Ein Organhandel-Skandal wühlt Deutschland auf. Ärzte fälschten Patientenakten, damit diese ein Organ erhielten. Wäre das in der Schweiz auch möglich?
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In der Schweiz warten rund 1100 Menschen auf ein Spenderorgan. Viele sterben vorher. (sda)
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Dr. med. Franz Immer, CEO Swisstransplant. (swiss transplant)
Er gilt als der grösste Transplantationsskandal Deutschlands: In Göttingen soll der ehemalige Leiter der Transplantations-Chirurgie Krankenakten manipuliert haben, um Patienten auf der Warteliste nach oben zu befördern und so bevorzugt mit einer Leberspende zu versorgen.
Gegen zwei leitende Ärzte der Uniklinik ermittelt nun die Göttinger Staatsanwaltschaft wegen möglicher Bestechung und fahrlässiger Tötung in 25 Fällen. Aufgedeckt wurde der Fall durch die «Süddeutsche Zeitung».
Auch am Uniklinikum Regensburg soll es in der Vergangenheit zu ähnlichen Manipulationen gekommen sein. Der im Fall Göttingen verdächtigte Arzt war dort damals als Oberarzt tätig. Ein weiterer Mediziner, der verantwortliche Leiter der Transplantationsmedizin Regensburg, wurde inzwischen freigestellt.
In der Schweiz warten laut Auskunft von Swisstransplant rund 1100 Menschen auf ein Spenderorgan. Wäre eine Manipulation der Patientendaten in der Schweiz auch möglich?
Franz Immer, CEO von Swisstransplant: «Es ist sicherlich so, dass man auf der Leberwarteliste versuchen kann, Patienten kränker zu schreiben, als sie sind.»
Die mehrstufigen Kontrollen durch Fachleute und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) würden eine Verfälschung aber fast ausschliessen, erklärt Franz Immer heute Blick am Abend.
Der Chef von Swisstransplant weist jedoch auf die Tragik der einzelnen Schicksale hin und scheint gewisses Verständnis für das Handeln der deutschen Ärzte aufzubringen.
«Menschlich gesehen ist es für ein involviertes Team von Pflegefachkräften und Ärzten sehr schwierig, mit anzusehen, wie Kinder und Erwachsene aufgrund eines Organmangels buchstäblich unter den Händen versterben.»
Für Betroffene, die auf eine Leber, ein Herz oder eine Lunge hoffen, bedeutet dies lange Wartezeiten. Und für rund 100 Patienten den Tod.
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