Georgie Lamon und Jean-Noël Rey starben in Burkina Faso Polit-Prominenz trauert um Terror-Opfer

SION (VS) - Jean-Noël Rey (†66) und Georgie Lamon (†81) setzten sich jahrelang für eine Schule in Burkina Faso ein. Dann wurden sie Opfer eines Terror-Anschlags. Heute nahm das Wallis Abschied.

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Über 1000 Trauergäste haben heute in der Kathedrale von Sitten von den beiden bei Terror-Anschlägen in Burkina Faso getöteten Schweizern Jean-Noël Rey (†66) und Georgie Lamon (†81) Abschied genommen. Die Gedenkfeier wurde vom Bischof von Sitten geleitet.

Bei der Trauerfeier waren auch Bundesrat Alain Berset sowie die alt Bundesräte Pascal Couchepin, René Felber, Micheline Calmy-Rey und Ruth Dreifuss anwesend. Auch viele amtierende Politiker auf nationaler und kantonaler Ebene erwiesen den beiden Terror-Opfern die letzte Ehre.

Der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, verurteilte in seiner Predigt die blinde Gewalt. Diese habe die furchtbare Macht, das Vertrauen in die Menschen und in Gott ins Wanken zu bringen, sagte der Bischof des Bistums von Sitten.

Der Präsident des Walliser Staatsrates, Jacques Melly, drückte sein Unverständnis und seine Wut gegenüber der Bluttat aus. Georgie Lamon und Jean-Noël Rey seien für die humanitäre Hilfe nach Burkina Faso gegangen. «Man tötet nicht jene, die uns zu Hilfe kommen», sagte Melly.

«Gross, tiefgründig aufrichtig»

Alt Bundesrat René Felber hielt eine Trauerrede für Jean-Noël Rey, den ehemaligen Generaldirektor der PTT. In allem was Rey unternommen habe, sei sein Engagement stets gross, tiefgründig und aufrichtig gewesen.

Der frühere Bundesrichter und Freund der beiden Verstorbenen, Claude Rouiller, konnte kaum seine Tränen zurückhalten. Man werde die beiden Männer dafür in Erinnerung behalten, dass sie ihr Leben dem öffentlichen Wohl gewidmet hätten. «Warum sie? Es gibt keine Antwort, es gibt nie eine Antworte auf das Sinnlose», sagte Rouiller.

Komi Tahirou von der Vereinigung von Burkina Faso in der Schweiz bedankte sich bei den Verstorbenen für ihren Einsatz in seinem Land. Die beiden Männer begaben sich Anfang Jahr nach Burkina Faso, um die die Kantine der Schule des Hilfsprojekts Yelen einzuweihen.

Das Hilfsprojekt war von Georgie Lamon gegründet und von Jean-Noël Rey unterstützt worden. Die beiden Walliser kamen am 15. Januar in Ouagadougou bei einem Terror-Anschlag ums Leben. Insgesamt wurden 29 Personen getötet. Die meisten der Opfer stammten aus dem Ausland.

Rey wurde 66 Jahre alt, Lamon verlor sein Leben im Alter von 82 Jahren. Die beiden werden am Samstag im Kreise ihrer Familien in den jeweiligen Wohngemeinden Lens VS und Chermignon VS beigesetzt. (bau/SDA)

Publiziert am 29.01.2016 | Aktualisiert am 29.01.2016
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Überlebende nach Terror in Burkina Faso «Wer den Kopf hob, wurde abgeschlachtet»

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2 Kommentare
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    29.01.2016
    Mit dem Satz "zur falschen Zeit am falschen Ort" wird unser Leben zu einem russischen Roulette. Wie lange wird es wohl dauern, bis auch unsere Regierung die Konsequenzen zieht ? Abwarten was andere Staaten unternehmen - diesen Tenor hört man oft, wenn mann weiss, dass man eigentlich nichts dagegen tun WILL ! Da werden wir wohl als zukünftiges Kanonenfutter herhalten müssen, wenn wir irgendwo in die Schusslinien solcher Kriminellen geraten.
  • Hans  Scheidegger 29.01.2016
    Ich kann den Satz hier von Rouiller nachvollziehen. "Es gibt nie eine Antwort auf das Sinnlose." Diese Feststellung ist aus hiesiger Sicht berechtigt. Leider sehen das die Attentäter natürlich anders. Für diese kaltblütigen, niederträchtigen Terroristen ist es durchaus sinnvoll, unschuldige Ungläubige brutal niederzumetzeln. Ihr gewissenloses Ziel ist es, ohne Hemmungen überall heimtückisch zuzuschlagen. So gesehen waren diese beiden Männer bedauerlicherweise zur falschen Zeit am falschen Ort.