimir oder Toast Hawaii», erzählt Monika Jaun, eine weitere Autorin. «In den 80er-Jahren war das noch ein grosser Renner, heute kennen es die Kinder gar nicht mehr.» (ct)

Publiziert am 18.02.2016 | Aktualisiert am 19.02.2016
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7 Kommentare
  • Sebastian  Henze aus Zürich
    19.02.2016
    Schade, dass da immer revisioniert wird.
    Erst letztes Jahr habe ich mir den TipTopf gekauft und war etwas enttaeuscht, da diverse Rezepte anders waren. Klar soll man auf die Kalorien achten, aber bitte ueberlasst es uns wie wir die Gerichte zubereiten...
    Dass jetzt auch noch Rezepte entfallen, finde ich noch viel schlimmer.
    Wie schon geschrieben, faende ich eine TipTopf-App super. Genial waere dann noch, wenn man eine Zeitleiste hat und die Rezepte von verschiedenen Auflagen angucken koennte.
    • Corina  Berner , via Facebook 19.02.2016
      Ich sage nichts wenn gewisse Rezepte wie Kutteln wegfallen aber Leberli steht leider nicht mal in meinem TipTopf und musste extra Schwiegermutter fragen wie man sowas den genau macht ohne dass sie Zäh werden. So einige Sachen verändern sich was auch gut ist aber wiederum auch Sachen die mein Kind liebt und vl.mit 20 Jahren nicht Mama anrufen will wie man den jetzt genau dies oder jenes macht ohne 1000 Kochbücher zubesitzen.
  • Corina  Berner , via Facebook 19.02.2016
    Ich hab zwar nichtt mehr mein Orginal sondern von einem meiner Mitschüler damals bekommen und bald steht das Neue TipTopf Kochbuch im Regal wenn es den bis dato noch Pflichtunterricjt ist in der Oberstufe die Hauswirtschaft :)
  • timo  schenker 18.02.2016
    Fondue ohne Wein, ja, eine tolle Errungenschaft im Jahre 2016...
  • Alex  Schaer aus Neuchâtel
    18.02.2016
    Ich stand vor 15 Jahren nach Trennung und Scheidung ganz alleine da und hatte keine Ahnung vom Kochen. Ich habe mir den Tiptopf besorgt um kochen zu lernen. Fürs Wochende waren meine zwei Kinder angemeldet. Die Mutter hatte sie vorgewarnt, dass Papi nicht kochen könne. Nachdem Wochenende sind die Kleinen zur Mutter zurückgekehrt und haben ihr stolz erklärt, dass Papi ganz gut gekocht hat! Danke TipTopf!
  • Tom  Bansi aus Orpund
    18.02.2016
    es wird Zeit für eine TipTopf-App! dafür würde ich sogar zahlen.