SAVIÈSE - VS - So schnell kam aus einem Türken-Knast noch niemand raus. Die türkische Anwältin des Walliser Polizeikommandanten Christian Varone spricht von einer «sehr vorteilhaften» Freilassung.
Erst soll eines seiner Kinder den historischen Gegenstand eingepackt haben, jetzt wird klar: Der Walliser Polizeikommandanten Christian Varone hat den Stein offenbar selbst mitgenommen. Und zwar nicht nur einen Kieselstein, wie sein Bruder bis anhin beteuerte.
Zum «Tages-Anzeiger» sagte Varones türkische Anwältin Yasemin Mataraci, der Stein sei 15 bis 20 Zentimeter gross. Er stamme nach ersten Untersuchungen von Experten von einer römischen Statue.
Varone habe den Stein als Andenken mit nach Hause nehmen wollen, sagte Mataraci in einem Interview mit einer türkischen Journalistin, das «Schweiz aktuell» teilweise veröffentlichte. Offenbar habe der Walliser nicht gewusst, dass es strafbar sei, einen Stein nahe einer archäologischen Fundstätte ins Ausland zu bringen.
Nach nur fünf Nächten in Haft konnte Varone wieder in die Schweiz reisen. Die schnelle Freilassung wirft Fragen auf. Denn in ähnlichen Fällen mussten Ausländer wochen- oder monatelang in türkischer Haft ausharren. War also Vitamin-B im Spiel?
«Es gibt keine Kaution, keine Überwachungsmassnahmen durch Justizbehörden, kein Ausreiseverbot. Er wurde also unter möglichst günstigen Bedingungen entlassen», sagte Varones Anwältin.
Laut «Schweiz aktuell» verdichten sich nun aber die Anzeichen, dass ein Walliser Bekannter von Varone seine Beziehungen zu einem mächtigen türkischen Wirtschaftsführer spielen liess. Offenbar habe dieser in höchsten Regierungskreisen für Varone interveniert.
Wäre Varone wegen versuchten Diebstahls eines antiken Kunstschatzes verurteilt worden, hätte ihm eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren gedroht, schreibt der «Tages-Anzeiger».
Um 10.30 Uhr nimmt Christian Varone in Savièse Stellung zu seiner dramatischen Türkei-Reise. Blick.ch ist für Sie mit dabei. (kko)
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