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Blick: Hat die SVP schon genug von der Opposition und will zurück in den Bundesrat?
Toni Brunner: Es gibt noch keinen Rücktritt im Bundesrat zu vermelden, oder?
CVP-Präsident Christophe Darbellay hat aber die Türe schon weit geöffnet und will Ihre Partei wieder in den Bundesrat integrieren.
Es ist für die SVP klar, dass wir bei der nächsten Vakanz mit eigenen und zwar von uns vorgeschlagenen Leuten wieder antreten. 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind schliesslich nicht mehr im Bundesrat vertreten.
Wenn Bundesrat Schmid das Handtuch in nächster Zeit wirft, was dann?
Dann treten wir selbstverständlich an. Mit dem Rücktritt von Armeechef Nef ist es tatsächlich nicht getan, es müsste auch der gehen, der die politische Verantwortung trägt: Bundesrat Samuel Schmid.
Wollen Sie dann Christoph Blocher wieder bringen?
Wenn ich den desolaten Zustand des VBS betrachte – es ist faktisch führungslos –, braucht es tatsächlich eine starke Führungspersönlichkeit, die dieses Departement aufräumen kann. Christoph Blocher wäre dafür der richtige Mann. In zwei, drei Jahren wäre das VBS wieder gut aufgestellt. Christoph Blocher ist der Beste, den wir zu bieten haben. Er könnte das Vertrauen in die Armee wiederherstellen.
Aber Christoph Blocher wird doch nicht mehr gewählt.
Das sehe ich nicht so. Wenn die anderen Parteien über den Schatten springen, Empfindlichkeiten überwinden und nach vorne schauen, dann wäre eine Rückkehr in den Bundesrat durchaus möglich. Es ist nicht mehr Zeit für politische Kleinkariertheiten.
Sie wissen genau, dass Blocher nicht mehr gewählt wird.
Eigentlich müssten sich die anderen Parteien die Finger lecken, wenn wir ihnen diese Chance bieten. Sie müssten uns dankbar sein für eine solche Nomination.
Würden Sie den Posten des Armeechefs wieder abschaffen?
Ja, das ist eine gute Idee. Das frühere System mit dem Generalstabschef war besser.
Ihre Bilanz als neuer Präsident ist mager: Die Partei ist gespalten, die Umfragewerte sind schlecht.
Ich messe meine Arbeit nicht an Meinungsumfragen. Wir haben in diesem Jahr in fünf Kantonen die Wahlen gewonnen, meist mit historischen Ergebnissen. Das zählt. Im Übrigen werden wir längerfristig gestärkt aus der jüngsten Ereignissen hervorgehen.
SVP-Generalsekretar Yves Bichsel warf gestern nach nur fünf Monaten den Bettel hin. Was ist da passiert?
Der Job des Generalsekretärs erfordert einen enormen Einsatz rund um die Uhr. Da sieht man seine Familie nur noch sehr selten. Daher akzeptiere ich den Entscheid von Yves Bichsel selbstverständlich. Wir werden nun die Regelung der Nachfolge in aller Ruhe an die Hand nehmen.
Für Toni Brunner (l.) wäre Christoph Blocher der richtige Mann beim VBS.- Keystone