Psychiater über den Fall Hirschthal Wollte der Täter wirklich Sex mit einer Toten?

Martin Kiesewetter (67), forensischer Psychiater, über die Beweggründe des 28-jährigen Täters im Fall Hirschthal.

  • Publiziert: 02.08.2012
  • Interview: Tobias Winterberg
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Das Fahndungsfoto der Kantonspolizei Aargau: Erkannt wurde er kurz nach der Tat durch die Kratzspuren im Gesicht.

BLICK: Was  geht in jemandem vor, der eine solche Tat verübt?
Martin Kiesewetter (Bild): Er kann von Sehnsucht, Enttäuschung, Wut, Rache und dem Wunsch nach ihn erlösender Macht getrieben sein. Eine genauere Antwort ist heute nicht möglich.

Hat Heinz Käser sein Opfer zufällig ausgewählt?
Möglich. Oder aber aufgrund bestimmter Merkmale. Dies wird sich in den Ermittlungen zeigen. Dass der Tatort in vertrauter Umgebung liegt, verwundert mich nicht.

War das Verbrechen geplant?
Es ist davon auszugehen, dass Fantasien den Täter zu der Tat antreiben. Insofern ist die Tat in Gedanken häufig vorgestaltet, gibt es schon in der Vergangenheit zunächst noch abgebrochene Vorbereitungshandlungen. Die Tat kann dann durchaus nach seinem «Drehbuch» verlaufen. Auch die Mitnahme der Waffe lässt auf planhaftes Tun schlies­sen.

Ist Heinz Käser nekrophil, wollte er wirklich Sex mit ­einer Toten?
Nein, Nekrophilie sieht anders aus und hat nichts mit einer aktiven Tötungshandlung zu tun. Tötung des Opfers und anschliessende Schändung lassen an das Gefühl kompletter Macht und nicht zu erwartender Gegenwehr gegen die sexuelle «Zuwendung» denken.

Kann ein solcher Täter therapiert werden?
Grundsätzlich sind gut wirksame Behandlungsmethoden für solche Täter unbekannt. Es gibt zwar Behandlungs­an-sätze, diese sind aber sehr langfristig und – je nach Täter – unklar im Erfolg.

Lesen Sie auch: Der verhinderte Frauenmörder von Hirschthal: Polizei sucht in der ganzen Schweiz Opfer

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Beliebteste Kommentare

  • Terra  Nova
    Solche Menschen können nicht therapiert werden!! Wenn jemand eine solche Tat begeht ist es definitiv zu spät! Wenn, dann können nur potentielle Täter therapiert werden, nur ist es meistens sehr schwierig diese früh genug zu erkennen.
  • Thierry  Eutone , Bulle
    Der Freak hat der jungen Frau in den Kopf geschossen BEVOR er sich an ihr vergehen wollte ... erinnert mich schwer an Ted Bundy, absolut krank

Alle Kommentare (14)

  • Anita  Leimgruber , Unterentfelden
    Ich hoffe, dass der Richter nie auf die völlig unwirklichen Aussagen von Psychologen und Psychiatern eingehen werden.
    Für mich laufen die Aussagen dieser "Fachleute" im Bereich der Religionen.
    • 02.08.2012
    • 6
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  • steve  schenk , Bern
    Ja klar 20 jahre therapieren und dann wieder drauf los es hat ja jeder das recht zu leben nur die Opfer nicht
    • 02.08.2012
    • 16
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  • Pascal  Biri , Rothrist , via Facebook
    Wenn sie wissen wollen was da wirklich schief lief müssen sie nur mal seine Jugend durchleuchten. Dann wir jedem klar und es verwundert auch niemanden mehr das sowas passiert ist. Ein komischer Kauz, Eigenbrödler und gehänselt worden. Würde mich auch nicht wundern wenn er noch nie eine Freundin gehabt hat.
    • 02.08.2012
    • 5
    • 3
  • Heinz R.  Staub
    Dermassen kranke Menschen muss man einfach wegsperren, kaum auszudenken, wenn der meiner Tochter begegnet.
    • 02.08.2012
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    • 1
  • Meier  Daniel
    habe gerade eben das Buch über Jack Unterweger "Der Mann aus dem Fegefeuer" gelesen. Mithilfe von Psychiatern und Politikern kam Unterweger vorzeitig aus der Haft um danach nochmals 11 Morde zu begehen. Unterweger sei resozialisiert und er sollte ein Vorzeigefall der Politik werden und man träumte in Österreich schon von einer Justiz ohne Gefängnisse.
    Soziopathen oder Psychopathen werden heute einfach als dissoziale Persönlichkeitsstörungen und heilbar deklariert und schon laben sich wieder ein paar Maden am Speck. Wir dürfens dann ausbaden.
    • 02.08.2012
    • 9
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