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Das Drama am Türlersee beginnt um 15.30 Uhr. Eine Gasflasche eines Wohnwagens explodiert, die messerscharfen Metallsplitter fliegen bis zu 200 Meter weit. Menschen werden verletzt, Schreie, Blut und Tränen.
Wie das Unglück entstehen konnte, ist nun Sache der Polizei. Ein technischer Defekt, oder Fahrlässigkeit des Besitzers? Denn sind die Gasflaschen erstmals erhitzt, sind sie brandgefährlich. Die Feuerwehr musste am Türlersee die Flaschen aus zehn Meter Entfernung kühlen, bevor sie sich annähern konnten.
Doch nicht nur Wohnwagen sind mit Gasflaschen ausgestattet, viele Haushalte in der Schweiz besitzen einen Gasgrill, Kochherde, Heizungen oder Heizstrahler. Jetzt die Sorge: Ist Gas zu gefährlich? Wir fragen Anton Kilchmann, Direktor des Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW).
Für ihn ist durch die Explosionen am Türlersee klar, dass es sich um Flüssiggas gehandelt haben muss. Das Perfide daran: «Flüssiggas ist schwerer als Luft, fliesst also zu Boden und kann einen See bilden», sagt Kilchmann. Daher sei es auch schwer zu riechen, wenn es aus einem undichten Ventil oder Schlauch entweiche.
Warum explodieren die anderen Flaschen?
Wichtig sei eine regelmässige Kontrolle und Wartung der Gasflaschen. Denn der Unfall am Türlersee hat gezeigt: Explodiert erst eine Flasche, entzündet sie rasch auch andere. «Bei solch extremen Temperaturwerten ist das fast nicht zu vermeiden – auch wenn die Hersteller die Flaschen bewusst zu stark bauen», so Kilchmann. Dies damit sich das Gas bei einem Temperaturanstieg ausdehnen könne. Ist die Hitze zu gross, explodiert die Flasche.
Kilchmann betont, dass der kleinste Funke bei ausweichendem Gas reiche, um es zu entzünden. Habe man vergessen, das Ventil bei einer Gasflasche zu schliessen, solle man nicht telefonieren oder elektronische Geräte bedienen. Diese könnten einen kleinen Funken auslösen. Ein Funke, der die Bombe hochgehen lassen könnte.
Was am Türlersee passiert ist, kann auch an anderen Orten geschehen. Ein löchriger Schlauch, ein undichtes Ventil – es braucht nicht viel zur Katastrophe.
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Anton Kilchmann, Direktor Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches. (ZVG)