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Heisses Thema, Feindschaft bis aufs Blut: Die TV-Arena morgen Abend verspricht Nervenkitzel. Erstens wegen der Besetzung: Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf (53) gegen ihren grössten Gegner, alt Bundesrat Christoph Blocher (67). Zweitens wegen dem Thema: die SVP-Einbürgerungsinitiative. Drittens wegen dem Zeitpunkt: Am Samstag wird der SVP-Zentralvorstand den folgenschweren Entscheid fällen, wegen Widmer-Schlumpf die ganze Bündner Sektion auszuschliessen.
Dabei wäre eine ganz normale und sachliche Abstimmungsarena geplant gewesen. Doch die SVP hat es wieder einmal geschafft, alle zu überrumpeln: die TV-Macher, den Bundesrat und vor allem ihr Hassobjekt Widmer-Schlumpf, die heute auf dem Regierungssessel sitzt, der gemäss SVP-Spitze nur einem gebührt, Christoph Blocher.
Blochers Auftritt in der «Arena» war ursprünglich nämlich gar nicht geplant. Noch am Dienstagnachmittag hiess es beim Schweizer Fernsehen, SVP-Präsident Toni Brunner (33) und Nationalrat Adrian Amstutz (54) würden teilnehmen. Ihnen gegenüber Widmer-Schlumpf und FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen (26).
Am Dienstagabend dann der Coup: Die SVP verkündet per Communiqué, dass sie ihre Besatzung auswechsle. Neben Brunner erscheine neu Blocher. Begründung: Man wolle in «Topbesetzung» antreten. Amstutz, immerhin leitendes Mitglied des SVP-Zentralvorstands, gehört da offensichtlich nicht dazu. Kurz zuvor hatte Brunner die verdutzten «Arena»-Leute telefonisch informiert, Widmer-Schlumpf wusste von nichts.
«Über Pfingsten haben wir Betroffenen das in einer Telefonrunde gemeinsam entschieden», sagte Amstutz gestern zu BLICK. Und damit das Fernsehen vor die Wahl gestellt: Entweder akzeptiert ihr das oder die Sendung platzt. Gleichzeitig Widmer-Schlumpf unter Druck gesetzt: Sagt sie wegen Blocher ab, sähe das nach Feigheit aus. Also kann sie nur gute Miene zum bösen Spiel machen.
Ironie der Geschichte: Vor zwei Jahren weigerte sich Blocher, in der «Arena» zum Asylgesetz gegen Ruth Dreifuss anzutreten. Er wolle «nur informieren», aber mit einer alt Bundesrätin «nicht öffentlich streiten», so Blocher damals.
Gestern mischte sich der Gesamtbundesrat ein. Neu soll ein Mitglied der Regierung nur in einer «Arena» teilnehmen, wenn er einen eigenen Platz bekommt. «Ein Bundesrat ist nicht Partei», begründet Bundesratssprecher Oswald Sigg die Direktive. Also bekommt Widmer-Schlumpf morgen ein eigenes Pult, steht nicht direkt Blocher und Brunner gegenüber. Das tun Wasserfallen und neu SP-Nationalrat Daniel Jositsch (43).
Ein Duell um die Ecke, wenigstens formal. Doch Auge in Auge werden sich Blocher und Widmer-Schlumpf trotzdem stehen: Fragt sich nur, wer zuerst zieht – und wer die Nerven verliert.