CAROUGE (GE) - Semhar A. (12) wurde am Freitag als vermisst gemeldet. Wenig später fand die Polizei das Mädchen zu Hause - sie war tot. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus.
play
Semhar wurde tot unter ihrem Bett gefunden.
Als die Genfer Polizei die Vermisstmeldung veröffentlicht, hat der Mörder schon zugeschlagen.
Kurz vor 18 Uhr bitten die Ermittler die Bevölkerung am Freitag um Hilfe. Semhar A.* (12) ist einen Tag zuvor auf dem Nachhauseweg verschwunden! Sie trägt Minishorts, ein buntes T-Shirt, Ballerinas.
Ihre Freundinnen haben sie am Kreisel an der Route de Drize im Genfer Vorort Carouge verabschiedet. Nur wenige Gehminuten von ihrem Zuhause entfernt, einer Wohnung im zweiten Stock eines Blocks. Dort sei sie nie angekommen, schreibt die Polizei.
Die Polizei sucht das Quartier mit Spürhunden ab. Und fährt um 19 Uhr mit einem Grossaufgebot zum Wohnblock der Oberstufenschülerin. Mit Blaulicht und Sirenen!
Die Vermisstmeldung wird zurückgezogen. Die Hunde haben angeschlagen. Semhars Leiche liegt unter dem Bett. In der Wohnung ihrer Eltern. Dort, wo sie angeblich nie angekommen war. Semhar lag während der ganzen Suchaktion daheim. Laut «Tribune de Genève» wurde sie erdrosselt. Aber wer hat das Mädchen getötet?
Semhars Freundinnen sind untröstlich
«Wir wissen nichts», sagt Vater Dawid A.* (42) gestern. «Wir können nicht mehr in unsere Wohnung», klagt Mutter Hanna A.* (31).
Denn die Genfer Kriminalpolizei hat die Wohnung der Familie versiegelt. Auch gestern stellten zivile Polizisten Material aus der Wohnung sicher, trugen es in Plastiksäcken davon.
Die Nachbarn beschreiben Semhar als aufgestelltes Mädchen, «manchmal etwas schüchtern».
Semhars Freundinnen sind untröstlich. «Ich habe Dir diese Worte nie gesagt, das bereue ich jetzt. Denn ich liebe Dich», schreibt etwa Manon G.* (12) auf die Facebook-Seite von Semhar. «Ich begreife erst jetzt, dass Du eine wahre Freundin warst.» Und: «Wenn ich den erwische, der Dir das angetan hat, dann gebe ich ihm ordentlich aufs Maul.»
Die Staatsanwaltschaft hat den Fall Semhar gestern für dringlich erklärt.
* Namen der Redaktion bekannt
Alle Kommentare (2)