Wintersport trotz grünen Skipisten Eis ist der neue Schnee

Skigebiete kämpfen mit Schneemangel, Weihnachten wird wohl wieder grün. Doch eine Winterfreude bleibt: Überall in der Schweiz locken zugefrorene Seen aufs Eis.

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Der Dezember stellt das Wetter in der Schweiz auf den Kopf: In der Höhe ist es mild, die Temperaturen liegen deutlich über der jahreszeitlichen Norm. Derweil zittert die Schweiz unterhalb von 800 Metern bei eisigen Temperaturen, die kaum über den Gefrierpunkt steigen.

 

Schuld am Schneemangel ist die stabile Hochdrucklage, die seit Anfang Dezember anhält. Sie verhindert den Aufstieg von Niederschlagsfronten in den Alpenraum – in vielen Regionen gab es deshalb seit Monatsbeginn überhaupt keine Niederschläge. So beträgt die Wahrscheinlichkeit auf weisse Weihnachten magere 5 Prozent, Skigebiete unterhalb von 2000 Metern sind auf Kunstschnee angewiesen.

Kufen statt Ski

Anstatt Schnee hat uns Petrus aber dieses Jahr eine grad so gute Winterfreude beschert: Dank der konstant tiefen Temperaturen weisen viele Schweizer Bergseen eine Eisdecke auf, die so stark ist, dass man darauf Schlittschuhlaufen darf.

So lockt zum Beispiel der Seealpsee im Appenzellerland mit schwarzgefrorener Eisdecke. Zehn lange Jahre ist es her, dass der See zum letzten Mal für Eisfans freigegeben werden konnte.

Mehrere Seen im Kanton Graubünden sind zugefroren

Im Bündnerland ist die Eisschicht auf dem Obersee in Arosa seit Mittwoch genügend dick, um Schlittschuh zu laufen. Auch hier präsentiert sich die Eisfläche als «tiefdunkles Schwarzeis», wie Arosa Tourismus mitteilt.

In der Lenzerheide GR dürfen nach 27 Jahren wieder Kufen auf den Heidsee: Am Samstag wird der Bergsee offiziell für Schlittschuhläufer und Fussgänger eröffnet.

Der Lago Bianco auf dem Berninapass ist zwar gefroren, aber nicht zum Begehen geöffnet – das scheint die zahlreichen Wintersportler aber wenig zu kümmern, die sich trotzdem auf der Eisfläche tummeln.

 «Das Eis ist wunderschön, weil kein Schnee darauf liegt»

In La Brévine NE erfreut sich der zugefrorene Lac des Taillères grosser Beliebtheit: «Am Samstag hatte es bei prächtigem Sonnenschein mehrere hundert Personen auf dem See», sagt Gilles Henry vom Neuenburger Tourismus-Büro. «Das Eis ist wunderschön, weil kein Schnee darauf liegt.»

In den Freibergen haben sich bereits einige Personen auf den Etang de la Gruère getraut, der in einem Naturreservat unweit von Saignelégier JU liegt. Das Eis ist dort allerdings erst etwa zehn Zentimeter dick.

Seit diesem Wochenende zugänglich ist auch der Lac Ter. Er profitiert für einmal von seinem Schattenplatz und seiner kleineren Grösse, im Vergleich zum Lac de Joux im gleichen Tal, der sich nichts vom Winter anmerken lässt. Beim Freiburger Schwarzsee wurden sechs Zentimeter Eis gemessen, in einigen Tagen soll auch er geöffnet werden.

In den Kantonen Zürich und Bern sind die Seen zwar noch nicht gefroren – doch was nicht ist, kann noch werden: Laut MeteoSchweiz bleiben die Temperaturen bis zum Wochenende unverändert. (SDA/kra)

Publiziert am 15.12.2016 | Aktualisiert am 19.01.2017

Piste gut: Hier ist der Winter schon ein wenig da

Der Winter kommt erst schleppend in die Gänge. Auch dieses Wochenende war es relativ warm und trocken. Dennoch haben einige Skigebiete schon teilweise den Betrieb aufgenommen. Bei Redaktionsschluss am Freitag waren unter anderem folgende Anlagen geöffnet:

  • Arosa Lenzerheide GR: Es sind 17 von 43 Anlagen geöffnet und ebenso viele Pisten.
  • St. Moritz Corviglia Piz Nair GR: 15 von 24 Anlagen offen, sowie 9 von 33 Pisten.
  • Davos GR: Auf dem Jakobshorn haben 8 von 10 Anlagen offen, auf dem Parsenn sind es 10 von 18.
  • Scuol GR: Im Schellenursli-Land kann man auf 4 von 13 Anlagen Schnee geniessen.
  • Adelboden Lenk BE: 23 von 55 Anlagen geöffnet.
  • Jungfrau Region BE: Zwischen Grindelwald und Lauterbrunnen sind 13 von 40 Anlagen und alle Zubringerbahnen geöffnet.
  • Les 4 Vallées VS: 19 von 81 Anlagen sind in Betrieb und 20 der 103 Pisten geöffnet.
  • Zermatt VS: Unterhalb des Matterhorns sind schon 34 von 52 Anlagen offen.
  • Leysin VD: Auch am Genfersee kann man vier Anlagen benutzen.

Aktuelle Schneesport-Berichte: www.myswitzerland.com

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2 Kommentare
  • Dani  Rosso 16.12.2016
    Wahrscheinlich wird in naher Zukunft dann eine Gebühr resp. Tageskarte für zugefrorene See erhoben.. die Kassen müssen ja klingeln. Wir werden dann statt von Off Pisten Lawinenunfällen einfach von Off Zonen Schwacheisunfällen lesen können...
  • Thomas  Zürcher 15.12.2016
    "Leise kriselt der Schnee!"Eines haben die letzten Jahre gezeigt schneearme Winter werden in Zukunft keine Ausnahmen sein, sondern die Regel.Immer weniger Menschen fahren Ski.Der Skisport wird immer teurer, der Schnee immer weniger.Noch kämpfen fast alle Skiorte gegen den Mangel an, mit ihren Schneekanonen die Frau Holle ersetzen sollen aber längerfristig ist das auch keine Lösung sonder nur eine Übergangslösung viele Wintersportorte müssen sich neu erfinden um zu überleben.Es wird schwierig!