Göldi bald frei? Kanton Genf entschädigt Hannibal Gaddafi

  • Publiziert: 16.03.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
play Nervenkrieg um die Polizeifotos von Hannibal Gaddafi. (Keystone)

GENF – Die Libyen-Krise könnte bald beendet sein. Heute gestand der Kanton Genf Hannibal Gaddafi das Recht auf Schadenersatz zu.

Die Verhaftung Hannibal Gaddafis in Genf hat in Libyen für Unmut gesorgt. Für noch mehr Aufregung sorgte allerdings die Veröffentlichung der Verhaftungsfotos in der «Tribune de Genève» (Blick.ch berichtete).

Der Gaddafi-Clan forderte seither, dass die Schweiz die zuständigen Personen in Genf bestrafen sollen. Zudem wollte Hannibal 100000 Franken Schadenersatz. Als Druckmittel setzten die Libyer die beiden Schweizer Geiseln Rachid Hamdani und Max Göldi ein.

Jetzt soll Bewegung in die Affäre kommen. Wie «10vor10» berichtet, hat heute der Kanton Genf eingewilligt, dem Sohn des libyschen Diktators eine Entschädigung auszuzahlen.

«Es ist höchst bedauerlich, dass die Fotografien des Klägers Hannibal Gaddafi in der Tribune de Genève erschienen sind», schreibt der Staatsanwalt. Der Kanton Genf stelle beim Gericht den Antrag, «dem Kläger Hannibal Gaddafi eine angemessene Entschädigung zuzugestehen.

Person noch nicht ausfindig gemacht

Bei der Person, die die Fotos der Zeitung zugespielt habe, handle es sich vermutlich um einen Angestellten des Kantons Genf. Dieser habe das Amtsgeheimnis verletzt und sich damit strafbar gemacht. Wer die besagte Person sei, habe man noch nicht herausfinden können.

Der Kanton wolle sich seiner Verantwortung nicht entziehen, aber die entscheidende Rolle habe die Zeitung gespielt.

Deshalb solle das Gericht festlegen, wie die Entschädigung an Hannibal Gaddafi zwischen der Tribune de Genève und dem Kanton Genf aufzuteilen ist.

APK-Präsidentin: «Schritt in die richtige Richtung»

Die Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats, Christa Markwalder, sagt gegenüber «10vor10»: «Das ist ein Schritt in die richtige Richtung». Von einem Durchbruch wage sie noch nicht zu sprechen, aber die libysche Seite habe immer darauf bestanden, die Schuldigen für die Veröfftentlichung der Polizeifotos zu finden und zu bestrafen.

Ob dieser Entscheid für Max Göldi den Weg in die Freiheit bereitet, ist unklar. Sicher verbessern sich die Chancen des Schweizers. Die Visa-Restriktionen der Schweiz sind den Libyern aber weiterhin ein Dorn im Auge. Die Schweiz wird diese aber kaum aufheben, so lange Göldi noch in Gefangenschaft ist. (gca)