LAUSANNE - Seit zehn Jahren müssten die Gemeinden ihre Bürger bei der Abfallentsorgung nach dem Verursacherprinzip besteuern. Doch die Waadtländer verlangen immer noch mehr Zeit.
play
In der Deutschschweiz ist die Sackgebühr längst normal.
(Keystone)Wie einst die Gallier in Asterix & Obelix, scheinen die Welschen auf verlorenem Posten zu stehen. Trotzdem boykottieren die Romands bereits seit Jahren erfolgreich die Sackgebühr. Seit mehr als zehn Jahren müssen alle Schweizer Gemeinden diese eigentlich einfordern. So entschied es das Bundesgericht.
Doch in der Westschweiz wehren sich viele Gemeinden vehement. Der Kanton Waadt gibt den Gemeinden sogar noch bis Anfang nächsten Jahres Zeit, das Verursacherprinzip einzuführen. Das bedeutet: Wer mehr Abfall produziert, soll auch mehr bezahlen.
Bisher wurde die Abfallentsorgung pauschal über die Gemeindesteuern finanziert. Doch selbst gegen diese grosszügige Frist proben einige Gemeinden den Aufstand.
Dazu gehört etwa der Lausanner Vorort Renens: «Wie sollen wir es anstellen, dass Eltern von Babys oder inkontinente Personen nicht benachteiligt werden?», sagt Stadtpräsidentin Marianne Hueguenin gegenüber «24 heures». «Man muss uns schon etwas mehr Zeit geben, um eine faire Regelung zu finden.»
Deshalb will sie nun offiziell eine Fristverlängerung beantragen.
Prangins macht sich diese Mühe nicht einmal. Die Gemeinde hat bereits angekündigt, das Verursacherprinzip erst im Januar 2014 einzuführen.
Die absurde Begründung: Wenn eine Sackgebühr eingeführt werde, trennten die Leute häufiger ihren Müll. Die Entsorgungsanlage könne im Moment aber einfach nicht mehr Abfall wiederverwerten. (dra)
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (22)