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Die Uno jagt Schweizer Folterknecht», . Nämlich Erwin Sperisen (40), guatemaltekisch-schweizerischer Doppelbürger. Von 2004 bis 2007 war er Polizeichef in Guatemala. Jetzt wirft ihm eine internationale Uno-Kommission schwere Verbrechen vor. Sperisen habe zu einer kriminellen Organisation gehört, der Morde zur Last gelegt werden. Und Entführung, Erpressung, Geldwäscherei, Raub und Drogenhandel vorgeworfen. Im August erliess eine Richterin Haftbefehle, auch gegen Sperisen.
Doch der hatte das Land verlassen. Richtung Schweiz, wurde vermutet. Gestern hat er sich via Nachrichtenagentur SDA gemeldet. Die traf ihn im Berner Büro der Evangelischen Volkspartei (EVP). Denn Sperisen ist Vorstandsmitglied der EVP Genf. Die hat die EVP Schweiz Anfang Jahr über die «spezielle Persönlichkeit» informiert, sagt Generalsekretär Joel Blunier.
Sperisen sagte der SDA: «Ich bin unschuldig.» Und: «Ich bin Opfer von politischen Manövern und einer Diffamierungskampagne guatemaltekischer Medien.» Er sei im April 2007 in die Schweiz geflüchtet, weil sein Sohn und er mit dem Tod bedroht worden seien.
Die EVP sieht im Moment keinen Handlungsbedarf, wie Präsident Heiner Studer sagt. «Es gilt die Unschuldsvermutung, solange nicht Fakten vorliegen, die das Gegenteil beweisen», sagt Studer.
Der Genfer Nationalrat Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen und Kenners des Falls, sieht das anders: «Ich vertraue meinen Informanten und bin überzeugt, dass die von der Uno-Kommission erhobenen Vorwürfe gegen Sperisen im Wesentlichen zutreffen.» Und: «Ich verlange, dass die Behörden jetzt endlich handeln und sofort ein Strafverfahren gegen Sperisen einleiten.»
Erwin Sperisen, als er noch im Amt war. Jetzt wird international nach ihm gefahndet. (ZVG)Erwin Sperisen, als er noch im Amt war. Jetzt wird international nach ihm gefahndet.- ZVG