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Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), informiert, wie wir uns gegen die Schweinegrippe impfen lassen können: «Ich glaube, dass wir es geschafft haben, bei der Impfung einen Konsens unter den Verantwortlichen in der Schweiz zu finden. Jetzt ist alles geklärt.» Die Schweiz sei vorbereitet.
Zeltner: «Die Hauptbotschaft ist: Jetzt gibt es zwei Impfstoffe (siehe Box), die ab nächsten Donnerstag in die Kantone ausgeliefert werden. Zunächst sollen Risikogruppen geimpft werden: Kinder und Schwangere. Zwei Wochen später sollen sich alle impfen lassen können, die das wünschen.»
Sicherer Impfstoff vorhanden!
«Wir haben einen sicheren, getesteten Impfstoff. Das ist eine Sensation!» Denn noch vor Kurzem sei man davon ausgegangen, dass für die erste Welle der Schweinegrippe kein Impfstoff parat sei.
Zeltner sagte weiter: «Beide Impfstoffe haben einen Wirkstoffverstärker. Damit folgen wir den Empfehlungen der Weltgesundheitsbehörde.» Denn ohne diese Zusatzstoffe hätten keine Impfstoffe in ausreichendem Umfang bereitgesestellt werden können. Insbesondere gebe es keinen gestesteten Impfstoff ohne Zusatz, der für Schwangere geeignet wäre!
Zeltner gibt zu: «Heute würde sich aber weniger als ein Drittel der Schweizer impfen lassen.» Die Leute seien skeptisch auch wegen der Nebenwirkungen der Impfstoffe. Unsicherheit besteht aber auch mit Blick auf unter 6-Monatige, denn für diese gibt es keinen Impfstoff. Gerade darum sei es wichtig, dass Schwangere geimpft würden. Allerdings noch nicht im ersten, sondern erst ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft.
Wer soll sich impfen lassen?
Thomas Zeltner: «Das sind Herz- und Lungenkranke, Säuglinge und Schwangere.» Und unter 10-Jährige sollen zweimal geimpft werden.
Generell verlaufe die Grippe mild. Aber es gebe Risikogruppen, die sich impfen lassen sollten.
Die Zulassungsstelle Swissmedic gab an der Medienkonferenz bekannt, das Zulassungsverfahren sei beschleunigt erfolgt. «Aber mit aller Sorgfalt», versicherte Direktor Jürg Schnetzer.
Hans Binz, Vize-Präsident Eidgenössische Kommission für Impffragen stellt klar: Die neuen Impfstoffe können selbst keine Grippe auslösen. Er fordert, dass besonders Personen geimpft werden, die mit Patienten arbeiten. Und vor allem Personen, die mit Säuglingen unter sechs Monaten umgehen. Doch auch Schwangere. «Auch ohne Tests dürfen wir davon ausgehen, dass die Impfung für diese sicher ist.»
Personen über 64 könnten sich einigermassen sicher fühlen. Denn sie könnten wegen einer früheren Infektion mit einem ähnlichen Virus immun sein.
Zelterner ergänzt: Einer der grossen Vorteile der neuen Impfstoffe (mit Wirkverstärker) sei, dass Geimpfte auch in einer zweiten Welle geschützt seien.
Welche Nebenwirkungen?
Zu den Nebenwirkungen der neuen Impfstoffe sagt Binz: «Es gibt Rötungen und Schwellungen. Schwere Nebenwirkungen sind ausserordentlich selten!» Zeltner ergänzt: Diese Rötungen zeigen eine Immunreaktion an. Das sei erwünscht.
Zeltner stellt klar, dass die neuen Impfstoffe in einem Jahr, wie üblich, wieder überprüft werden müssen. Ihre Wirkung verlieren sie erfahrungsgemäss in diesem Zeitrahmen nicht.
In der letzten Phase der Zulassung sei, so Zeltner, ein zweiter Impfstoff von Novartis, Celtura. Stehe dieser zur Verfügung, werde das BAG auf diesen Stoff wechseln. Damit werde Focetria abgelöst.
Jetzt ist es eine Epidemie
Just zur heutigen Medienkonferenz des Bundesamts für Gesundheit (BAG) wird bekannt: Die Schweinegrippe in der Schweiz ist jetzt offiziell eine Epidemie. Das Kriterium dafür sind 50 Konsultationen pro 100000 Einwohner. In der letzten Woche sind 99 neue Fälle bestätigt worden, laut BAG mehr als doppelt so viel wie eine Woche zuvor. Hochgerechnet ergibt das mehr als 60 Konsultationen pro 100000 Einwohner.