Böller in Davos, Eindringen im Bahnhof Basel, Anschläge: Wie weit gehen die Linksextremisten noch?

  • Publiziert: 28.01.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Natascha Eichholz

BASEL - Am Morgen die Explosion in Davos. Am Abend der Bahnhof Basel als Ziel. Morgen Samstag Demo in Davos. Linksextreme tanzen derzeit der Polizei auf der Nase rum.

Gestern Morgen sorgt eine Explosion in Davos für Angst und Schrecken. Gestern Abend nahmen Linksextreme den Basler Hauptbahnhof ein. Am Rande einer unbewilligten Anti-WEF-Demo mit rund 70 Personen, klettern sie bis aufs Dach des Bahnhofs und bringen ein Transpararent an.

«Jetzt sind wir am Zug! Von unten links nach oben rechts! WEF angreifen». Blick.ch-Leserreporter Stephan Federer fotografiert das Szenario.

Wie kann es sein, dass Linksradikale einfach so den Bahnhof erklimmen können? «Man kommt da problemlos rauf», sagt Klaus Mannhart von der Kantonspolizei Basel-Stadt zu Blick.ch. Nicht sehr beruhigend.

Basler Chaoten haben nichts zu befürchten

Mannhart weiter: «Die müssen noch nicht mal aussen hoch geklettert sein. Bis da oben gibt es Türen und Gänge, da kommt man leicht hin.» Geschnappt habe man niemanden und den Eindringlingen drohe auch kein Ärger.

Denn: «Dazu müsste eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs von Seiten der SBB vorliegen.» Der Bahnhof sei ja SBB-Privatgelände. «Doch eine solche ist nicht eingegangen», sagt Mannhart.

Das Vorkommnis hinterlässt ein umso mulmigeres Gefühl, als dass es den Links-Autonomen erst gestern Morgen gelang, im Davoser «Posthotel Morosani», einen Sprengkörper zu zünden. Daran konnte auch das massive Aufgebot an Sicherheitskräften in Davos nichts ändern.

Morgen wird es noch ernster

Bleibt abzuwarten, ob die WEF-Gegner bereits morgen wieder zuschlagen. Dann steht eine Demo mitten in Davos an. Laut dem Bündner Polizeisprecher Thomas Hobi würden die Kontrollen auf morgen hin weiter intensiviert. Doch ob das etwas nützt? Wer auf Bahnhöfe klettern und Sprengkörper in bewachten Hotels explodieren lassen kann, ist zu Schlimmerem fähig.

Allgemein problematisch ist die steigende Zahl Linksextremer. «In der Schweiz sind 2000 Linksextreme registriert. Davon sind alleine 1000 gewaltbereit», sagt heute Felix Endrich, Sprecher Nachrichtendienst des Bundes gegenüber «Radio DRS». Die Radikalen nehmen bei ihren Aktionen auch die Gefährdung Aussenstehender in Kauf.

Gut vernetzt auf dem Vormarsch

Zudem besteht gemäss einem Bericht des «SonntagsBlick» Kontakt zwischen der Schweizer linken anarchischen Szene und der italienischen, die um einiges radikaler agiert. Die linke Anarcho-Szene ist laut Interpol europaweit auf dem Vormarsch.

Jüngste Opfer der Linksautonomen in der Schweiz sind SVP-Hardliner Hans Fehr, den man vor einer Woche niederschlug, und SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, auf deren Haus in Winterthur ZH man im Dezember einen Farbanschlag verübte.

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