Mit elf Luxusautos am Flughafen Genfer stoppen Protz-Diktatoren-Söhnchen

GENF - Diktatoren-Spross Teodorín Obiang (47) wollte mit seinen elf Luxusautos türmen. Die Polizei stoppte ihn am Flughafen Genf.

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Am Montag zog die Genfer Justiz elf Luxusautos des Diktatorensohns Teodorín Obiang ein: Neben dem Bugatti Veyron waren auch ein McLaren P1 sowie diverse Ferrari F12, Enzo und 599 GTB unter den konfiszierten Luxuswagen. AFT / DR

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Teodorín Obiang (47) Sohn des Diktators von Äquatorialguinea, führt ein ausschweifendes Luxusleben. Dieses führt ihn auch regelmässig nach Genf. Immer wieder landen Flugzeuge des autoritären Staates auf der Genfer Landebahn (BLICK berichtete). 

Seit Oktober läuft aber ein Verfahren wegen Korruption, Geldwäscherei und Veruntreuung von öffentlichen Geldern gegen den 47-Jährigen – eine Tatsache, die dem Diktatorensohn offenbar Sorgen bereitete.

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Fertig lustig: Der äquatorialguineische Diktatorensohn Teodorín Obiang wird seit Oktober nun auch von der Genfer Staatsanwaltschaft genauer unter die Lupe genommen. AFP PHOTO / JEROME LEROY

In einem verzweifelten Versuch, seine geliebten Luxusautos vor den Fängen der Justiz zu schützen, brachte er am Montag elf Boliden an den Genfer Flughafen, um sie ausser Landes zu bringen.

Doch die Genfer Staatsanwaltschaft bekam Wind davon und liess die bis zu zwei Millionen teuren Fahrzeuge umgehend konfiszieren, wie «L'Hebdo» berichtet. Darunter einen Bugatti Veyron und einen Sportwagen der Marke Koenigsegg mit 1330 PS. Davon gibt es weltweit nur sieben Exemplare.  

Jacko-Handschuh und Burger-Import

Normalerweise bekommt Teodorín Obiang jedoch alles, was er will: Als er zum Beispiel auf Bora Bora in den Ferien war, wollte er unbedingt einen Cheeseburger von McDonald's.

Sein Pilot musste daraufhin zur 250 Kilometer entfernten Hauptstadt Papeete fliegen und dreissig Cheeseburger im dortigen McDonald's besorgen. Doch als der Pilot wieder zurück war, waren die Cheeseburger kalt – und Obiangs Verlangen danach schon wieder verflogen.

Geld spielt für den Diktatorensohn keine Rolle. Davon hat er genug und bezahlt seine masslosen Shoppingtouren gerne in Cash. So zum Beispiel seine Villa in Malibu – sie kostete 35 Millionen Dollar.

Als grosser Michael-Jackson-Fan besorgte er sich zudem das eine oder andere Erinnerungsstück: Insgesamt besitzt Obiang Memorabilia des King of Pop im Wert von 3,2 Millionen Dollar, darunter die rote Jacke aus «Thriller» sowie den berühmten Glitzerhandschuh.

Amerikaner, Franzosen und Schweizer ermitteln

Die Schweiz ist nach Frankreich und den USA bereits der dritte Staat, der Vermögen des Diktatorensohns einzieht. 2011 beschlagnahmte die französische Justiz sogar 18 Luxusautos – und benötigte ganze zehn Tage, um Obiangs 4000-Quadratmeter-Haus in Paris zu durchsuchen.

Die französischen Ermittler werfen ihm vor, sich zwischen 2007 und 2011 teilweise über Vermittler oder Scheinfirmen Immobilien im Wert von mehreren Dutzend Millionen Euro angeeignet zu haben.

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2011 wurden 18 Luxusautos von Obiang in Paris beschlagnahmt.  AFT / DR

Teodorín ist der Sohn von Teodoro Obiang Nguema Mbasogo (73), dem Diktator von Äquatorialguinea (750 000 Einwohner). Der Vater liess sich erst Ende April, nach 36 Dienstjahren, für weitere sieben Jahre wiederwählen. Er war 1979 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen und gilt als einer der brutalsten und korruptesten Machthaber des Kontinents.

Im Juni ernannte er seinen Sohn Teodorín zum Vizepräsidenten von Äquatorialguinea.

Publiziert am 03.11.2016 | Aktualisiert am 03.01.2017
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12 Kommentare
  • Monica  Rebolledo aus Chillan
    03.11.2016
    Equ.G einer der reichsten Länder in W-Afrika for allem Öl auf der Insel Malabo enstehen riesige Hotelanlagen.Den Einwohner geht es gut ,die die arbeiten sind Expats.Der Sohn kann sich somit x Ferraris und Bugattis leisten. X ausländische Firmen verdienen sich eine Goldene Nase und produzieren eigene Arbeitsplätze .Ja seit der Coup detat fehlschlug (were war wohl der Iniziant?) Ist der Herr gwissen Leuten ein Dorn Im Auge.Habe in Malongo gearbeited,also for Ort.

  • Ruedi  Voser 03.11.2016
    Und warum spende ich für Afrika seit vielen Jahren nie mehr einen Cent und bin gegen Milliarden Entwicklungsgelder für Afrika. Genau deswegen, weil ein paar Herrscherfamilien damit in Saus und Braus leben und der kleine Mann nichts bekommt.
  • Daniel  Grob 03.11.2016
    Bei solchen Fällen blitzt jeweils kurz auf, in welche Taschen unsere Milliarden an Entwicklungshilfegeldern fliessen. Es ist ein unsagbarer Skandal, und es gibt bei uns immer noch Menschen, die trotzdem ständig auf die Tränendrüsen drücken. Gleichsam als Gegenleistung der Eliten afrikanischer Länder für die veruntreuten und verprassten Gelder stehen nun Abertausende derer Landsleute mit der hohlen Hand auf unserer Matte. Und unsere Eliten haben immer noch nicht begriffen, wie das Spielchen läuft
    • Monica  Rebolledo aus Chillan
      04.11.2016
      Herr Grob informieren Sie sich mal korrekt Eq.G. ist einer der reichsten Länder in W-Afrika und ist nicht auf "peanuts" von der Schweiz angewiesen...


  • Hansjürg  Meister 03.11.2016
    Ich finds immer wieder schön, wie unsere Entwicklungshilfe- und Steuergelder zurück kommen. Um den Aufwand zu reduzieren, könnte man sie doch gleich den verschiedenen Managern hier in die Hand drücken...
  • Peter  Stierli aus Geroldswil
    03.11.2016
    Das Leben ist kurz, Teodorín Obiang lebt diese Zeit in vollen Zügen er ist ein richtiger Glückspilz und alle Ermittlungen gegen ihn werden im Sande verlaufen.