Ehefrau in der Wohnung des Liebhabers erschossen Eifersüchtiger Neuenburger muss zehn Jahre ins Gefängnis

Ein 72-Jähriger Schweizer ist heute vom Strafgericht Neuenburg für die vorsätzliche Tötung seiner Ehefrau zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte die Tat nicht bestritten.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Tötungsdelikt in Freiburg Schweizer (27) soll Prostituierte (†49)...
2 Genfer Richter abgesetzt Prozess gegen Adeline-Killer beginnt von vorne
3 Mazedonier missbraucht Mädchen (7) im Wallis Freysinger: «Das ist...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Im September 2015 kam es in Boudry NE zu einem Tötungsdelikt. Ein 72-jähriger Neuenburger verdächtigte seine Ehefrau, zum wiederholten Mal fremdzugehen. Die rund 20 Jahre jüngere Frau hatte ihm zwei Jahre zuvor gestanden, einen Liebhaber zu haben, aber versichert, dass es vorbei sei.

GPS-Sender an Auto montiert

Der eifersüchtige Ehemann befestigte aufgrund des Verdachts einen GPS-Sender am Auto der Frau und fand diese tatsächlich in der Wohnung ihres früheren Liebhabers. Er erschoss die Frau am Fenster der Wohnung im Erdgeschoss.

Zuvor war es zu einem kurzen Gespräch gekommen, bei dem die Frau verweigert hatte, nach Hause zu kommen. Der Ehemann konnte heute bei der Gerichtsverhandlung die Tränen nicht zurückhalten.

Erneut durchgeladen

Er erinnerte sich nicht an die Schussabgabe und gab an, rasch die Polizei alarmiert zu haben. Der Liebhaber der getöteten Ehefrau gab vor Gericht eine andere Version an: Bevor der Ehemann die Polizei rief, soll er auch noch erfolglos versucht haben, auf ihn loszugehen.

Beim Eintreffen der Polizei stellte sich der Ehemann am Tatabend ohne Widerstand. Die Staatsanwaltschaft folgte der Version des Liebhabers und führte als Beweis an, dass der benutzte Revolver vor der Beschlagnahmung durch die Polizei wieder durchgeladen war.

Verteidigung forderte Verurteilung wegen Totschlags

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung und eine Freiheitsstrafe von elf Jahren.

Der Verteidiger des Angeklagten betonte die verzweifelte Lage seines Mandanten an diesem verhängnisvollen Abend. Er sei von seiner Frau, die er über alle Massen geliebt habe, verletzt worden. Der Anwalt plädierte auf eine Verurteilung wegen Totschlags zu nicht mehr als vier Jahren Gefängnis.

Psychiatrisches Gutachten zum Nachteil des Angeklagten

Das Gericht verwarf die Anträge des Verteidigers und verurteilte den 72-jährigen wegen vorsätzlicher Tötung zu zehn Jahren Gefängnis. Ein Totschlag wurde ausgeschlossen, auch weil ein psychiatrisches Gutachten dem Mann eine gute Beherrschung seiner Gefühle attestiert hatte. (SDA)

Publiziert am 27.10.2016 | Aktualisiert am 28.10.2016
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

9 Kommentare
  • hanspeter  kobelt 28.10.2016
    flscher Name des Angeklagten. Haette er den richtigen gehabt, waere er wohl guenstiger davongekommen. 10 Jahre Gefaengnis? Da haben wir aber einige, welche viel guenstiger davongekommen sind und mit ihren jungen Jahren anschliessend gleich wieder ein Verbrechen begehen koennen. Der 72-jaehrige Mann ist wohl endgueltig weg infolge seines Alters.
  • Susanne  Reich 27.10.2016
    Wie viele Menschen machen sich noch unglücklich wegen eines untreuen Ehemannes/einer untreuen Ehefrau? Scheidung einreichen und versuchen so gut wie möglich wegzukommen. Dann muss der Ex-Partner sein Leben auch neu ausrichten. In manchen Fällen wäre diese "Rache" effektiver. Dass dieser Mann sehr wütend und enttäuscht war, versteht sich von selbst, doch hat er sich in erster Linie selbst geschadet und den Tod eines Menschen auf dem Gewissen.
  • Heinrich  Zimmermann aus Fulenbach
    27.10.2016
    Wenn ich das Wort Eifersucht schon höre löscht es mir ab. In einer Ehe hat Eifersucht nichts verloren. Heiraten und denken so jetzt gehört der Partner mir ist falsch. Auch ich 72 verheiratet seit 30 Jahren mit einer 20 Jahre jüngeren Frau habe nicht das Recht meine Frau als mein Eigentum zu betrachten und nach dem lebe ich.
  • Hanspeter  Niederer 27.10.2016
    Wann ist es wohl soweit, dass die Ermordung einer Person eine bedingte Strafe absetzt? Mord wird immer "billiger". Für Mord müsste es echt lebenslänglich, d.h. Gefängnis bis zum Tod geben.
    • Marco  Hanhart aus Frauenfeld
      27.10.2016
      Herr Niederer, es hat doch hier niemand etwas von Mord geschrieben, für Mord muss die Ausführung besonders verwerflich sein und dann gilt 10 Jahren bis zu lebenslänglich.
      Da es bei Mord nicht drunter geht, ist ihre Behauptung vonwegen es werde immer billiger einfach nur Dummfug.
  • Harry  Kant , via Facebook 27.10.2016
    Wie kann man einen Revolver durchladen? Das muss mir mal jemand erklären...