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Die Katastrophe in Haiti hat hunderte, wenn nicht tausende von Todesopfern gefordert. Darunter könnten auch Mitarbeiter von «Ärzte ohne Grenzen» (MSF) sein. Denn die Organisation betreibt in Haiti drei Zentren: Das Traumazentrum Trinite, das Spital Maternité Solidarité in Port-au-Prince und ein Haus im Slum von Martissant.
Doch die Kommunikation mit Haiti ist schwierig. Telefon- und Stromnetze sind zusammengebrochen. Roland Thomann, Sprecher von MSF, sagt gegenüber Blick.ch: «Wir wissen nicht, ob unsere Mitarbeiter noch leben.»
Derzeit seien etwa 30 Helfer aus verschiedenen Ländern in Haiti stationiert – unterstützt von Einheimischen. Es hätten sich aber noch nicht alle in der Zentrale gemeldet. «Man muss mit dem Schlimmsten rechnen.»
Kommunikation ist beeinträchtigt
Thomann weiss von Mitarbeitern vor Ort, dass die Gebäude von MSF in Haiti schwer beschädigt wurden. An einen normalen Betrieb sein nicht zu denken. «Wir versuchen, so gut es geht Nothilfe zu leisten.»
Auch das Schweizer Hilfswerk Heks hat eine Person in Haiti. «Wir hatten zuletzt gestern Abend kurz Kontakt zur Leiterin unseres Koordinationsbüros in Port-au-Price», sagte Heks-Sprecherin. Sie habe nur mitteilen können, dass niemand des Hilfswerks verletzt, das Büro jedoch beschädigt sei. Erschwert wird die Organisation der Nothilfe dadurch, dass praktisch keine Kommunikationsmittel vor Ort funktionieren.
Schweizer Team abgeflogen
Das Schweizer Soforteinsatz-Team für die Erdbebenopfer in Haiti hat am Mittwochmorgen den Flughafen Kloten verlassen. Das Team dient als «Brückenkopf», um die Lage vor Ort zu klären.
Eine Krankenschwester, drei Piloten und sieben Mitglieder des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe seien an Bord, sagte Rega-Sprecherin Stéphanie Spiess. Die Schweiz habe der Regierung Haitis bereits ein Hilfsangebot unterbreitet, sagte Lars Knuchel vom EDA.
Finanzielle Hilfe aus der Schweiz
Das Schweizerische Rote Kreuz hat einen Nothilfebetrag von einer Million Franken gesprochen. Die Glückskette gibt 2,5 Millionen Franken Soforthilfe frei. Ein fünfköpfiges Logistik-Team wird in den nächsten Tagen vor Ort geschickt, der Einsatz eines medizinischen Hilfsteams werde abgeklärt. Diese sollen die freiwilligen Helfer des Haitianischen Roten Kreuzes unterstützen.
Die Caritas sprach 250000 Franken Nothilfe, wie Sprecher Stefan Gribi mitteilte. Die CBM Christoffel Blindenmission versprach 30000 Franken. Auch World Vision Schweiz teilte mit, ein erstes Hilfsteam sei losgeschickt worden.
Einsatz der Rettungskette?
An der Medienkonferenz informierten Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und Botschafter Toni Frisch über die Lage im Zusammenhang mit dem Erdbeben auf Haiti. Toni Frisch sagte, es sei ein äusserst schwieriger Prozess, man habe nur bruchstückhafte Informationen, da die Kommunikation schwierig sei.
«Heute Abend um 17 Uhr werden wir entscheiden, ob wir die Rettungskette einsetzen werden.» Die Schweiz werde sicher ihren Beitrag leisten, der Bevölkerung zu helfen. Man wisse aber noch nicht mal, ob das Flugzeug des Hilfswerk in Port-au-Prince landen könne. (num/SDA)