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Ich dachte, das wars. Jetzt sehe ich meine Tochte Noemi nie wieder», erzählt die Lastwagenfahrerin Cornelia F.* aus Niederönz BE. Die Mutter der Fünfjährigen sprang am 7. Januar über ihren Schatten – und strahlte als «Star des Tages» von der Seite 1 im BLICK.
Bewegungsunfähig liegt das Gleitschirm-Opfer gestern im Spital Langenthal BE. Das rechte Bein steckt bis auf die Zehen in einem dicken Gips.
Letzten Samstag wäre Cornelia bei einem Tandemsprung mit ihrem Freund Yann (36) bei Verbier VS fast ums Leben gekommen (im BLICK).
«Es war so ein schöner Flug. Keine Turbulenzen und super Thermik», schwärmt die begeisterte Gleitschirmspringerin.Nächsten Monat wollte Cornelia den Tandem-B-Schein machen. «Yann wollte mir noch ein paar Tricks zeigen.»
Doch in 150 Metern Höhe passiert das Unglück. «Wir waren bereits im Landeanflug, als wir eine Solospringerin zirka 70 Meter schräg über uns sahen», erinnert sich Cornelia.
Plötzlich dreht sich dieser Schirm um 180 Grad – und donnert direkt auf das Paar zu. «Yann hat die Bremsen bis ans Limit angerissen, aber es war zu spät.»
Die Solospringerin (29) knallt in die Seile des Tandemschirms, verfängt sich. «Die Leinen haben sich wie Beton ineinander verzahnt. Es ging alles unglaublich schnell», sagt Cornelia und zieht ihre Bettdecke bis zum Hals hoch.
Die beiden Fallschirme stürzen ab. «Ich dachte nur ‹Scheisse, jetzt ist alles vorbei!›. Mir schoss meine Familie durch den Kopf, meine kleine Noemi. Was würde jetzt aus ihr werden?»
Cornelia kann die angeflogene Landewiese unter sich sehen. Doch das menschliche Dreiergeschoss verfehlt sie, rast auf einen Parkplatz zu.
Dann der Aufprall: «Es war, als wenn eine Bombe in meinem Rücken explodieren würde. Bei dem Sturz habe ich mir zwei Wirbel gebrochen. Ich könnte jetzt im Rollstuhl sitzen.»
Doch die 32-Jährige hat Glück. Es ist ein stabiler Bruch. «Als erstes habe ich versucht, meine Zehen zu bewegen. Es ging! Da wusste ich, alles wird wieder gut.»
Glück haben auch Cornelias Freund Yann und die Solospringerin. Sie kommen mit Stauchungen und Prellungen davon. Beide konnten das Spital bereits verlassen.
Schuld an dem Unfall habe die andere Gleitschirmpilotin. «Das Reglement besagt, dass ein Tandem immer Vorrang vor einem Solospringer hat», erklärt Cornelia.
Doch sie ist der jungen Frau nicht böse. «Es war ein Flüchtigkeitsfehler. Das kann jedem mal passieren. Und es ist ja keiner gestorben.»
Ob sie wieder springen wird? «Klar!», sagt Cornelia und lacht vorsichtig. «Wenn man von einem Pferd fällt, muss man ja auch sofort wieder aufsteigen.»
Doch bis zu ihrem nächsten Spung muss die abenteuerlustige Lastwagenfahrerin noch etwas warten. Drei Monate darf Cornelia nicht arbeiten und muss ein Korsett tragen.
*Name der Redaktion bekannt
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Cornelia und Yann prallten mit dem Tandemschirm auf einen Parkplatz. Hinter dem dunklen Kombi kümmern sich Sanitäter um die Verletzten. (Kapo Wallis)