«Wir sind schlauer als der Radar»
Autofahrer greifen zur Selbsthilfe. Mit einem regionalen Infodienst. So warnen sie einander vor den Radars.
Von Matthias Pfander | Aktualisiert um 15:13 | 03.10.2008
Angefangen hat es im Toggenburg. Mittlerweile gibt es die regionalen Radarwarnungen zum Mitmachen auch für das Rheintal, für Luzern und Zug.
Die Idee dazu hatte Fredi Looser (36). Als Monteur ist er den ganzen Tag im Toggenburg unterwegs. So haben sich in seinem Leben schon etwa 80 Bussen wegen überhöhter Geschwindigkeit zusammengeläppert.
«Ich bin kein Raser. Ich war jeweils nur ein wenig zu schnell», sagt Looser. Die Bussen muss er aus dem eigenen Sack bezahlen. Auch wenn er mit dem Geschäftsauto unterwegs ist. «50 Meter nach einer 50er-Tafel die Geschwindigkeit zu messen – das finde ich einfach eine Sauerei.»
Deshalb begann Looser seine Kollegen per SMS zu warnen, wenn er einen neuen Blitzkasten entdeckte oder sah, dass die Polizei gut versteckt mit einer Laserpistole auf Automobilisten zielte. Er weiss längst, wo die Beamten am liebsten stehen. Es begann vor zwei Jahren mit einem SMS an 20 Kollegen. Am Schluss bedient er 500 Leute mit den Meldungen. Teuer für Looser.
Heute läuft dieser Dienst mit Namen Polinf immer noch per SMS. Aber jeder Empfänger bezahlt 20 Rappen pro Nachricht. Wer eine neue Radarfalle entdeckt, ruft auf eine Telefonnummer an, um sie zu melden. Von dort aus wird die Meldung an alle Abonnenten in der betroffenen Region verschickt. Insgesamt zählt Looser heute über 1000 Kunden.
Radarwarngeräte sind in der Schweiz verboten. Und die Warnfunktion im GPS, im Navi, darf man auch nicht einschalten, sonst droht eine Busse. Die Selbsthilfe ist hingegen legal. «Wenn das verboten werden soll, machen wir ein Referendum», sagt Looser. «Ich bin sicher, dass wir damit durchkämen.»
Ähnlich funktioniert der Service auf radar.ch. Er wird ebenfalls von den Automobilisten per Telefon mit den neusten Informationen gefüttert. Die können dann über eine gebührenpflichtige Hotline abgehört, per Pager oder Handy empfangen werden.
Vorteil: Die ganze Schweiz ist abgedeckt. Nachteil: Unter Umständen empfängt man auch Meldungen für Regionen, die einen nicht interessieren.
Die Bürger von Pully bei Lausanne brauchen weder den einen noch den anderen Dienst. Denn dort kündigt es die Polizei auf ihrer Webseite gleich selbst an, wenn sie Kontrollen durchführt.
Und im Tessin kommt es am 20. Oktober zu einer Radar-Debatte im Parlament. Das Anliegen: Im Kanton sollen Schilder auf die zehn fix installierten Radarfallen hinweisen. Denn ein Raserproblem habe man im Tessin nicht, heisst es.
Autofahrer greifen zur Selbsthilfe: Was halten Sie davon?
Die Idee dazu hatte Fredi Looser (36). Als Monteur ist er den ganzen Tag im Toggenburg unterwegs. So haben sich in seinem Leben schon etwa 80 Bussen wegen überhöhter Geschwindigkeit zusammengeläppert.
«Ich bin kein Raser. Ich war jeweils nur ein wenig zu schnell», sagt Looser. Die Bussen muss er aus dem eigenen Sack bezahlen. Auch wenn er mit dem Geschäftsauto unterwegs ist. «50 Meter nach einer 50er-Tafel die Geschwindigkeit zu messen – das finde ich einfach eine Sauerei.»
Deshalb begann Looser seine Kollegen per SMS zu warnen, wenn er einen neuen Blitzkasten entdeckte oder sah, dass die Polizei gut versteckt mit einer Laserpistole auf Automobilisten zielte. Er weiss längst, wo die Beamten am liebsten stehen. Es begann vor zwei Jahren mit einem SMS an 20 Kollegen. Am Schluss bedient er 500 Leute mit den Meldungen. Teuer für Looser.
