Widmer-Schlumpf: Ultimatum läuft ab

  • Publiziert: 11.04.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Neuer Höhepunkt im Streit der SVP-Bosse mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf: Das Ultimatum zum Rücktritt läuft ab, und ins Bern gibts eine grosse Solidaritäts-Demo.

Heute läuft das Ultimatum der SVP an Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ab: Sie soll aus der Partei austreten. Tut sie das nicht, soll die SVP Graubünden sie bis Ende Monat rausschmeissen. Weigert sich die Kantonalpartei, will der SVP-Zentralvorstand auch diese ausschliessen.Gegen dieses brutale Vorgehen geht heute Nachmittag in Bern eine Grossdemo über die Bühne. 5000, vielleicht sogar 10000 Menschen werden auf dem Bundesplatz zusammenströmen. Rosmarie Zapfl (68), die Zürcher alt Nationalrätin und Präsidentin der Frauenorganisation «alliance f», hat die Demo organisiert.Ob Eveline Widmer-Schlumpf selber auch dabei ist, ist noch offen. Die Teilnahme am Zürcher Sechseläuten-Umzug vom kommenden Montag hat sie bereits abgesagt. Sie hatte massive Drohungen erhalten (Blick.ch berichtete).Was die Menschen an Widmer-Schlumpfs Wohnort Felsberg GR vom Vorgehen der SVP-Bosse halten, das machten sie gestern Abend deutlich: 250 Bündner erklärten sich mit ihrer Bundesrätin solidarisch. Die Bündner SVP-Nationalrätin Brigitta Gadient empörte sich: «Das Vorgehen der SVP Schweiz ist ein beispielloses Kesseltreiben, das an eine Hexenjagd grenzt.»Der Streit der Parteileitung mit ihrer ungeliebten Bundesrätin spaltet die Partei: Die Geschäftsleitung der SVP Graubünden beschloss gestern einstimmig: Widmer-Schlumpf wird nicht bis zum 30. April ausgeschlossen. Der Kantonalvorstand der SVP Thurgau gab bekannt, dass er die Wahl Widmer-Schlumpfs durch die Bundesversammlung respektiere. Sie erwartet von der Bundesrätin, der SVP Schweiz und der Bündner Kantonalpartei eine einvernehmliche Lösung. Anders die Delegierten der SVP Luzern: Sie legten ein klares Bekenntnis zur Mutterpartei ab. Kantonal-Präsident Otto Laubacher: «Wenn Widmer-Schlumpf freiwillig als Bundesrätin zurücktreten würde, wäre das Problem gelöst – doch letztlich bleibt nur der Ausschluss der SVP Graubünden.»Von den Frauen erhält Widmer-Schlumpf aber viel Solidarität. Laut Zapfl haben bis gestern rund 90000 Personen die Solidaritätspetition der Frauenorganisationen unterschrieben. Die 100000-Marke soll noch heute übertroffen werden. Auf der Homepage der Organisation treffen ununterbrochen Mails ein. (SDA/snx)

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Betrug ruiniert Rentner «Wir haben unser Erspartes in sie investiert!»bullet

Schweiz