Vahid H.* (†48) wollte Kartoffeln holen. Doch der Familienvater aus Yverdon VD kehrte nie nach Hause zurück.
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Familienvater Vahid H. († 48) wollte bei einem Bauern Kartoffeln kaufen gehen, als es zum Unfall kam.
Sein Mercedes prallt am Samstagmorgen an einer Kreuzung mit dem Traktor von SVP-Nationalrat Jean-Pierre Grin (65) zusammen. Vahid H. wird durch die Scheibe auf die Strasse geschleudert. Er ist sofort tot (BLICK berichtete).
Grin erklärte: «Ich habe ihn einfach nicht gesehen. Er muss aus dem toten Winkel gekommen sein. Der Wegweiser muss ihn verdeckt haben.»
Die Familie von Vahid H. ist tieftraurig. «Vahid war wirklich ein guter Mensch», sagt seine Frau Umija (46). «Er war so hilfsbereit. Wir wissen nicht, wie es ohne ihn weitergehen soll. Als der Unfall passierte, war er auf dem Weg, um bei einem Bauern Kartoffeln und anderes Gemüse zu kaufen.»
Nationalrat Grin hat Familie H. besucht, versucht, ihren Schmerz zu lindern, sich zu erklären. «Er war 20 Minuten lang da und hat uns sein Beileid ausgesprochen. Man hat ihm angesehen, dass es ihm leid tut. Seine Worte kamen ehrlich rüber. Aber Hilfe hat er uns keine angeboten», sagt Umija H.
Wie es zum tödlichen Unfall kam und wer daran Schuld trägt, wird von den Behörden untersucht. Hat Landwirt Grin einen Fehler gemacht? Oder war Vahid H. etwa zu schnell unterwegs?
Sohn Hamed (20) erklärt: «Natürlich war der Unfall keine Absicht von Herrn Grin. Wir machen ihm keine Vorwürfe. Aber jemand muss die Verantwortung übernehmen. Wir sind froh, dass jetzt eine Untersuchung läuft.»
Hamed meint: «Die Polizei sagte mir, dass Herr Grin nicht gebremst hat an der Kreuzung. Aber mein Papi war auch nicht angeschnallt.»
Er sagt aber: «Wären die Rollen vertauscht und mein Vater der Todesfahrer, sässe er sicher längst in Haft. Weil Herr Grin Politiker ist, wird er besser behandelt.»
Als Flüchtling war Vahid H. vor fast 20 Jahren in die Schweiz gekommen. Seine Familie würde ihn gerne in Bosnien beisetzen. «Aber die Überführung allein kostet schon 3500 Franken. Wir wissen nicht, wie wir das bezahlen sollen», sagt Umija H. Noch durfte die Witwe ihren toten Ehemann nicht sehen. «Der Gang ins Leichenhaus wird schwer für uns», sagt sie. Ihre beiden Söhne versuchen, ihre Mutter zu unterstützen.
Umija H. muss an der Wirbelsäule operiert werden. Die Nachricht vom Tod ihres Mannes hat sie noch weiter gesundheitlich angegriffen. «Jetzt habe ich nur Gott und die Familie, auf die ich zählen kann», sagt Umija H.
* Name der Redaktion bekannt
SVP-Nationalrat Jean-Pierre Grin (65) ist tief betroffen von den Folgen des schrecklichen Unfalls von Pomy VD. Das Schicksal von Vahid H. (†48) und seiner Familie geht ihm nicht aus dem Kopf.
«Es ist wahnsinnig traurig», sagt Grin. «Es ist schwierig, mit dem Geschehenen umzugehen. Nur Schritt für Schritt gelingt es mir, diese Tragödie zu verarbeiten», so der Landwirt. Vor 32 Jahren, sagt Jean-Pierre Grin, sei sein eigener Sohn bei einem Unfall ums Leben gekommen. «Klar, nach dem Unglück vom Samstag kommen all die Emotionen von damals wieder hoch. Ich denke noch oft an meinen Sohn.»
Grin erklärt aber auch: «Nicht mein eigenes Schicksal steht jetzt im Vordergrund. Meine Gedanken und mein aufrichtiges Mitgefühl sind bei der Familie des verstorbenen Autofahrers. Ich kann mir vorstellen, was die Angehörigen jetzt durchmachen.»
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