Bundesgericht entscheidet Härtere Strafe für Fluchthelfer von Adrian A.

Das Freiburger Kantonsgericht hat einen Mann, der einen Gefängnisausbrecher bei sich unterbrachte, zu milde behandelt. Das hat das Bundesgericht entschieden und das Freiburger Gericht angewiesen, den Fall erneut aufzunehmen.

In der Strafanstalt bei Orbe VD wurde am Donnerstag ein Gefängniswärter wegen Verdachts auf Handel mit Drogen und Mobiltelefonen verhaftet. (Archivbild) play
Die Strafanstalt in Orbe VD (Archiv). Keystone/Christian Brun

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Der Mann, ein ehemaliger Häftling des Gefängnisses von Orbe VD, nahm im Juli 2013 einen früheren Mithäftling auf (BLICK berichtete). In erster Instanz wurde der Mann wegen Begünstigung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt - einer Strafe, welche das Kantonsgericht zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 40 Franken abschwächte.

Dagegen rekurrierte die Freiburger Staatsanwaltschaft erfolgreich beim Bundesgericht. Es kam zum Schluss, die Schuld des Mannes werde nicht durch die Tatsache gemildert, dass der Mann den Ausbrechern nicht direkt behilflich war.

Entführung, Brandstiftung und Juwelenraub

Beim Ausbrecher handelte es sich um einen der Männer, welche im Sommer 2013 auf spektakuläre Weise aus der Haftanstalt von Orbe türmten. Bei dem einen Flüchtigen handelte es sich um Adrian A.*, einen Walliser, der unter anderem wegen Entführungen, schweren Raubüberfällen, Geldwäscherei und Brandstiftung sass und bereits früher ausgebrochen war. Der andere, der Bosnier Milan P.*, gehörte der berüchtigten «Pink-Panther»-Bande an.

Komplizen durchbrachen mit einem Lieferwagen ein Eingangstor der Umfassungsmauer und verhalfen den Männern mit Leitern zur Flucht über den Sicherheitszaun. Während des Ausbruchs eröffneten die Komplizen mit Gewehren das Feuer auf Wärter und Sicherheitspersonal. Verletzt wurde niemand, weil die Wächter in Deckung gingen.

Erst zwei Monate später fasste die Waadtländer Polizei den Ausbrecher im Auto des Ex-Kumpanen, der sich auf Bewährung auf freiem Fuss befand. (SDA/ads)

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 07.12.2016 | Aktualisiert am 07.12.2016
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  • Roman  Bachmair aus Naters
    07.12.2016
    Wenn die Balkan-Braut für ihre Fluchthilfe von "Kiko" nicht an die Kantare genommen wird, wieso sollte dann jener in diesem Fall bestraft werden? Scheinbar haben die Kantone immer noch ein Je-ka-mi System betreffend Strafprozessordnung...

    Genauer: Straftat ist eben nicht gleich Straftat, unsere Kantonalen Justiz-Apparate machen sich immer wieder nur lächerlich mit ihren Urteilen und Aktionen. Da sollte vielleicht einmal von Bundesseite her tüchtig aufgeräumt werden.