«Musliminnen wollen sich nicht mehr exponieren» Sinkende Nachfrage nach Burkas und Burkinis

GENF - Die Burka-Diskussion ist auf ihrem Höhepunkt. Doch wie gross ist die Nachfrage nach einer Burka oder einem Burkini? Die Betreiberin eines Online-Shops gibt Auskunft.

Sinkende Nachfrage nach Burkas und Burkinis wegen Exponierung play
Junge Musliminnen in Genf. Keystone

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In den muslimischen Kleiderläden waren Burkinis noch vor ein paar Jahren der Renner. In der arabischen Welt füllten sie die Seiten der Frauenmagazine. Hierzulande waren sie vor allem in der französischen Schweiz zu sehen. Diese Zeiten jedoch sind vorbei.

A.H.* betreibt seit bald neun Jahren den Online-Shops Zohra. Es gab Zeiten, da lief das Geschäft sehr gut, sagt sie. In den letzten beiden Jahren sei Umsatz mit Burkinis aber massiv eingebrochen. 

Sinkende Nachfrage nach Burkas und Burkinis wegen Exponierung play
 

«Die muslimischen Frauen möchten sich nicht mehr exponieren», glaubt H. Das trifft auch auf sie selbst zu – die Genfer Unternehmerin möchte  lieber anonym bleiben. 

Sie betont: «Die Diskussion um muslimische Bekleidung in der Öffentlichkeit ist mit sehr viel Hass verbunden». Die Frauen würden deshalb zurückhaltender. «Strenggläubige Musliminnen bleiben lieber Zuhause, als im Burkini in die Badi zu gehen.» 

«Eine Nachfrage nach Burkas gibt es nicht»

Mitte September hat der Schweizer Nationalrat einem nationalen Burka-Verbot zugestimmt – wenn auch nur knapp (BLICK berichtete).

A.H. hält einen solchen Entscheid für überflüssig. «Eine wirkliche Nachfrage nach Burkas gibt es hierzulande nicht», sagt sie. Die Frauen, die man in der Schweiz in einer Burka auf der Strasse sieht, seien meist Ausländerinnen. «Ich kann die ganze Aufregung um dieses Kleidungsstück nicht verstehen.»

Nur eine verschwindend geringe Menge von Schweizer Musliminnen würden wirklich eine Burka tragen, geschweige dann eine in der Schweiz kaufen. «Diese Kleidung wird meist im Ausland gekauft oder bestellt.» Sie selbst hat deshalb gar nie Burkas auf ihrer Webseite angeboten.

Im Online-Shop Zohra verkaufen sich derzeit vor allem die Kopftücher und Foulards. «Ich biete eine grosse Auswahl an Hijabs in allen Farben an.» Gerade die moderne muslimische Frau achte sehr auf Stoffe und Farben. Das Kopftuch sei Accessoire, dass täglich getragen würde und deshalb auch gut aussehen müsse.

Amazon verkauft sexy Burka-Kostüm

Das Online-Versandhaus Amazon vertreibt derweil in Grossbritannien eine ganz anderes muslimisches Outfit: Die sexy Saudi-Burka. Ein Mini-Kleid in schwarz mit Schleier das mehr einem Party-Dress gleicht, als einem religiösen Kostüm.

Die Reaktionen waren gross, wie die deutsche Ausgabe der «Huffington Post» schreibt: «Ihr seid alle ekelhafte Rassisten. Euer Kostüm hat nichts mit meiner Kultur zu tun», war nur einer der Kommentar auf der Webseite des Onlinehandels.

Dieser reagierte und entfernte das Outfit von der Seite. Ein Pressesprecher des Unternehmens sagte der britischen Nachrichtenagentur SWNS: «Alle Drittanbieter auf unserer Seite müssen sich an unsere Richtlinien halten. Andernfalls müssen sie mit Konsequenzen rechnen. Zu diesen gehört auch die Löschung des Accounts.»