Heute läuft dieser Dienst mit Namen Polinf immer noch per SMS. Aber jeder Empfänger bezahlt 20 Rappen pro Nachricht. Wer eine neue Radarfalle entdeckt, ruft auf eine Telefonnummer an, um sie zu melden. Von dort aus wird die Meldung an alle Abonnenten in der betroffenen Region verschickt. Insgesamt zählt Looser heute über 1000 Kunden.
Radarwarngeräte sind in der Schweiz verboten. Und die Warnfunktion im GPS, im Navi, darf man auch nicht einschalten, sonst droht eine Busse. Die Selbsthilfe ist hingegen legal. «Wenn das verboten werden soll, machen wir ein Referendum», sagt Looser. «Ich bin sicher, dass wir damit durchkämen.»
Ähnlich funktioniert der Service auf radar.ch. Er wird ebenfalls von den Automobilisten per Telefon mit den neusten Informationen gefüttert. Die können dann über eine gebührenpflichtige Hotline abgehört, per Pager oder Handy empfangen werden.
Vorteil: Die ganze Schweiz ist abgedeckt. Nachteil: Unter Umständen empfängt man auch Meldungen für Regionen, die einen nicht interessieren.
Die Bürger von Pully bei Lausanne brauchen weder den einen noch den anderen Dienst. Denn dort kündigt es die Polizei auf ihrer Webseite gleich selbst an, wenn sie Kontrollen durchführt.
Und im Tessin kommt es am 20. Oktober zu einer Radar-Debatte im Parlament. Das Anliegen: Im Kanton sollen Schilder auf die zehn fix installierten Radarfallen hinweisen. Denn ein Raserproblem habe man im Tessin nicht, heisst es.
Autofahrer greifen zur Selbsthilfe: Was halten Sie davon?
Das sagen Blick.ch-Leser
- andi, wangen - 15:01 | 03.10.2008
- » Naja, solange unsere Bananenrepublik unter dem Deckmäntli Sicherheit und Schutz den gemeinen Pöbel ausnimmt werden die Radarfallen nicht verschwinden. Ich behaupte ich bin reaktionsschneller, wenn ich anstatt dauernd auf den Tacho schauen zu müssen, die Sicht auf das Wesentliche richten kann, wenn ich mal mit 86 ausserorts unterwegs bin. Und auf der AB ist mir bis anhin noch nie ein Kind vors Auto gehüpft. Die werten Staatsvertreter würden lieber mal durchsetzen dass ein Rotlicht auch für so "Länkstangengeuferi" im Alex Zülle-Trikot gelten, die munter bei Rot über die Kreuzung brettern.
- Raphael - 14:57 | 03.10.2008
- » Es ist absolut lächerlich wo heute Radarkontrollen gemacht werden. Man sollte die lieber in Wohnquartieren oder in der Nähe von Schulshäusern machen. Ist nur eine Geldmacherei.
- Marco, Wattwil - 14:43 | 03.10.2008
- » An Lukas aus dem Thurgau. Du schreibst: "Wer sagt, dass die Radarwarnungen nicht auch einen prophylaktischen Charakter haben können? Vielleicht fahren die Leute im Toggenburg dank dem Warndienst bewusster Auto und langsamer." Na dann fahren sie nicht dank dem Warndienst langsamer sondern aus Angst vor einer Busse. Und die Angst vor einer Busse kann einem der Warndienst ja nicht IMMER nehmen. Sich an die Tempolimiten zu halten würde IMMER nützen. Wieso scheint das so schwer nachvollziehbar zu sein?
- Daniel, Aarau - 14:43 | 03.10.2008
- » Schon wieder. Ich habe dieses Gejammer langsam satt. Haltet euch doch einfach an die Geschwindigkeitsbeschränkungen und das ganze Problem ist gelöst. Da können noch so viele Radaranlagen augestellt werden. Aber eben, auf die einfachsten Ideen kommt man immer zuletzt.
- w.beer, thailand - 14:33 | 03.10.2008
- » Das finde ich super. Entlich bewegt sich mal was in der Schweiz. Habe mich schon lange gefragt wie lange sich unsere dummen Autofahrer noch von unserem Polizei Stadt abzocken lassen. Das hat ja mit Sicheheit gar nichts mehr zu tun,nein es ist einfach eine Gute Geld Quelle. Die Schweizer Stadt und ihre Polizei sind schlicht und einfach grosse Strassen Räuber. Ein Eidgenosse
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