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«Jede Form von verdeckten Gesichtern macht mir Probleme», sagte die Justizministerin in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». Das gelte auch für die Burka. «Ich möchte im öffentlichen Raum das Gesicht des Gegenübers sehen, nicht nur die Augenpartie.»
Bei der afghanischen Burka ist dies nicht der Fall. Dieser Ganzkörperschleier bedeckt das Gesicht vollständig; die Augenpartie ist hinter einem gitterähnlichen Gewebe versteckt. Beim arabischen Nikab handelt es sich um einen Gesichtsschleier mit kleinem Sehschlitz. Die Zahl der Trägerinnen solcher Gesichtsverhüllungen wird in der Schweiz als sehr tief eingeschätzt.
Die Delegierten des Frauendachverbandes alliance F sprachen sich an ihrer Versammlung am Samstag in Bern zwar nicht explizit für ein Burka-Verbot aus, jedoch für «klare Regeln über die Verhüllung des Gesichts», wie es in einer Mitteilung hiess. Im öffentlichen Raum sollen Gesichter in jedem Fall erkennbar sein.
Die Verhüllung von Frauen müsse auch im Zusammenhang mit anderen Formen von Diskriminierungen aus religiösen Gründen angesehen werden. Dazu zählt der Verband etwa Zwangsheirat und Dispensationen vom Schwimmunterricht oder, im schlimmsten Fall, Genitalverstümmelungen. Dabei handle es sich um Menschenrechtsverletzungen. «Menschenrechte und damit Frauenrechte stehen über der Religionsfreiheit». Mit einem Verbot liesse sich ein Zeichen setzen gegen die Unterdrückung von Frauen, sagte Rosmarie Zapfl, Präsidentin von alliance F, auf Anfrage.
Gast an der Versammlung waren Bundesrätin Widmer-Schlumpf und zwei muslimische Frauenrechtlerinnen. Es sei auch in der Schweiz möglich, dass Parallelgesellschaften Frauenrechte gefährden könnten, hielten die drei Rednerinnen fest. Abhilfe schaffen würden Integrationsmassnahmen. (SDA)
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Bundesrätin Widmer-Schlumpf: «Ich möchte im öffentlichen Raum das Gesicht des Gegenübers sehen, nicht nur die Augenpartie.» (Reuters)