Baby im Kinderwagen von Pitbull angefallen Ärzte kämpfen um dieses Auge

  • Publiziert: 14.12.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Beat Michel

Bleon sitzt im Kinderwagen, als der Pitbull zubeisst. Die Polizei lässt den Hund wieder frei: Er sei ein liebes Tier.

Das linke Auge des kleinen Bleon (10 Monate) ist aufgeschwollen. Die Haut ist schwarz. Der Pitbull-Biss hat eine schwere Infektion ausgelöst. «Bis die Ärzte nähen können, muss die Schwellung zurückgehen», sagt Bleons Mami Lidie Z.* (30).

Ob der Bub dann jemals wieder auf dem Auge sehen kann, ist noch unklar. Die Ärzte des Kinderspitals Lausanne kämpfen um sein Augenlicht.

Bleon ist das Opfer einer brutalen Kampfhundeattacke.

Am Mittwoch kurz vor Mittag packt Lidie ihr Baby in den Kinderwagen und marschiert los. Sie will einen Spaziergang in Préverenges VD machen.

Nach wenigen Metern sieht die Bauunternehmerin von Weitem eine Frau mit fünf Hunden an der Leine. «Sie waren an langen Flexi-Leinen. Zwischen 4 und 5 Meter lang», erinnert sich Lidie Z. «Ich hatte Angst. Ich rief der Frau zu, sie soll mit ihren Hunden weg von mir und meinem Baby bleiben. Sie sagte aber nur, dass die Hunde nichts tun. Und kam näher.»

Eine zierliche Hundehüterin hielt die Meute an Leinen

Ein Pitbull, zwei französische Bulldoggen, ein Beagle und ein grosser Mischling – die Meute ist beängstigend. Am anderen Ende der Leine eine zierliche Frau. Sie arbeitet für eine Firma, die einen Hundehüt-Dienst anbietet.

Der Kampfhund bricht aus und springt auf den Kinderwagen. Er beisst sofort in den Kopf des Babys. «Ich packte den Pitbull am Kopf und versuchte seinen Biss zu lösen. Das gelang nicht sofort», erzählt Lidie Z.

Der Pitbull verbeisst sich aber nicht total: Als er nachfassen will, erwischt der Kampfhund nur noch die Mütze des Kindes.

Die Hundebetreuerin steht hilflos daneben und macht nichts. Endlich kann die Mutter das Tier von ihrem Sohn losreissen, der Kleine sieht schlimm zugerichtet aus.

«Ich habe sofort die Ambulanz gerufen», erzählt die Mutter. «Es war schrecklich. Mein Kind schrie und blutete.»

Den Pitbull nimmt die eigens ausgerückte Hundebrigade der Kantonspolizei mit. «Wir haben ihn aber bald wieder dem Besitzer gebracht. Der Hund machte bei uns keinen aggressiven Eindruck», so Jean-Christophe Sauterel, Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei.

Was weiter mit dem Pitbull passiert, entscheidet der Kantonstierarzt. «Wir sind entsetzt, dass der Hund wieder frei ist», sagt Vater Burim (27). «Unser Baby hat Glück, dass es überlebt hat. Vielleicht tötet der Hund sein nächstes Opfer.»

*Name der Redaktion bekannt