* Name geändert

Publiziert am 08.10.2016 | Aktualisiert am 14.10.2016
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11 Kommentare
  • Mutlu  sürücü aus Mars
    10.10.2016
    İn allen demokratischen Verfassungen steht, dass die Menschen wegen des Geschlechtes, Herkunft, Rasse, religiöse oder politische Meinungen nicht benachteiligt oder diskriminiert werden. Leider sieht es in der Praxis ein bisschen anders aus. Warum können die İslamischen Symbole nicht geduldet werden?
    • Tamara  Bachmann , via Facebook 15.10.2016
      Weil Frauen WEGEN des Tragen einer Burka diskriminiert werden! Weil Frauen unterdrückt werden und ihnen eingeschärft wird, dass es ihnen beim Tragen einer Burka besser geht! Warum regen Sie sich denn auf? Wäre das Tragen freiwillig, würden Sie sich ja kaum aufregen.
  • Fritzpeter  Friedli , via Facebook 08.10.2016
    Herr Brüllhardt, nein so nicht! Die Burka und Burkini Mode wollen wir nicht. Ist ja Furchtbar traurig, verbreitet nur Angst und Schrecken. Bei uns trägt man zur Oktoberfest- Zeit Land auf und ab, die Lederne Tracht, die Frauen schmücken sich mit den schönsten Dirndl. Das ist Kultur vom feinsten und macht die Menschen Freundlich und Freude herrscht. Dazu schönste Blasmusik, eine Mass Bier, Brezen, dazu Weisswurst oder Hähnel ev. Schweinshaxen! Noch Fragen Hr. Brüllhard, zu ihrer Sauregurkenzeit?
    • Max  Brüllhardt 09.10.2016
      Ich habe fast gelacht aber dann realisiert dass das ernst gemeint ist
    • Hanspeter  Müller aus Bern
      09.10.2016
      Herr Friedli, die Dirndl gehören nicht zu unserer Kultur. So wie Bier, Brezen, Weisswurst und Hähndl und die "Volksmusik" nicht dazu gehören. Das ist Bayrisch-Oesterreichisch. Die Schweiz hat noch nie zu Bayern gehört und die Oesterreicher bekanntlich heraus geworfen. Keine einzige Schweizer Tracht - und es gibt deren viele - stellt die Brüste so obszön zur Schau wie die Dirndl und kein Mann mit Achtung vor Schweizer Brauchtum würde Lederhosen tragen.
  • Thomas  Zürcher 08.10.2016
    Ich frage mich immer wieder warum jene Muslime die sich an der westlichen Kultur so sehr stören denn nicht zu ihren eigenen und bestens vertrauten Kulturkreisen zurückkehren? Die Antwort darauf ist einfach: Weil genau jene Muslime im Westen ihre islamische Kultur durchsetzen wollen.Wir erleben den zunehmenden islamischen Einfluss aber auch immer wieder im täglichen Leben. Vor allem die nicht endenden Forderungen seitens islamischer Lobbys denen oft nachgegeben wird geben einem zu denken.
  • Clélia  Morand aus Vernayaz
    08.10.2016
    Ja das ist endlich eine gute Nachricht,haben sie endlich begriffen,dass sie in einem anderen Land sind .
  • Dracomir  Pires aus Bern
    08.10.2016
    Beim Burka-Verbot geht es überhaupt nicht darum, ob es hundert, tausend oder hunderttausend sind. Das ist nur Erbsenzählerei, die vom Thema ablenken soll. Hier geht es um die Islamisierung unseres Landes, welche unbedingt verhindert werden muss. Darum JA zum Verbot ALLER moslemischen Verhüllungstücher.
    • Markus  Schweizer 08.10.2016
      Und wan warst Du das letzte mal in der Kirche?
      Und als man die Christliche Religion auf die anderen Kontinente einschleppte hat auch kein Europäer sich echauffiert.... also was soll der Humbug? Typische Phobie die hier herscht. Würde sich eh alles von alleine regeln. Den die Arabischen Frauen (Touristinnen) gehen jetzt zurück mit dem Wunsch nach mehr Freiheit und Rechte. Und das sollten wir fördern... der Wandel der nun mal kommen wird in den erz konservativen Islamischen Ländern.