Das Drama von La Chaux-de-Fonds erschüttert die Schweiz: Hier starb das vergessene Baby

Eine Nachricht aus La Chaux-de-Fonds schockt das Land: Ein Vater vergass morgens sein Baby im Auto. Am Abend war das kleine Mädchen tot!

Top 3

1 Frust nach Sion-Match 30 FCZ-Ultras plündern Tankstellen-Shop
2 Lausannes grüner Riese Brélaz will nicht krank aussehen «Ich bin mit...
3 Er nahm Banker-Familie als Geisel Millionen-Räuber von Genf geschnappt

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
67 shares
31 Kommentare
Fehler
Melden

Die Geschichte von Georges* (36) und seiner Frau Yvonne*(39) ist eine, wie sie unzählige Einwanderer schreiben. Das französische Paar kam nach dem Studium in die Schweiz, fand Arbeit in La Chaux-de-Fonds NE. Vor 16 Monaten gebar Yvonne eine kleine Tochter. Das Glück schien perfekt.

Doch jetzt wurde die kleine Familie jäh zerstört – durch ein unfassbares Drama.

Ingenieur Georges soll die Kleine an diesem Mittwochmorgen in die Krippe bringen. Auch seine Frau arbeitet an diesem Tag – sie hat in einer anderen Firma einen Job auf der Personalabteilung. Von der Wohnung in Neuenburg fährt der Vater nach La Chaux-de-Fonds. Auf dem Rücksitz seine kleine Tochter im Kindersitz. Sie schläft friedlich, macht keinen Mucks.

Georges stellt sein Auto auf dem Parkplatz der Firma ab, beginnt seinen Arbeitstag.

Das Kind auf dem Rücksitz vergisst er!

Es ist bewölkt an diesem Mittwoch, 16 Grad zeigt das Thermomter im Schatten. Trotzdem: Auch bei solch mässigen Temperaturen kann es in einem geschlossenen Auto bis zu 46 Grad warm werden.

Für das kleine Mädchen wird das Auto ihres Vaters zum tödlichen Gefängnis.

«Gegen 17 Uhr waren Polizei und Ambulanz auf den Parkplatz», sagt eine Augenzeugin. Der Vater hatte  seine Tochter tot im Auto gefunden. Kollegen sind fassungslos. «Niemand hat das Kind schreien gehört», sagt eine Frau. «Es ist so schrecklich, was passiert ist.»

Gemäss SonntagsBlick-Recherchen hatte die Krippe die Mutter noch angerufen, um zu fragen, warum ihre Tochter nicht vorbeigebracht wurde. Doch die Mutter reagierte nicht, weil sie in einer Sitzung war. So bemerkte niemand, dass das kleine Mädchen stundenlang im Auto seines Vaters leiden musste.

Die genaue Todesursache wird derzeit untersucht. Experten erachten es als möglich, dass das Mädchen verdurstet ist. Dann haben seine Organe versagt, es ist bewusstlos geworden – und hat schliesslich aufgehört zu atmen.

Wie kann ein Vater sein Kind im Auto vergessen, einen ganzen Tag lang? Psychologe Henri Guttmann sagt: «Das kann jedem passieren. Wenn der Vater das Gefühl hatte, dass er sein Kind in die Krippe gebracht hatte, ist gut möglich, dass er es einfach vergass.»

Kollegen von Georges sagen, der Druck in der Firma sei immens. Erst im Mai wurde angekündigt,dass 85 der 135 Stellen abgebaut werden sollen. Gegen den Vater hat die Staatsawaltschaft ein Strafverfahren eingeleitet.

Im Treppenhaus des Gebäudes, wo Georges und Yvonne leben, brennt eine Kerze. Ein Nachbar sagt traurig: «Ein Kind ist gestorben.» Im Haus wird das Lachen des kleinen Mädchens nie mehr zu hören sein.

*Namen geändert

Publiziert am 31.08.2014 | Aktualisiert am 31.08.2014
teilen
teilen
67 shares
31 Kommentare
Fehler
Melden

31 Kommentare
  • Andrea  Mordasini aus Bern
    01.09.2014
    Was ist mit denen, die tatenlos am Auto und dem leidenden Kind vorbeigingen? Wieso hat da niemand reagiert? Es bringt aber nichts, nun auf den leidgeprüften Eltern, v.a. dem fehlbaren Vater, rumzuhacken. Denn diese machen sich ganz bestimmt schon die grössten Vorwürfe und sind mit dem Erlebten fürs Leben hart bestraft. Würden aber Eltern wie Mitmenschen etwas aufmerksamer, überlegter, zivilcouragierter und weniger "kopflos" wie gleichgültig leben und handeln, würden solche Tragödien verhindert.
  • Andrea  Mordasini aus Bern
    01.09.2014
    Wie tragisch und unfassbar! Das unschuldige Kleinkind, das wegen Unachtsamkeit eines Elternteils qualvoll sterben musste, tut mir unendlich leid. Ich kann weder verstehen noch nachvollziehen, wie und dass Eltern ihr Kind im Auto einfach so vergessen können. Egal wie gross und schlimm der Druck und der Stress sein mögen, eine Entschuldigung dafür gibt es nichts. Hat denn nicht zumindest die Kita reagiert? Sie hätte das Fehlen des Kindes doch merken müssen. Ihr hätte es doch auffallen müssen.
  • Bianca  Schwarz 31.08.2014
    Das kann nur jemandem passieren, der eigentlich zu 90 Prozent nichts zu tun hat mit seinem Kind. Ich kann es mir nicht vorstellen, denn man tut das Kind ja auch ins Auto, also sollte es doch klick machen beim Aussteigen. Wenn ich einkaufe, vergesse ich nachher auch nicht meine Tasche aus dem Auto zu nehmen. Verpflichtung nenne ich das. Verrückt ist ja vermutlich auch, dass das Handy ganz bestimmt nie vergessen wird...
  • Peter  Hänsenberger 31.08.2014
    Was hätte die Frau von dem Psycholog gesagt, wen er einfach sein Kind vergessen hätte im Auto ? Es kann ja jedem passieren. Dass ein 16 Monate altes Baby qualvoll sterben musste sind Fakten, weil der Vater ein Vergesslicher Mensch ist, dafür gibt es keine Entschuldigung und keine Ausreden, das sind einfach Fakten.
  • Peter  Hänsenberger 31.08.2014
    Ach es kann jedem passieren, das man einfach sein 16 Monate junge Baby vergisst im Kindersitzt, ich habe schon viel Blödsinn gehört, aber das schlägt schon alles. Sie Psychologe haben anscheinend vergessen, es ein 16 Monate jung Baby wahr, wo noch das ganze Leben vor sich hatte.