Es war ein Tempel-Stein Warum kam Varone trotzdem so schnell frei?

SAVIÈSE - VS - So schnell kam aus einem Türken-Knast noch niemand raus. Die türkische Anwältin des Walliser Polizeikommandanten Christian Varone spricht von einer «sehr vorteilhaften» Freilassung.

  • Publiziert: 03.08.2012

Erst soll eines seiner Kinder den historischen Gegenstand eingepackt haben, jetzt wird klar: Der Walliser Polizeikommandanten Christian Varone hat den Stein offenbar selbst mitgenommen. Und zwar nicht nur einen Kieselstein, wie sein Bruder bis anhin beteuerte.

Zum «Tages-Anzeiger» sagte Varones türkische Anwältin Yasemin Mataraci, der Stein sei 15 bis 20 Zentimeter gross. Er stamme nach ersten Untersuchungen von Experten von einer römischen Statue.

Varone habe den Stein als Andenken mit nach Hause nehmen wollen, sagte Mataraci in einem Interview mit einer türkischen Journalistin, das «Schweiz aktuell» teilweise veröffentlichte. Offenbar habe der Walliser nicht gewusst, dass es strafbar sei, einen Stein nahe einer archäologischen Fundstätte ins Ausland zu bringen.

Varone nur wegen Top-Verbindungen frei?

Nach nur fünf Nächten in Haft konnte Varone wieder in die Schweiz reisen. Die schnelle Freilassung wirft Fragen auf. Denn in ähnlichen Fällen mussten Ausländer wochen- oder monatelang in türkischer Haft ausharren. War also Vitamin-B im Spiel?

«Es gibt keine Kaution, keine Überwachungsmassnahmen durch Justizbehörden, kein Ausreiseverbot. Er wurde also unter möglichst günstigen Bedingungen entlassen», sagte Varones Anwältin.

Laut «Schweiz aktuell» verdichten sich nun aber die Anzeichen, dass ein Walliser Bekannter von Varone seine Beziehungen zu einem mächtigen türkischen Wirtschaftsführer spielen liess. Offenbar habe dieser in höchsten Regierungskreisen für Varone interveniert.

Wäre Varone wegen versuchten Diebstahls eines antiken Kunstschatzes verurteilt worden,  hätte ihm eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren gedroht, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Um 10.30 Uhr nimmt Christian Varone in Savièse Stellung zu seiner dramatischen Türkei-Reise. Blick.ch ist für Sie mit dabei. (kko)

Beliebteste Kommentare

  • Köbi  Karrer
    Tja, Vitamin B ist alles, passt doch irgendwie zum "Sepp Blatter" und "Ch. Darbellay" Kanton. Und das man als Polizeikommandant einen Kieselstein nicht von einem 20cm Statuenstein unterscheiden kann, passt auch. Aber Hauptsache, die Typen wissen genau, wenn wir auf der Autobahn mal 10km zuviel auf dem Tacho haben.
  • Pascal  Baumann
    Was ist das nur für ein Mensch?
    Kein Respekt vor Kulturgut, verwendet sein eigenes Kind als Schutzschild und spielt jetzt plötzlich den Unwissenden.
    Es hat nichts mit Dummheit oder Nichtwissen zu tun warum verwendete er sonst das Kind von Anfang an als Schild?, sondern mit einer ausgeprägten narzistischen Persönlichkeit, denen Regeln und Kultur von anderen Ländern nicht interessieren. Selbe Charakterzüge weisen Leute auf, welche Korallen abbrechen oder Gegenstände aus versunkenen Wracks mitgehen lassen alias: Nach mir kommt nichts, Hauptsache ich hab was ich will.
    Und sowas ist Polizeichef? Da mussten schon kleinere Fische von ihrem Amt zurücktreten. Mir tut vorallem das Kind leid, dass vom Vater einfach vorgehalten wurde. PFUI!

Alle Kommentare (16)

  • Toni  Richter
    Vielleicht hat Herr Varone etwas gelernt dazu sei es ja bekanntlich nie zu spät!. In Zukunft wird die Walliser Polizei sicher viel kulanter mit Kleinigkeiten umgehen - es ist zu hoffen!!!
  • Ruedi  Lanz , Aarburg
    Ich lache eigentlich nur noch über das ganze Theater. Von mir aus soll doch Herr Varone das nächste Mal den ganzen Tempel mit nach Hause nehmen!
  •  
    Etwas stimmt an Varones Darstellung nicht. Der Stein sei einfach so am Strassenrand gelegen. Man nimmt nicht "einfach so" einen solchen mit, der wusste doch genau was er tat und spielte am Flughafen dann erst den ehrlichen Touristen, als er ertappt wurde und es nicht mehr anders ging.
  • Groot  M.
    Wieso soll er seine Kontakte nicht spielen lassen, macht doch jeder normale Mensch. Je höher die Position ist desto mehr Kontakte hat man und ich finde es legitim die auch auszunützen. Abgesehen davon ich war einmal in der Türkei nie wieder. Die machen aus jeder Mücke einen Elefanten.
  • Munamet  Naku , Interlaken
    Ich glaube ihm das was er sagt. Der Richter liess ihn sogar laufen.
Seite 1 2 3 »
Seitenanfang

Top 3

1 Wegen Bruthitze Murgänge und Lawinen bedrohen Berglerbullet
2 «Flammen werden immer höher» Grossbrand bei Recycling-Firma in Cressier FRbullet
3 M38 aus dem Calanda-Rudel Jetzt sind zwei Wölfe im Goms unterwegsbullet

Schweiz