Schleimiges Experiment in Lausanne Christelle schmust mit Schnecken

LAUSANNE - Die Westschweizer Künstlerin Christelle Becholey Besson hat eine WG mit Schnecken gegründet. Ihre Erfahrungen waren intensiv – bis hin zur «erotischen Invasion».

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Wie sind eigentlich Schnecken so drauf, im Alltag? Das hat sich die Künstlerin Christelle Becholey Besson (30) gefragt, bevor sie mit Dutzenden von ihnen zusammengezogen ist. Einen Monat lang lebte die Lausannerin mit den Weichtieren unter einem Dach. Anfänglich waren es 50 – doch sie vermehrten sich so rasant, dass bald 300 weitere dazukamen.

«Mein Ziel war es, einer anderen Spezies zu begegnen und zu beobachten, wie sie sich mir und meinem Universum gegenüber verhält», sagt Becholey Besson zu «Le Matin». Ihre Erkenntnisse präsentiert sie an einer multimedialen Ausstellung, die am Donnerstag in Martigny gestartet ist.

Die Künstlerin fand ihre Zeit in der Schnecken-WG offensichtlich bereichernd. «Schecken sind einerseits ekelhaft, aber auch naiv, schön und hypnotisierend. Und sehr faszinierend», sagt sie.

Eine «erotische Invasion»

Einmal hätten sie Mitbewohner, die sie zu ihren Füssen abgesetzt habe, regelrecht «kolonisiert». «Nach drei Stunden begannen sie, meine Haut zu Essen», verrät sie. Diese langsamen Bewegungen und die schleimigen Berührungen hätten sich fast wie eine «erotische Invasion» angefühlt.

Ihre Begegnungen mit den Schnecken hat die Künstlerin filmisch festgehalten – und sogar einige ihrer Mitbewohner mit Mini-Kameras ausgestattet, um einen Teil der Geschichte auch aus der Schnecken-Perspektive erzählen zu können.

Nach dem intimen Monat wollte Becholey Besson den Schnecken, die sie von einem Züchter ausgeliehen hat, gerne die Freiheit schenken. Doch ein Biologe habe ihr davon abgeraten. Diese Art sei nicht für den Winter gewappnet – ausserdem hätten in Gefangenschaft geborene Schnecken in der Wildnis grösste Schwierigkeiten zu überleben.

Ihre gute Beziehung zum Menschen hat also auch diesen Schnecken nichts gebracht und sie enden am selben Ort wie viele ihrer Artgenossen: In der Pfanne. (rey)

Publiziert am 21.10.2016 | Aktualisiert am 21.10.2016
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  • Pietro  Secreto aus Kölliken
    22.10.2016
    Sie schmust nicht, prüft nur ob die Schnecke zum Verzehr geeignet ist. Schnecken sind in der Westschweiz Delikatessen wie Froschschenkel. En guete!