75 Meter auf dem Randstein Wieso reagierte der Chauffeur nicht?

  • Publiziert: 15.06.2012

BRÜSSEL - Das Bus-Drama im Wallis ist auf menschliches Versagen zurückzuführen. Das Verhalten des Fahrers gibt Rätsel auf.

Liveticker
15:07

Zur Reaktion der Eltern auf die Resultate will Elsig keine Auskunft geben.

15:05

Es ist üblich, dass sich Chauffeure während der Fahr abwechseln. Das muss nicht heissen, dass es dem einen nicht gut ging. Das ist den Chauffeuren überlassen.

15:03

Fortan konzentriert sich die Untersuchung auf Ursachen im Zusammenhang mit dem Lenker des Reisecars.

15:02

Folgende mögliche Ursachen werden ausgeschlossen:

- Einwirkung eines Dritten oder Interaktion mit einem Drittfahrzeug

- Mängel an der Fahrbahn beziehungsweise der Tunnelinfrastruktur

- Geschwindigkeitsüberschreitung

- Lenker unter Alkoholeinfluss

- Technische Probleme oder mangelhafter Unterhalt des Fahrzeuges

14:59

Ich weiss nicht, ob der Chauffeur vorher schon einmal einen Unfall hatte. Er war erfahren, konnte alle Fahrzeuge gut fahren und kannte auch den Verkehr gut.

14:57

Auf die Frage einer Journalistin, ob es sich um einen Sekunden-Schlaf handelte, antwortet Elsig: «Ich bin kein Spezialist, aber man gehe eher nicht davon aus. Heute bleiben eine Menge Hypothesen aufzuklären. Der toxikologische Bericht braucht noch etwa drei Monate, weil er sehr kompliziert ist.

14:56

Die Kamera im Tunnel konnte nicht zeigen, was sich in der Fahrerkabine abspielte.

14:54

Nach kurzer Fahrt, gegen 21.10 Uhr, wurde ein Fahrerwechsel vorgenommen. Der 32-jährige Chauffeur übernahm das Lenkrad. Nach rund zwei Minuten ereignete sich dann der Unfall.

14:49

Laut der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft wurden Räder, Reifen, Bremsanlage, Lenkung, Radaufhängungen und Beschleunigungseinrichtung der Cars untersucht. Es gibt keinerlei Hinweise auf einen technischen Defekt oder Mangel im Unterhalt, die Ursache des Unfalls sein oder damit in Zusammenhang gebracht werden könnten.

14:46

Es kann auch ausgeschlossen werden, dass der Chauffeur während der Fahrt eine DVD wechselte. Der Player befand sich im Rücken des Fahrers.

14:43

Die toxikologischen Analysen sind noch nicht beendet. Ausschliessen kann man aber, dass der Chauffeur Alkohol im Blut hatte.

14:41

Heute Morgen wurden die Familien vorab informiert.

14:39

Nach drei Monaten Untersuchung ist noch nicht alles aufgeklärt. Es stehen noch weitere Untersuchungen aus.

14:36

Der Car touchierte die rechte Wand des Tunnels auf der A9. Der Tunnel war in einem perfekten Zustand.

14:33

Der Car fuhr im Moment des Unfalls zwischen 99 und 101 Kilometer pro Stunde. Die Geschwindigkeit war nicht überhöht.

14:31

«Die Videobilder wurden ausgewertet. Wir untersuchen immer noch die technischen Dokumente zum Car.»

Heute präsentierte Staatsanwalt Olivier Elsig die bisherigen Untersuchungsergebnisse zum Car-Unglück bei Siders VS. Fazit: Die Unfall-Ursache ist noch immer ungeklärt.

Was ausgeschlossen werden kann, sind technische Probleme. Die Untersuchung der Räder, Reifen, Bremsen, Lenkung und Beschleunigungseinrichtungen ergaben keinerlei Hinweise auf einen technischen Defekt.

Fahrerwechsel nach kurzer Fahrt

Die Staatsanwaltschaft konzentriert die Untersuchungen deshalb fortan auf «Ursachen im Zusammenhang mit dem Lenker des Reisecars».

Dieser war erst Beifahrer, als der Car St-Luc im Val d'Anniviers gegen 19.45 Uhr verliess. Am Steuer sass der 52-jährige Chauffeur, der «erfahrenere» der zwei Fahrer. Kurz nach 21 Uhr hat der Car im Talboden gehalten. Der 34-jährige Chauffeur übernahm das Lenkrad. «Auch er konnte alle Fahrzeuge gut fahren und kannte den Verkehr», sagt die Staatsanwaltschaft.

Doch nur zwei Minuten oder 2,2 Kilometer nachdem der Car wieder losgefahren ist, kommt es zum Crash mit Tempo 100 km/h.

Drei Sekunden geradeaus in Richtung Mauer

Was auffällt: Der Car fährt etwa 75 Meter vor dem Unfallort auf den Randstein – und fährt einfach geradeaus, fast drei Sekunden lang. Eine Reaktion des Fahrers bleibt aus. «Es konnte weder eine markante Richtungsänderung noch eine Bremsung festgestellt werden», schreibt der Staatsanwalt im Communiqué.

Wieso der Chauffeur nicht reagierte, darauf hat Staatsanwalt Elsig keine Antwort. Niemand weiss, was sich in diesen Sekunden abspielte.

Untersuchungen im Sommer abgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft führt die Untersuchungen. Die Ergebnisse des toxikologischen Berichts stehen noch aus: «Das braucht noch etwa drei Monate, weil es sehr kompliziert ist», sagt Elsig. Er hofft, die Untersuchungen Ende Sommer abschliessen zu können. (kab/sas)

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