Martin Kiesewetter (67), forensischer Psychiater, über die Beweggründe des 28-jährigen Täters im Fall Hirschthal.
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Das Fahndungsfoto der Kantonspolizei Aargau: Erkannt wurde er kurz nach der Tat durch die Kratzspuren im Gesicht.
BLICK: Was geht in jemandem vor, der eine solche Tat verübt?
Martin Kiesewetter (Bild): Er kann von Sehnsucht, Enttäuschung, Wut, Rache und dem Wunsch nach ihn erlösender Macht getrieben sein. Eine genauere Antwort ist heute nicht möglich.
Hat Heinz Käser sein Opfer zufällig ausgewählt?
Möglich. Oder aber aufgrund bestimmter Merkmale. Dies wird sich in den Ermittlungen zeigen. Dass der Tatort in vertrauter Umgebung liegt, verwundert mich nicht.
War das Verbrechen geplant?
Es ist davon auszugehen, dass Fantasien den Täter zu der Tat antreiben. Insofern ist die Tat in Gedanken häufig vorgestaltet, gibt es schon in der Vergangenheit zunächst noch abgebrochene Vorbereitungshandlungen. Die Tat kann dann durchaus nach seinem «Drehbuch» verlaufen. Auch die Mitnahme der Waffe lässt auf planhaftes Tun schliessen.
Ist Heinz Käser nekrophil, wollte er wirklich Sex mit einer Toten?
Nein, Nekrophilie sieht anders aus und hat nichts mit einer aktiven Tötungshandlung zu tun. Tötung des Opfers und anschliessende Schändung lassen an das Gefühl kompletter Macht und nicht zu erwartender Gegenwehr gegen die sexuelle «Zuwendung» denken.
Kann ein solcher Täter therapiert werden?
Grundsätzlich sind gut wirksame Behandlungsmethoden für solche Täter unbekannt. Es gibt zwar Behandlungsan-sätze, diese sind aber sehr langfristig und – je nach Täter – unklar im Erfolg.
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