Staatsanwalt fordert 16 Jahre Haft Vater soll Norah (†7) aus Hass auf Ehefrau ermordet haben

LEUK VS - Ein Familienvater, der im Juni 2012 in Leuk VS seine 7-jährige Tochter getötet haben soll, soll für 16 Jahre ins Gefängnis. Dies forderte die Staatsanwaltschaft vor dem Bezirksgericht Leuk und Westlich-Raron, und zwar wegen Mordes.

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Mourad A.* (49) entschuldigte sich vor Gericht bei seiner Frau: «Ich bin verantwortlich für das, was passiert ist, aber nicht für das, weswegen ich angeklagt bin. Es ist sehr schwerwiegend und ich verdiene eine Strafe», hielt der Angeklagte fest.

Das Mädchen, die siebenjährige Norah, hatte im Juni 2012 ein gemeinsames Wochenende mit ihrem Vater, einem Banker aus dem Waadtland, verbracht.

Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Verurteilung wegen Mordes. Sie beschrieb den Mann im Prozess als getrieben von Hass und Rache. Die Ehe kriselte bereits vier Jahre vor dem Delikt, worauf sich das in der Waadt wohnhafte Paar in eine Therapie begab.

Frau beichtete kurz vor Norahs Tod ihrem Ehemann eine Affäre

Im Mai 2012 eröffnete die Frau ihrem Mann, dass sie eine Affäre mit einem anderen Mann habe. Sie gab dennoch grünes Licht für das verhängnisvolle Wochenende der Tochter und des Vaters in Leukerbad. Laut Anklage plante der Mann die Tat und ging skrupellos vor.

In der Nacht vom 2. auf den 3. Juni 2012 erwürgte er seine Tochter, bevor er sie zusätzlich mit einem Kissen erstickte. Die Staatsanwaltschaft macht angesichts der Vorgeschichte geltend, dass der Mann seiner Frau grosses Leid zufügen wollte und die Rachegelüste stärker gewesen seien als die Liebe zu seiner Tochter.

Mann sass apathisch neben seiner toten Tochter

Die Frau alarmierte spätabends am Sonntag die Polizei, nachdem die Tochter vom Wochenende nicht zurückgekommen war. Die Polizei brach die Tür zur Wohnung auf und fand das tote Kind im Bett und den Mann in einem apathischen Zustand am Boden sitzend vor.

Die Verteidigung beschrieb den Angeklagten als fragil und von Depressinen gezeichnet. Bereits seine Mutter sei depressiv gewesen und habe mehrmals versucht, sich umzubringen. Sein Bruder nahm sich nach mehreren Versuchen das Leben.

Verteidigung: Es waren Ohnmachts- und Würgespiele

Seit über 18 Jahren nahm der Familienvater Medikamente ein, wie sein Verteidiger ausführte. Diese Depressionen seien auch Ursprung der Ehekrise gewesen. Die Verteidigung wies den Anklagepunkt des Mordes zurück.

Vielmehr habe der Vater die Tochter bei Ohnmachts- und Würgespielen fahrlässig getötet. Er habe zuvor viele Medikamente eingenommen und seinem Leben ein Ende setzen wollen. Im Zweifel müsse das Urteil für den Angeklagten ausfallen, hielt die Verteidigung fest.

Die Staatsanwaltschaft wies diese Version entschieden zurück. In der Autopsie gebe es keine Anzeichen für einen Unfall, es handle sich deshalb um Mord. Wann das Urteil gesprochen wird, ist noch offen. (SDA)

Publiziert am 14.01.2016 | Aktualisiert am 14.01.2016
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7 Kommentare
  • Susanne  Reich 15.01.2016
    Wenn ich lese Ohnmachts- und Würgespiele mit einem 7-jährigen Kind, frage ich mich ernsthaft über den Geisteszustand dieses Ex-"Vaters". Es klingt sehr böse, doch anstelle aus Verletztheit, Trotz und Wut sich das Liebste und Wertvollste zu nehmen, was er hatte, hätte er tatsächlich besser sich selbst bestraft oder zumindest in eine Klinik eingewiesen.
  • lui  chinotto 15.01.2016
    Staatsanwaltschaft verlangt 16 Jahre??!! Ist wohl ein Witz oder was? Das ist Mord aus niedrigen Beweggründen, 25 Jahre und anschließende Verwahrung.
  • Rolf  Hess 14.01.2016
    Man muss nicht SMS mit Morddrohungen schreiben, wenn man hinterher Märchen von Ohnmachts und Würgespielen erzählen will, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Mit Kindern macht man keine Ohnmachts und Würgespiele. Es ist natürlich ein Unterschied, ob man wegen einem Märchen 2 Jahre oder wegen absichtlichem Mord 16 Jahre bekommt.
  • Peter  Müller 14.01.2016
    Eine absolute Sauerei, was die Verteidigung fordert. "Fahrlässige Tötung", dass ist doch ein Witz. Schlimm ist, dass der Verteidiger ein CVP-Ständerat !!! ist. Hoffentlich lässt sich das Gericht davon nicht beeindrucken.
  • Peter  Leo 14.01.2016
    Und wenn dann die KESB zu früh sich einschaltet, geht vor allem in der Boulevard-Presse das grosse Lamento los.
    • Susanne  Reich 15.01.2016
      Die KESB ist gottseidank nicht der Nabel der Welt. Doch wenn, sollte sie sich rechtzeitig einschalten. Ich glaube, dies nennt man Fachkompetenz, auch wenn jeder Fall wieder anders und das Beurteilen sicherlich nicht immer einfach ist. Ich hoffe immer noch, dass eine bessere Lösung als die KESB gefunden werden wird. Die Vormundschaftsbehörden waren definitiv besser!