Schweinegrippe-Impfung Wie gefährlich sind die Nebenwirkungen?

  • Publiziert: 06.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Michael Scharenberg

ZÜRICH – Die Schweinegrippe hat die Schweiz im Griff. Doch impfen kann man sich erst in 10 Tagen. Haben die Behörden versagt? Wir fragen nach bei Margrit Kessler, Präsidentin Stiftung SPO Patientenschutz.

Blick.ch, Frau Kessler: Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt uns Schweizern, uns gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Dabei steht der Impfstoff frühestens Mitte November zur Verfügung. Was sagen Sie dazu?
Margrit Kessler: Da weiss offenbar die eine Hand des BAG nicht, was die andere tut. Eine solche Kommunikation finde ich problematisch.

Schon gibt es erste Berichte über einen «Impf-Tourismus»: Schweizer reisen nach Deutschland, um sich dort impfen zu lassen. Denn dort läuft die Impfung schon seit Ende Oktober. Ist das ein Ausweg?
Nein. Das ist leider die Konsequenz der Angstmacherei mit der Schweinegrippe. Ich sage den Leuten, sie sollen die Nerven behalten. Es handelt sich um eine harmlose Grippe.

Swissmedic, die Zulassungsstelle für Medikamente, ist heftig kritisiert worden: Sie habe sich bei dem Impfstoffe zu viel Zeit gelassen, und deswegen könne jetzt erst ab Mitte November geimpft werden. Was sagen Sie dazu?
Ich setze grosse Fragezeichen bei den Nebenwirkungen. Ich erinnere daran, dass die Amerikaner 1976 schon einmal grösste Probleme mit einem Impfstoff gegen eine bis dato unbekannte Form der Schweinegrippe (!) hatten, auch mit dem Virus H1N1. Der überhastet zur Verfügung gestellte Impfstoff hatte massive Nebenwirkungen: Es kam zu Lähmungserscheinungen, und einige Geimpfte starben sogar!

Aber Deutschland hat den neuen Impfstoff von Novartis, Celtura, doch schon zugelassen. Ist die Schweiz nicht allzu bürokratisch hier?
Ich kann nur sagen: Bei neuen Medikamenten kann man gar nicht vorsichtig genug sein. Hut ab vor Swissmedic, wenn man sich hier nicht unter Druck setzen lässt. Dass der Impfstoff womöglich zu spät bestellt wurde, ist nicht die Verantwortung von Swissmedic.

Frau Kessler, Hand aufs Herz: Lassen Sie sich impfen?
(lacht herzlich) Nein.

play (Keystone)

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