Blutbad bei der Einsiedelei in Bramois VS Bei der 10. Kreuzweg-Station stach der Täter zu

BRAMOIS VS - Nach der Messerattacke auf dem Weg zur Einsiedelei von Longeborgne im Wallis sind die Hintergründe der Tat noch nicht restlos geklärt. Die Polizei geht von einem Selbstmord des möglichen Täters aus.

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Wer stach am Weihnachtsmorgen in der Nähe einer Einsiedelei in Bramois VS zu? Zwei Tage nach der blutigen Attacke auf dem Pilgerweg mit drei Verletzten und einem Toten ist diese Frage noch immer nicht geklärt. Fest steht: Der Angriff ereignete sich kurz vor neun Uhr auf der Höhe der zehnten Station des Kreuzweges, der sich zur Einsiedelei Longeborgne schlängelt.

Blutbad im Wallis: Motiv für Messerattacke noch ungeklärt play
Die Einsiedelei befindet sich in der Schlucht Borgne bei Sitten.  Screenshot

Das Drama scheint sich zwischen zwei Männern – beide um die 30 und miteinander verwandt – entwickelt zu haben. Bei der Auseinandersetzung wurde einer der beiden schwer verletzt und musste später ins Spital Sitten gebracht werden. Der andere wurde von der Polizei um 15.30 Uhr tot im Bachbett der Borgne gefunden.

Im Anschluss an den Streit bei der Wegkapelle begab sich der Schwerverletzte zur Einsiedelei: «Es war kurz vor Beginn der Messe, als ein Kollege von mir blutüberströmt in der Kapelle ankam. Er hatte eine tiefe Schnittwunde unter dem Ohr, blutete stark», sagt Jose-Luis Orokieta, regelmässiger Messebesucher in der Einsiedelei Longeborgne, in der Zeitung «Le Nouvelliste». «Wir dachten zuerst, es sei eine dschihadistische Attacke, doch dann sagte mein Kollege, dass der Angreifer mit einem Akzent aus der Gegend gesprochen habe und sehr verwirrt gewesen sei.»

Täter noch nicht identifiziert

Der leblos im Bachbett aufgefundene Mann konnte noch nicht identifiziert werden. Seine Angehörigen seien zurzeit nicht in der Schweiz, hiess es bei der Polizei. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es sich beim Toten um den Angreifer vom Kreuzweg handelt. Möglicherweise beging er Suizid. «Es lässt sich zwar nicht komplett ausschliessen, dass eine Drittperson involviert war, doch ist dies in dem Fall eher unwahrscheinlich», sagte Kantonspolizei-Sprecher Markus Rieder zu BLICK.

Verletzt wurden bei dem Angriff ausserdem eine Frau und ein Mann, beide um die 70 Jahre alt. Sie waren zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung wohl gerade auf dem Weg zur Kapelle. Sie erlitten ebenfalls Schnittwunden, konnten sich jedoch rechtzeitig ins nahe gelegene Restaurant Les Pèlerins retten. Die Frau aus Nendaz VS hat nach Angaben von Freunden keinerlei Verbindungen zum Täter, sie scheint lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Auch der ältere Mann kannte den Angreifer offenbar nicht.

Wo ist die Tatwaffe?

Während sich das am schwersten verletzte Opfer – der 30-jährige Kollege von Jose-Luis Orokieta – noch immer im Spital von der Attacke erholt, laufen die Ermittlungen der Walliser Polizei und Justiz auf Hochtouren. Gestern standen 30 Beamte im Einsatz, um nach Hinweisen und der Tatwaffe zu suchen. Die Blutspuren auf dem Kreuzweg sowie die Wunden der Verletzten deuten darauf hin, dass der Angreifer wohl mit einem Messer zugestochen hat.

Die beiden älteren Verletzten konnten das Spital bereits wieder verlassen. Gemäss Zeugenaussagen sollen sie regelmässige Besucher der Einsiedelei sein. Diese ist seit heute für Besucher wieder zugänglich. (gr)

Publiziert am 27.12.2016 | Aktualisiert am 27.12.2016
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