«Wir uns die Hände zur Versöhnung gereicht»

  • Publiziert: 17.07.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

Heute Donnerstag trat Armee-Chef Roland Nef vor die Medien. Lesen Sie hier einen Auszug aus seiner Rede.

«Aus Anlass der seit letzten Sonntag gegen mich geführten Rufmordkampagne, habe ich mich entschlossen vor die Medien zu treten. Es trifft zu, dass im September 2006 meine ehemalige Lebenspartnerin Strafanzeige gegen mich erstattet hat. Das daraufhin in ordentlicher Weise von der Staatsanwaltschaft Zürich eröffnete Verfahren wurde im Herbst 2007 nach Ablauf der Rechtsmittelfrist formell und rechtskräftig eingestellt.

Es sei an dieser Stelle nochmals festgehalten, dass ich weder vorbestraft bin, noch gegen mich ermittelt wird. Und ich weise erneut darauf hin, dass ich meinen direkten Vorgesetzten Herrn Bundesrat Samuel Schmid über den Umstand einer gegen mich eröffneten Untersuchung vor meiner Ernennung zum Chef der Armee informiert habe. Eine Einstellung stand damals konkret in Aussicht.

Die Gründe, die zu dieser Untersuchung führten, lagen im Spannungsfeld einer persönlichen Beziehung, die ich vor meiner heutigen Ehe hatte.

Diese Gründe stehen weder direkt noch indirekt im Zusammenhang mit meiner öffentlichen Funktion. Sie liegen im Privatbereich zweier erwachsener Mensche, die eine intensive Liebesbeziehung hatten. Dabei ist mir die Ablösephase schwer gefallen. Und ich habe während dieser Zeit nicht immer besonnen gehandelt.

Meine ehemalige Partnerin und ich haben im Laufe des Verfahrens eine Stillschweigeabkommen abgeschlossen. Wir haben die Angelegenheit zusammen mit der zuständigen Staatsanwältin bereinigt und uns die Hände zur Versöhnung gereicht.

Unter ihrer Führung und Begleitung habe ich meiner früheren Partnerin in Anwendung nach Artikel 53 des Stgb eine Wiedergutmachungszahlung geleistet. Damit haben wir und die Staatsanwaltschaft die Sache bewusst ad acta gelegt.

Aber das sehen nun offenbar Teile der Medien anders. Ja, meine Damen und Herren: Ich bin eine Person des öffentlichen Interesses. Aufgrund meiner hohen Verantwortung, die ich seit 1. Januar 2008 aus Überzeugung und mit grossem Engagement trage, mag man an mich auch höhere Massstäbe hinsichtlich ethischem Verhalten und moralischer Integrität stellen. Das ist richtig so, und dieser Anforderung stelle ich mich.

Ich bin aber nicht nur Chef der Armee. Ich bleibe auch Mensch und Bürger dieses Rechtsstaates. Und damit habe auch ich Anspruch auf den Schutz eines Kerns meiner Privat- und Intimsphäre.

Seit Anfang dieser Woche wird dieser schützenswerte, dieser höchst persönliche Bereich meiner Person in bösartiger Weise mit Füssen getreten. Und ich nicht mehr bereit dies stillschweigend zu erdulden.»

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