Sarah (16) sass im Bus beim tödlichen Car-Drama von Siders VS «Warum habe ich überlebt?»

SITTEN (VS) - Die Belgierinnen Britt und Sarah (beide 16) haben das schwere Busunglück im Wallis vor vier Jahren überlebt. Zum ersten Mal sprechen sie über ihre Erlebnisse, ihre Rettung und ihre Schuldgefühle.

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Es ist Dienstagabend, gegen 21.15 Uhr, als ein belgischer Reisecar in Siders VS gegen eine Tunnelwand rast. 28 Menschen sterben. Darunter 22 Kinder, alle ungefähr im Alter von zwölf Jahren (BLICK berichtete). Das schwere Busunglück im März 2012 schockte ganz Europa.

Car-Drama von Siders VS: Überlebende sprechen über das Busdrama play
Beim Busunglück kamen 28 Belgier ums Leben, 22 davon waren Kinder.  KANTONSPOLIZEI WALLIS

Nur wenige Menschen überlebten den Unfall. Zwei von ihnen sind die belgischen Mädchen Britt und Sarah. Heute sind sie beide 16 Jahre alt. Vergessen werden sie die schrecklichen Szenen aber nie. Die Schreie. Der Geruch von verbranntem Gummi. Die toten Körper auf der Strasse.

Car-Drama von Siders VS: Überlebende sprechen über das Busdrama play
Sarah kämpft sich zurück ins Leben. RTS

Zum ersten Mal sprechen die beiden heute Abend über ihre Erlebnisse und die Zeit nach dem Unglück. «RTS1» strahlt um 20.10 Uhr einen Dokumentationsfilm von Raphaël Guillet aus

Mit der Schuld leben

Die Helfer retteten Britt als erstes Kind aus dem Bus. Sechs Tage lang lag sie danach im Koma. Die Beine, den einen Knöchel und den einen Ellenbogen gebrochen. Ebenfalls hatte sie ein Loch im Kopf. Langsam kämpfte sie sich ins Leben zurück, musste wieder lernen, zu gehen. Heute ist sie Profi-Baskettballerin. «Ich möchte Psychologin werden. Im Spital haben sie mir angeboten, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, ich habe aber immer abgelehnt.» Das bereut sie heute. «Ich hätte über meine Gefühle sprechen können.»

Car-Drama von Siders VS: Überlebende sprechen über das Busdrama play
Sarah (16) ist eines der wenigen überlebenden Kinder des schweren Busunglücks im Wallis vom März 2012. Heute Abend spricht sie über das dramatische Erlebnis und die Zeit nach dem Unfall. RTS

Schuldgefühle – die empfindet auch Sarah. «Warum habe ich überlebt, während die anderen starben? Sie sollten auch noch hier sein.»

Neben den beiden Mädchen sprechen auch Eltern der getöteten Kinder. (stj)

Publiziert am 19.10.2016 | Aktualisiert am 19.10.2016
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Die ersten Minuten nach dem Busdrama von Siders

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5 Kommentare
  • Marco  Camponovo , via Facebook 20.10.2016
    hört auf mit dem gejammer,wenn es car, bus reisen gibt von deutschland in die schweiz für 25 franken,was für ein chauffeur sitzt drin was verdient er,wie ist der zustand des cars.....solange es billig angebote gibt passieren solche sachen.
  • Helga  Grand aus susten
    20.10.2016
    ich habe die Sendung gestern Abend gesehen, mir ist immer noch ein Schauer über den Rücken gelaufen, wie vor vier ein halb Jahren als es passierte. Es sind ja nur 10 min. von meinem zuhause entfernt. Unglaublich was die wo im Bus waren mitgemacht haben, wo überlebt haben, oder die Eltern die ihre Kinder verloren haben. Eine schreckliche Tragödie, die niemand so schnell vergessen kann.
  • Mitch  Jung aus Thurgau
    19.10.2016
    Ich sag schon immer, unsere veralteten Tunnels sind einfach zu unsicher und nicht mehr zeitgemäss. In der Schweiz passieren auffällig viele Unfälle in Tunnels. Verglichen mit unseren Nachbaren in Österreich. Auch dort hat der Verkehr drasstisch zugenommen.Aber die Tunnels sind da 24 h Videoüberwacht, gute LED Beleuchtung mit Warntafeln die Zentral gesteuert werden können, je nach Verkehr und Strassensituation. Gibts sowas in der Schweiz?!
    • Felix  Saxer aus Ruswil
      19.10.2016
      Natürlich gibts das alles in der Schweiz. Doch was nutzt eine Videoüberwachung wenn einer auf die falsche Strassenseite gerät, einschläft oder in die Tunnelwand fährt? Es sind die Autofahrer, welche Unfälle verursachen und nicht die Tunnels. Sie fahren wohl nicht viel durch die Schweiz, sonst würden sie unsere modernen, überwachten und hellen Tunnels kennen.
    •   Reto Markwalder aus Schwyz
      20.10.2016
      @Jung, jeder Tunnel in der Schweiz ist durchgehend mit Video überwacht, und dies schon seit Jahren. Warntafeln sind ebenfalls drin und zentral gesteuert. Und die Umrüstung auf LED ist im Gange. Übrigens sind auch in Österreich noch lange nicht alle Tunnels auf LED umgestellt.
      Sind Sie schon mal in Chiasso auf der Autobahn nach Italien gefahren? Einige hundert Meter nach dem Zoll kommt der erste Tunnel. Das sind gefährliche, veraltete Tunnels...