Digitale Bürgerwehr Lausanner startet Dealer-Pranger

LAUSANNE - Vor seiner Haustüre herrscht das Drogenelend: Junkies, Dealer, Kriminalität. Jetzt wehrt sich ein junger Lausanner mit einer Beobachtungs-Seite auf Facebook: «Stop Dealers Lausanne».

  • Publiziert: 26.09.2012
play Szene aus Lausanne? Titelbild der Facebook-Bürgerwehr.
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Digitale Bürgerwehr: Facebook-Seite «Stop Dealers Lausanne»

(Screenshot: Facebook)

«Wisst ihr wo die Dealer wohnen?» Mit diesem unmissverständlichen Aufruf auf Facebook macht ein Lausanner Student (28) unter dem Pseudonym Victor Lee Jagd auf die Verantwortlichen für das Drogenelend vor der Türe. Auf seiner Facebook-Seite «Stop Dealers Lausanne» versucht er, mit Gleichgesinnten alle möglichen Informationen zu sammeln: Bilder und Augenzeugen-Berichte von Drogendeals im Quartier, Ideen und Hinweise auf Petitionen gegen das Junkie-Elend.

Die digitale Bürgerwehr hat Erfolg: 9000 Mal wird die Seite in der Zwischenzeit pro Tag besucht, in Spitzenzeiten können es über 15'000 sein. Bisher sind es vor allem Links und Informationen aus lokalen Medien, die gesammelt wurden. Er bekomme aber auch schon Autonummern von verdächtigen Autos zugemailt, sagt Victor zu «Le Matin».

Auf die Polizei, die eigentlich für Ruhe und Ordnung sorgen sollte, ist der Initiant nicht gerade gut zu sprechen: Als er eines Tages entdeckte, wie ihm ein Ordnungshüter eine Busse unter den Scheibenwischer klemmte, «während sich gegenüber seine Szene mit mindestens zehn Dealer abspielte», habe er sich entschlossen, die Facebook-Aktion zu gründen.

Polizei kritisiert Selbstjustiz

Er wisse noch nicht, was er mit all den Informationen anfangen soll. Er sei bereit, für die Polizei Vermittler zu spielen, sagt Victor. Doch dort ist man nicht nur begeistert von der Eigeninitiative des Dealer-Jägers.

Die Stadtpolizei warnt denn auch gegenüber der Zeitung vor jeglichem Aufruf zur Denunziation und auch der zuständige Stadtrat Grégiore Junod will keine Selbstjustiz: «Polizei und Justiz sind dafür da zu intervenieren. Die Bürger sollen nicht zögern ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen.» (bih)

 

Beliebteste Kommentare

  •   schmid andre , wettingen
    So weit sind wir... Bürgerwehr.... Ein Bravo für den Initianten
  • Roland  Rutishauser , via Facebook
    Tolle Sache! Wenn die Politiker nichts gegen die Dealer machen wollen, muss es die Bürger tun. Gruss an die Grünen/SP/GLP!

Alle Kommentare (25)

  • Stefan  Voggensperger , Allschwil
    bei uns in Basel schaut die Polizei zu wie gedealt wird und kontrolliert die ausweise von 18 jährigen die Bier kauften,sozial Staat Schweiz
    • 26.09.2012
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  • Otto  Lüscher , Zürich
    Sehr geehrte Damen und Herren:
    Wenn man weiss wer Lausanne regiert dan ist der Fall klar.Und der Präsident schläft in Bern ein. Ich war im 1956 als Porteur de pain 1 Jahr in Lausanne und das war eine friedliche Zeit. Ich kann mir gar nicht vorstelln das das so schlimm geworden ist. Aber es ist in Basel so in Genf in Bern in Biel und auch in Zürich. Nur haben wir in Zürich den grössten Dreck hinter uns hat aber nicht weniger Drogen einfach versteckt. Geht mal am Sonntag morgen an die Langstrasse Einfach furchtbar Es war einmal die schöste Stadt in Europa heute leider schon lange nicht mehr.Ich weiss von was ich spreche war 45 Jahre im Kreis 8004 OL
    • 26.09.2012
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  • Andreas  Schenker , via Facebook
    Glaubt Ihr wirklich, dass nur ein Politiker oder Richter diese Kommentare liest, geschweige den Interessen für die Sorgen der betroffenen Anwohner hat? Die wohnen alle, von links bis rechts, in noblen Quartieren und sind froh, wenn Sie von den Bürgern in Ruhe gelassen werden, jedenfalls bis zu den nächsten Wahlen.
    • 26.09.2012
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  • monika  furrer , Pfäffikon
    Finde ich Super, fängt schon mal an den Bahnhöfen an, man kennt sie, aber niemand tut was dagegen.....
    • 26.09.2012
    • 73
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  • rene  spinnler , binningen
    Es ist zu spät. Aber das war abzusehen, bei der andauernden Masseneinwanderung krimineller Asylanten. In wenigen Jahren wird die humanitäre Schweiz im Bürgerkrieg untergehen. Die kriminellen Ausländer lachen sich kaputt über das dümmste Volk der Welt.
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