Sozialamts-Mitarbeiter M. K. (52) in Hägendorf SO fristlos entlassen, weil er seine Macht missbrauchte Die Masche mit dem Sex

HÄGENDORF SO - Schock in der Region Gäu: Auf dem Sozialamt in Hägendorf wurde laut BLICK-Recherchen ein Mitarbeiter per sofort entlassen. Verdacht: M. K.* (52) soll sein Amt missbraucht haben und sich an mehrere Sozialhilfe-Empfängerinnen rangemacht haben. Er bestreitet es vehement.

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Hat Sozialamtsmitarbeiter M. K.* (52) perfide seine Funktion ausgenutzt, um seine sexuellen Gelüste zu stillen? Fakt ist: Der Mitarbeiter der Sozialregion Untergäu SRU in Hägendorf SO wurde laut BLICK-Recherchen fristlos entlassen. Die Staats­anwaltschaft ermittelt.

SRU-Stellenleiter Michel Tschanz (46) bestätigt: «Es ist richtig, dass wir einen Angestellten am 19. Oktober per sofort entlassen mussten. Wir haben am 27. Oktober eine Anzeige eingereicht ­wegen ­diverser Offizialdelikte.» Mehr darf er nicht sagen. Nur noch so viel: «Wir sind zutiefst von unserem Mitarbeiter enttäuscht.» Die Staatsanwaltschaft bestätigt den Eingang der Strafanzeige. «Diese wird nun geprüft», sagt Sprecher Jan Lindenpütz. Zu einzelnen Untersuchungshandlungen sage man nichts.

BLICK weiss, warum M. K. gehen musste: Eine Sozialhilfe-Empfängerin hatte sich vor kurzem bei der SRU gemeldet und gesagt, sie sei von M. K. unter anderem sexuell genötigt worden. Offenbar konnte die Frau das beweisen, sonst hätte die SRU nicht sofort gehandelt.

Hilfe gegen Sex?

Der Verdacht: M. K. soll Klientinnen, denen das Amt eine Wohnung für 950 Franken bezahlt, länger als erlaubt ihre zu teuren Wohnungen gelassen haben. Anderen soll er Weiterbildungen zugesprochen haben. «Damit übte er Druck auf mich aus, machte anzügliche Sprüche und wollte mich gar zu Sex in ein ­Hotel einladen», sagt ein Opfer zu BLICK. Sie habe abgelehnt – bisher aber aus Angst und Scham geschwiegen. Nachdem sich jedoch die erste Sozialhilfe-Empfängerin bei der SRU gemeldet hatte, überprüfte diese die rund hundert Sozial­fälle, die M. K. als Kaufmann führte. Resultat: Es gab schon bald ein zweites Opfer, das von der gleichen Masche berichtete. Erschreckend: Schon jetzt sind zwölf Fälle bekannt, bei denen Unregelmässigkeiten in den Abrechnungen zu finden sind. Ob diese Frauen auch von M. K. belästigt wurden, wird abgeklärt.

Sicher ist: Die Anzeige gegen M. K., der schon mal in einem Solothurner Dorf Gemeindeschreiber war, läuft wegen schwerer Pflichtverletzung in Fallführungen, Amtsmissbrauch, Nötigung und sexueller Nötigung. Es wird sich zeigen, was der Amtsmann seit seinem Stellenantritt im Januar 2009 seinen SRU-Klientinnen alles versprochen hat – und ob es ­allenfalls zu intimen Kontakten gekommen ist.

Zu BLICK sagt M. K. gestern nur: «Ich habe doch nichts getan!» Konkrete Fragen zum Fall wollte der verheiratete Familienvater nicht beantworten.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 01.11.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016
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16 Kommentare
  • roland  danghi 01.11.2016
    Traurig, was sich der Blick wieder einmal erlaubt für eine spannende Schlagzeile. Aber fast schlimmer finde ich die Leute, die Artikel wie diese lesen und ohne das ganze zu hinterfragen ein Urteil fällen. Medien wie diese schaden den betroffenen Personen in einem unvorstellbaren Ausmass. Der Artikel beinhaltet ausschweifende Vorwürfe ohne handfeste Beweise. Das ist definitiv kein ernstzunehmender Journalismus.
  • Peter  Kaufmann aus Oftringen
    01.11.2016
    Man fragt sich ob dieser Mann so was nötig hat? Er ist verheiratet und hat einen guten Job. Warum kauft er sich keine Dirne, wenn er schon Sex will?
  • Erich  Winter , via Facebook 01.11.2016
    Es kann ja auch nicht sein ,dass es für jeden Anlass eine Versicherungspolice gibt.Und einige Herren von der Versicherung glauben, sie haben die Herrschaft über zu alles Macholieren.
  • Alison  Smith , via Facebook 01.11.2016
    Sozialamt? Wie auch immer die Schuldfrage geklärt wird: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Und einmal mehr im Nebensatz verheirateter Familienvater... mehr fehlen die Worte!
    • Peter  Meier 01.11.2016
      Für das Modell Ehe spricht das nicht gerade.
  • Stefan  Müller 01.11.2016
    Was ist, wenn sich die Vorwürfe als halb so wild oder unwahr erweisen? Mit solchen Artikeln wird jemand einfach vorab fertig gemacht, evtl. sein Leben zerstört. Das ist unverantwortlich.