
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die rund 5300 Jahre alte Mumie wird in Bozen auf einer Präzisionswaage unter Stickstoffatmosphäre mit konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit konserviert. Undenkbar, dass er dieses kalte Grab jemals wieder verlassen darf.
Immerhin können Besucher der Ausstellung in Bellinzona den echten Ötzi über eine Webcam bestaunen, die mit dem Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen verbunden ist, wie die Organisatoren heute sagten.
Bei der Wanderausstellung mit dem Titel «Ötzi – Der Mann aus dem Eis», die erstmals in der Schweiz Halt macht, werden die neuesten Auswertungen der wissenschaftlichen Forschung präsentiert. Dazu werden unter anderem Filme, dreidimensionale Animationen und interaktive Bildschirme eingesetzt. Ausserdem gibt es noch Rekonstruktionen von verschiedenen Originalfundstücken zu sehen, die Teil der Bekleidung und der Ausrüstung waren.
In jener Zeit, als Ötzi in den Südtiroler Alpen unterwegs war, siedelten auch Menschen auf dem Hügel, auf dem die grosse Burg von Bellinzona thront. Dort fanden Archäologen unter anderem Spuren aus der ausgehenden Jungsteinzeit. Es handelt sich um die ältesten Fundstücke von neolithischen Siedlungen in der Schweiz.
Auf diese Funde wird in der Ausstellung ebenso Bezug genommen wie auf die Geschichte von Ötzi. Die Gletschermumie war am 19. September 1991 durch ein deutsches Ehepaar in den Ötztaler Alpen unterhalb des Hauslabjochs auf 3210 Metern über Meer entdeckt worden.
Sechs Jahre lang befand sich der 1,60 Meter grosse und 50 Kilo schwere Leichnam unter gletscherähnlichen Bedingungen am Institut für Anatomie der Universität Innsbruck, wo er eingehend untersucht und konserviert wurde.
Im Januar 1998 wurde Ötzi dann in einen eigens geschaffenen Gefrierraum ins Archäologiemuseum in Bozen überstellt. Mittlerweile haben über sechzig Forschungsgruppen an der ältesten Feuchtmumie der Welt gearbeitet. (SDA/gux)
play
Ein Double von Steinzeitmensch Ötzi kommt Ende Juni in die Schweiz. (Keystone)