Kritik am Autosalon Genfer Stadtpräsidentin lästert über Auto-Hostessen

  • Publiziert: 03.03.2011, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Sidonia Küpfer

GENF - Sie mag keine Autos. Und die Stand-Hostessen findet sie sexistisch: Trotzdem wird heute die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno (SP) den Autosalon besuchen.

Autos und schöne Frauen: In der Werbung, aber auch für viele Autofans, ist das ein unschlagbares Duo.

Aber nicht für die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno (SP). Sie besucht heute erstmals den Autosalon – und pfeffert ihren Auftritt vorab mit Kritik an der beliebten Autoshow.

«Ich verstehe diesen Mythos um die Hostessen, die den Kunden anlocken nicht», so Salerno im Interview mit «Le Matin».

An der Landwirtschaftsmesse gibts auch keine Frauen im Minijupe

Für Salerno sind diese Stand-Hostessen schlicht sexistisch. Oder eine Beleidigung für den Autokäufer. «Er soll ein Neandertaler sein, der Fleisch braucht um sich für ein Auto zu interessieren? Das denke ich nicht», nimmt Salerno den Besucher des Autosalons in Schutz.

Aber gehören die Hostessen nicht einfach zum Autosalon? Das lässt Salerno nicht gelten: «Wenn Sie an eine Landwirtschaftsmesse fahren, finden Sie auch keine Hostessen im Minijupes und Stöckelschuhen, die sich auf den Kühen aalen.»

Auch Amanda Ammann regte sich «furchtbar» auf

Unterstützung von prominenter Seite erhält Salerno von Ex-Miss-Schweiz Amanda Ammann. Im Interview mit «Radio 24» übt sie heftige Kritik am Hostessenwesen des Autosalons: «Ich fand es furchtbar, wie wir als Frauen behandelt wurden, ich habe mich furchtbar aufgeregt», erzählt Ammann.

«Ich bin sehr erschrocken, wie sexistisch das Ganze ist. Man steht als Schmuckstück neben einem Auto, dass sich auf einem Teller dreht.»

Salerno träumt schlecht – von Autos

Stadtpräsidentin Salerno ist aber nicht nur gegen die Hostessen, sie ist auch generell keine Freundin des Autos. Warum sie kein Fahrzeug besitze? «Es verschmutzt, ist teuer, macht Lärm, ist gefährlich und breitet sich im öffentlichen Raum aus.»

Immerhin gibt sie zu: «Die Wüste würde ich nicht zu Fuss durchqueren.» Aber mit dem Auto verbindet sie vor allem Negatives: «Alle meine Albträume haben mit Autos zu tun.» Salerno träume davon, dass sie nicht mehr bremsen können und einen Jungen umfahre.

Bei so vielen Animositäten gegen das Auto: Warum bleibt sie dem Autosalon nicht einfach fern wie es einer ihrer Vorgänger tat? Der bekennende Autogegner Christian Ferrazino (Linksallianz), hatte die Eröffnungszeremonie des Autosalons boykottiert. Das habe sie sich auch überlegt, sagt Salerno, doch das hätte nur zu einer «nutzlosen Polemik» geführt.

Die Frage sei erlaubt, ob ihr pikantes Interview nicht denselben Effekt hat.

play Autos und schöne Frauen: In der Werbung, aber auch für viele Autofans, ist das ein unschlagbares Duo. (Keystone)

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Schweiz

Was halten Sie von den Hostessen am Autosalon?»

  • 69,8% Tolle Sache! Die Girls gehören einfach dazu.
  • 18,5% Mir gehts ums Blech und nicht um Busen.
  • 11,6% Es könnten auch mal ein paar knackige Jungs dort posieren.