BERN -
Nur die Finnen habens besser als wir Schweizer. Das zeigt eine Studie des US-Magazins «Newsweek». Den finnischen Botschafter freuts gleich doppelt: «Die Schweiz ist unser Vorbild.»
Wir sind Zweiter – und darauf dürfen wir Schweizer stolz sein. Eine Studie des US-Magazins «Newsweek» zeigt, dass die Schweiz zu den besten Ländern dieser Welt gehört.Hochkarätige Forscher, darunter Nobelpreisträger und Wirtschaftswissenschafter Joseph E. Stiglitz, untersuchten: Welches Land bietet die besten Voraussetzungen für ein gesundes Leben? Welches Land ist am sichersten? Welches Land ermöglicht einem am ehesten einen relativen Wohlstand? Und in welchem Land sind die Chancen am grössten, sein Leben zum Besseren zu verändern?Burkina Faso ganz hintenDie Antwort: Finnland. Gefolgt von der Schweiz und Schweden (siehe Ranking). Zuhinterst liegen Burkina Faso, Nigeria und Kamerun, im Mittelfeld Russland (51. Platz), China (59.). Die USA liegt auf Platz 11, gefolgt von Deutschland (12.)Sieben Monate ArbeitBei der Untersuchung wurden die fünf Kategorien Bildung,
Gesundheit, Lebensqualität, Wirtschaftsdynamik und politisches Umfeld berücksichtigt. Sieben Monate dauerte es, die möglichst aktuellen Daten (von 2008 oder 2009) aller Länder zusammenzutragen und auszuwerten.Die Zauberformel für ein gutes LandKlein, reich, sicher und kalt – das die Zauberformel eines möglichst konkurrenzfähigen Staates. Allein unter den Top Ten befinden sich vier nordische Länder, sieben liegen in Europa. Schaut man nur auf den Faktor Wirtschaftsdynamik, liegt die Schweiz auf Platz 7 (1. Platz:
Singapur), bei der Bildung belegen wir den 6. Platz (1. Platz: Finnland) und bei der Gesundheit gar den 2. Platz (1. Platz: Japan). Und damit geben wir uns gerne zufrieden. 1. Finnland 2. Schweiz 3. Schweden 4. Australien 5.
Luxemburg 6. Norwegen 7. Kanada 8. Niederlande 9. Japan 10. Dänemark Die Plätze 11 bis 100 sowie weitere Tabellen: newsweek.com
Ihn freuts gleich doppelt: Alpo Rusi, finnischer Botschafter
Herr Rusi, sind Sie als finnischer Botschafter in der Schweiz stolz auf den ersten Platz Ihres Landes?
«Ja, zweifellos. Finnland hat den ersten Platz wirklich verdient. Es ist doch eine heroische Leistung, dass es unser Land nach dem
2. Weltkrieg – wo wir im Gegensatz zur Schweiz involviert waren – bis zur Spitze gebracht hat.»
Was macht Finnland denn zur Nr. 1?
«Es ist die Kombination verschiedener Faktoren, die uns an die Spitze bringt.
Sicherlich ist das Bildungssystem in Finnland mitentscheidend. Bei uns hat jeder, egal ob arm oder reich, Zugang zu Bildung. Die stille Arbeit für besseres Leben: Das ist unsere Methode. Wir arbeiten hart.»
Sehen Sie auch Potenzial zur Verbesserung?
«Sicher. Wir sollten mehr mit anderen Ländern kooperieren, es sollten mehr freie Diskussionen möglich sein. Und wir haben zu viele Arbeitslose. Punkte, in denen wir die Schweiz als Vorbild sehen. Und ich wünsche mir, dass auch wir für die Schweiz Vorbild sein können.» (lha)