FDP will Krankenkassenprämien nach Gewicht Wie dick darf ich sein, dass ich keinen Strafzuschlag zahlen muss?

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • Von Matthias Pfander

Schlanke Gesundheitskosten à la FDP: Wer zu dick ist, verspielt seinen Bonus.

Das Diskussionspapier ist geheim und bietet Sprengstoff: Die FDP arbeitet an einem neuen Modell für die Krankenkassen: Wer gesund und fit ist, soll einen Bonus auf die Prämie erhalten, berichtete die «SonntagsZeitung».

Auch wie dick jemand ist, soll die Prämie beeinflussen. Um das zu beurteilen, wurde in den Diskussionen bei der FDP der Body-Mass-Index als Referenzgrösse vorgeschlagen.

FDP-Ständerätin Erika Forster bestätigt: «Ja, wir diskutieren im Moment verschiedene Modelle, um unter den Versicherten die Prävention zu fördern.» Parteikollege Felix Gutzwiller rechtfertigte gegenüber der «SonntagsZeitung» die Pläne: «Wir sparen so Kosten für alle, das ist solidarisch.»

Da ist Heinrich von Grünigen, Präsident der Adipositas-Stiftung, anderer Meinung. Die Stiftung setzt sich für Menschen mit Übergewicht ein. 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind übergewichtig, 8 Prozent krankhaft fettleibig. «Gerade Leute aus sozial schwächeren Schichten, haben weniger Zeit und Geld, um sich um ihre Gesundheit zu kümmern. Sie würden unter so einer Regelung zusätzlich leiden», sagt von Grünigen. Zudem wisse man heute, dass Personen mit leichtem Übergewicht weniger anfällig auf Krankheiten seien. Da müsste also zuerst noch entschieden werden, ab wie viel Übergewicht jemand mehr bezahlen müsste.

Gesundheitspolitiker Toni Bortoluzzi (SVP) zerpflückt die FDP-Idee aus einem anderen Grund: «Wegen eines solchen Bonusmodells gehen die Leute nicht weniger zum Arzt. Mit diesem Vorschlag wird die Finanzierung korrigiert, anstatt die Menge runterzubringen. Ein absurder Ansatz.»

So berechnen Sie Ihren BMI

Eine 1,80 m grosse und 75 kg schwere Person hat einen Body-Mass-Index (BMI) von 23,1. Das rechnet sich so: 75:(1,80 x 1,80). Der BMI wird herangezogen um den Grad der Fettleibigkeit oder des Untergewichts zu bestimmen.
Als normalgewichtig gelten Frauen mit einem BMI zwischen 19 und 24. Und Männer mit einem BMI zwischen 20 und 25. Bei BMI-Werten unter 16 spricht man von starkem Untergewicht. Bei Werten von über 30 von Fettleibigkeit. Der BMI als Messwert ist aber umstritten, weil er die Körperstatur und die Anteile an Fett und Muskelgewebe nicht berücksichtigt.

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Schweiz

Sollen Dicke mit höheren Krankenkassen-Prämien bestraft werden?»

  • 39% Ja! Wer dick ist, soll mehr zahlen.
  • 61% Nein! Das ist unsolidarisch.