«Unfaire Regelung» Darum wollen die Romands keine Sackgebühr

LAUSANNE - Seit zehn Jahren müssten die Gemeinden ihre Bürger bei der Abfallentsorgung nach dem Verursacherprinzip besteuern. Doch die Waadtländer verlangen immer noch mehr Zeit.

  • Publiziert: 10.10.2012
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In der Deutschschweiz ist die Sackgebühr längst normal.

(Keystone)

Wie einst die Gallier in Asterix & Obelix, scheinen die Welschen auf verlorenem Posten zu stehen. Trotzdem boykottieren die Romands bereits seit Jahren erfolgreich die Sackgebühr. Seit mehr als zehn Jahren müssen alle Schweizer Gemeinden diese eigentlich einfordern. So entschied es das Bundesgericht.

Doch in der Westschweiz wehren sich viele Gemeinden vehement. Der Kanton Waadt gibt den Gemeinden sogar noch bis Anfang nächsten Jahres Zeit, das Verursacherprinzip einzuführen. Das bedeutet: Wer mehr Abfall produziert, soll auch mehr bezahlen.

Bisher wurde die Abfallentsorgung pauschal über die Gemeindesteuern finanziert. Doch selbst gegen diese grosszügige Frist proben einige Gemeinden den Aufstand.

Sackgebühr wäre «unfair»

Dazu gehört etwa der Lausanner Vorort Renens: «Wie sollen wir es anstellen, dass Eltern von Babys oder inkontinente Personen nicht benachteiligt werden?», sagt Stadtpräsidentin Marianne Hueguenin gegenüber «24 heures». «Man muss uns schon etwas mehr Zeit geben, um eine faire Regelung zu finden.»

Deshalb will sie nun offiziell eine Fristverlängerung beantragen.

Prangins macht sich diese Mühe nicht einmal.  Die Gemeinde hat bereits angekündigt, das Verursacherprinzip erst im Januar 2014 einzuführen.

Die absurde Begründung: Wenn eine Sackgebühr eingeführt werde, trennten die Leute häufiger ihren Müll. Die Entsorgungsanlage könne im Moment aber einfach nicht mehr Abfall wiederverwerten. (dra)

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Bucher , via Facebook
    Die Sackgebühr ist das dümste was es gibt. Bei uns liegt seit der Einführung der Müll im Wald herum. Früher war die Schweiz sauber! Heute gibt es Staaten wie Kroatien, die es vormachen, was saubere Natur bedeutet!!
  • Hanspeter  Blöchlinger , Zürich
    Wieso absurd ? A propos, wenn niemand mehr Papier in den "normalen" Abfall wirft müssen die Verbrennungsanlagen nicht ubedingt unweltfreundliche, zusätzliche Brennmittel verwenden...
    Und, das stimmt halt schon, je grösser die Familie desto grösser die Rechnung. Also, gerecht ? Ansichtssache...

Alle Kommentare (22)

  • Paul  Gerber
    Ursprünglich war die Entsorgung des Abfalls in den Steuern inbegriffen. Dann erfanden die Behörden den gebührpflichtigen Abfallsack. Das gab zusätzliches Geld. Dann wurden für viel Steuergeld Entsorgungsstellen in den Quartieren erstellt. Nun verbietet man hier die Entsorgung des Kunststoffs, der bisher wiederverwendet werden konnte. Er muss neu mit normalem Abfall entsorgt und verbrannt werden. Was für ein Irrsinn! Das sind Hunderte Tonnen Kunststoff pro Jahr, welcher wiederverwendet werden könnte und nun verbrannt wird! Hier sieht man, dass der Umweltschutz für die Behörden nur ein Vorwand für mehr Gebühren ist.
    • 11.10.2012
    • 51
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    • Albert  Knoll
      Ab 2013 kann man Flaschen, Verpackungen und Produkte aus Plastik bei der Migros entsorgen. Eine feine Sache und ziemlich clever dazu. Denn wer bei der Migros entsorgt, wird dort bei der Gelegenheit ja wohl meistens auch etwas kaufen. Das haben die anderen Detail-Händler nicht geschnallt und machen bei diesem Recycling-Modell nicht mit. Leider.
      • 11.10.2012
      • als Kommentar auf Paul  Gerber
      • 27
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  • Michael  Keller , Baden
    Keine Sackgebühr = Es wird kein Abfall mehr getrennt. Wir wollten eine ökologische, gerechte Verteilung. Diese Gesetzte wurden eingeführt. Man muss keine Einwegwindeln brauchen. Wenn man diese braucht bezahlt man ein wenig mehr. So viel ist dies nun auch nicht, wenn man den quervergleich mit Natelkosten macht. Zudem ist Abfall im Wald zu entsorgen illegal und wird bestraft und ... es gibt keine Kehrichtverbrennungsanlage in der Schweiz welche Brennmittel benötigen.
  • Albert  Knoll
    Bei mir wurden die Steuern nach Einführung des Zürisacks nicht gesenkt. Das übliche Spiel. Vater Staat erhebt zusätzliche Gebühren für Leistungen, die eigentlich schon mit den ordentlichen Steuern abgegolten sind. Reine Abzocke.
    • 11.10.2012
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  • Salomon  Rittergold , Lausanne
    Die Kinder sind unsere Zukunft. Der grösser anfallende Abfall durch die Kinder sollte solidarisch getragen werden. Es müsste daher für Kinderwindeln extra Säcke geben.
  • Mart  Web , Santa Nirgendwo
    Nochmals: die Verantwortlichen gehören ins Gefängnis gesteckt. Wenns ein Gesetz gibt, gilt es schon für alle!
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