Richter tritt wegen Porno-Skandal zurück

  • Publiziert: 11.03.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

PRUNTRUT JU – Die Sex-Surfer in der jurassischen Verwaltung schlagen Wellen bis ins Kantonsgericht: Dort wurde ein weiterer prominenter Rücktritt verkündet.

Kantonsrichter Pierre Boinay hat heute seinen Rücktritt erklärt. Gegen ihn sei von der Aufsichtsbehörde eine Untersuchung eröffnet worden «im Zusammenhang mit der Nutzung nicht-beruflicher Sites» im Internet, schrieb Boinay dem Parlament.

Er anerkenne die ihm vorgehaltenen Tatsachen, die den Verwaltungsdirektiven zum Internet-Gebrauch nicht entsprochen hätten. Er sei sich jedoch sicher, dass die Vorgänge nicht von strafrechtlicher Bedeutung seien und seiner Arbeit nicht geschadet hätten, hielt Boinay weiter fest.

Um aber Kritik an den Justizbehörden, für die er 30 Jahre lang loyal tätig gewesen sei, zuvorzukommen, habe er sich nach reiflicher Überlegung zum Rücktritt auf den 30. August entschlossen. Bis dahin wolle er noch einzelne Dossiers zu Ende bearbeiten. (SDA/dip)

Affäre kostete schon einen Kopf

Seit letztem Freitag wird die jurassische Kantonsverwaltung von einer Porno-Affäre erschüttert. Rund 30 Beamte stehen im Verdacht, an ihrem Arbeitsplatz Pornographie aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Staatsanwalt Yves Maître gab gleichentags seinen Rücktritt bekannt, um den Ruf der Staatsanwaltschaft zu retten. Die Regierung hat gegen die Beamten Disziplinarverfahren eingeleitet.